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Neujahrskonzert mit begnadetem Pianisten

Am Freitag, 5. Januar, lanciert die Kulturkommission Oberkirch – wie schon 2023 mit Marie Louise Werth – wieder ein Neujahrskonzert, 2024 nun mit Michael Mahnig, zu dem die Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Als Konzertraum dient der von der Akustik her sehr geeignete Innenraum der Pfarrkirche Oberkirch. Das Konzert startet um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei (Kollekte). Anschliessend sind alle Besucherinnen und Besucher herzlich zu einem von der Kommission offerierten Apero eingeladen.

Michael Mahnig anlässlich eines Konzertes im Stiftstheater ...

Michael Mahnig hat sich nach intensiven Musikstudien in Luzern, Basel und Köln als vielseitiger Musiker einen Namen gemacht, sei dies solistisch im klassisch-romantischen Repertoire oder als Kammermusiker, beispielsweise im Zusammenspiel mit den Mitgliedern der Philharmonie Zürich. Sein behändes Klavierspiel war auch im Luzerner Theater zu hören, als er als Pianist in über 20 Aufführungen die Familienoper «Die Schneekönigin» begleitete.

Mahnig wohnt in Beromünster; er wird sich im rund einstündigen Konzert, das mit einem Apéro abgerundet wird, thematisch den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft widmen. Die Kompositionen, die er dafür ausgesucht hat, setzen jeweils eines dieser Elemente in gefühlsbetonter musikalischer Weise um. Das Konzert startet mit Frédéric Chopins Barcarolle; das Stück setzt plätscherndes Wasser gefällig anmutend in Szene.

Ebenfalls dem nassen Element gewidmet sind vier Folgekompositionen von Franz Liszt, der in «Les Années de Pélérinage» (Jahre der Wanderschaft, des Unterwegs-Seins) Wasser auch in seiner turbulenten Form, als Gewitter, umgesetzt hat. 1835 übernachtete Liszt in Weesen am Walensee, der ihn mit seiner atemberaubenden Umgebung zum Komponieren animierte. Der russische Komponist Modest Mussorgsky dient Mahnig dazu, mit einem Auszug aus «Bilder eine Ausstellung» das Element Erde fühlbar zu machen. Markante Akkorde in diesem Werk passen denn auch bestens zu einer sattelfesten Erdverbundenheit.

... und in der Waldkathedrale Beromünster.

Die daran anschliessenden leichtfüssig dahingleitenden «Préludes» Claude Debussys sind wunderbar geeignet, um dem Publikum die Flüchtigkeit dahinwehender Luft näherzubringen. Diese Leichtigkeit ergänzt Mahnig mit einer Einspielung eines weiteren französischen Komponisten, Olivier Messiaens. Sein Stück «La buse variable» (der Mäusebussard) ergänzt das Element Luft mit darin hörbaren Vogelstimmen. Messiaen war zeitlebens von Vogelstimmen fasziniert; ab seinem 18. Lebensjahr durchstreifte er die Natur und notierte diese Stimmen punktgenau, um sie nachher mit seinen Tonschöpfungen zu verweben.

Feuer als letztes der vier Elemente nimmt der Pianist in seinem Schlusspunkt auf mit dem Stück «Vers la flamme» des Russen Alexander Skrjabin: Nach einem sanften, verhaltenen Beginn schaukelt sich seine Komposition zu immer grösser Heftigkeit auf, ganz wie ein Feuer, das erst glimmt und dann immer stärker knistert und prasselt.

«Ich füge gern thematisch ausgerichtete Programme zusammen», lässt der Künstler durchblicken. Auch sei er ein naturverbundener Mensch, was sich unstreitig im tollen Programm für den Oberkircher Auftritt spiegeln wird. Das Konzert wird auch einen Kontrapunkt setzen zur momentan äusserst aufgewühlten Weltlage und uns allen Hoffnung und Zuversicht vermitteln - Gefühle, die wir ja stets mit einem Neujahrsanfang verbinden.

Text: David Lienert, Archivbilder: AZM




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