Neue Mobilitätsstrategie und Umfahrung Beromünster
Die Würfel sind gefallen. Vorab gilt es denen zu danken, die in jahrelanger Arbeit detaillierte und umfangreiche Unterlagen für das Umfahrungsprojekt Beromünster ausgearbeitet haben. Der kantonale Projektleiter Pius Suter und sein Team hatten eine schwierige Aufgabe, die sie auf der Grundlage von politischen Vorgaben und der geltenden Normen gelöst haben. Wenig positiv fällt die Beurteilung der politisch verantwortlichen Behörden in Gemeinde und Kanton aus. Eigentlich wäre es angezeigt gewesen, dieses Projekt als Pilotprojekt im Sinne von ZUMOLU (Zukunft Mobilität im Kanton Luzern) zu konzipieren. Der diese Woche erstmals zusammentretende neue Kantonsrat, aber auch die neue Regierung könnte sich so bei der Entwicklung von ZUMOLU auf Erfahrungen abstützen, wie man mit Hilfe und auf der Grundlage einer bestehenden Infrastruktur den Schwerverkehr um den Flecken herumleiten kann, ohne dass ein auf der Basis von überholten Strassenkonzepten und -normen ein 70 Mio. teures Projekt geplant und realisiert werden muss. Genau auf dieser Basis wollte dipl. Arch. ETH/SIA Hugo Wandeler seine alternativen Inputs verstanden wissen. Dass man ihn sowohl auf Gemeinde- wie auch auf Kantonsebene kaum angehört, geschweige denn sich mit seinen Ideen auseinandergesetzt hat, stimmt wenig zuversichtlich für eine zukunftsweisende kantonale Strassen- und Mobilitätsstrategie. Sein Konzept, unter Schonung der Landschaft und der bestehenden Infrastruktur, den Schwerverkehr Schritt um Schritt aus dem Flecken zu nehmen, ohne dass damit eine jahrelange Grossbaustelle mit all den unsäglichen Immissionen bewirtschaftet werden muss, wäre zukunftsweisend, nachhaltig und finanziell wesentlich günstiger gewesen. Diese Chance wurde vertan. Es bleibt Hugo Wandeler für sein selbstloses Engagement herzlich zu danken, auch wenn es bitter ist, dass nichts davon realisiert wird, weil der Rufer in der Wüste überhaupt nicht gehört werden wollte.
Gertrud und Robert Galliker-Tönz, Beromünster