Nachgefragt bei Visu: «Ich liebe es, im Michelsamt und vor allem in Beromünster zu sein»
Der Anzeiger Michelsamt konnte sich nach der erfolgreichen, fast perfekt verlaufenen Plattentaufe in der Schüür Luzern noch mit Visu unterhalten zu seinem Auftritt, zu Anekdoten zum Konzert und zu seinen nächsten Plänen.
Was war das Schönste und das Anspruchsvollste am Auftritt in der Schüür?
Der schönste Moment war, als ich auf die Bühne rauskam und alle die begeisterten Gesichter im Publikum sah. Das hat mein Energielevel gleich verzehnfacht und ich hatte so richtig Lust auf die Show! Das Anspruchsvollste war wohl die ganze Vorbereitung mit der Band. Wir hatten alle meine Songs neu arrangiert, um sie mit den Instrumenten zu spielen. Dazu braucht es viele Proben und auch viel technisches Know-how. Am Tag der Show ist das ganze Team schon um 14 Uhr vor Ort und arbeitet auf Hochleistung, um alles vorzubereiten.
Gibt es Anekdoten dazu?
Unser Soundcheck-Fenster war bis 17.30 Uhr. Um 17 Uhr bemerkten wir, dass ein Funkverbindungsgerät für meine Feature-Gäste fehlt. Wir mussten innerhalb von 10 Minuten komplett umdenken und neue Lösungen finden, da wir das Gerät nicht mehr so kurzfristig auftreiben konnten. Mit viel Kreativität haben wir dann alles hingekriegt. Gerade im Bereich der Technik kann einfach immer alles schiefgehen. Da muss man echt doppelt und dreifach abgesichert sein.
Wie bist du auf all die starken Gastmusiker und die Sängerin Kitoko aus Winterthur gekommen?
In diesen vielen Jahren, wo ich nun Musik mache und als Moderator arbeite, habe ich viele spannende Leute aus der kreativen Branche kennengelernt. In der Schweiz ist die Szene überschaubar. Ausserdem gibt es viele Events und so entstehen Connections.
Kitoko und ich haben uns über meinen Produzenten «Scito», Pascal Ineichen aus Beromünster, kennengelernt. Die beiden wiederum über die Zusammenarbeit mit einem anderen Rapper. Ich habe ihre Musik von Anfang an geliebt und sie schon einmal in Sursee vor einem Konzert als Support-Act gebucht. Ich denke ihr Potenzial wird noch massiv unterschätzt. Ich hoffe, dass sie noch so richtig durchstartet!
Was sind deine nächsten Pläne?
Am 18. April findet der SRF Bounce Cypher statt: ein CH-Rap-Highlight des Jahres. Hier versammeln sich alle Rapperinnen und Rapper des Landes und vergleichen ihr Können mit exklusiven Parts live im Radio. Das Ganze dauert rund 6 Stunden und ich bereite ebenfalls etwas vor. Ausserdem spiele ich noch weitere Shows mit der Band: am 28. Juni am Luzernerfest und am 6. Juli am Sorsiifäscht. Ansonsten steht für mich bei SRF Virus der Festivalsommer vor der Tür, wo ich als Moderator an diversen Events bin und den Sommer geniesse. An den nächsten Songs arbeite ich auch schon bereits wieder im Studio in Beromünster. Langweilig wird es mir auch nach diesem Meilenstein also nicht (lacht schelmisch).
Was möchtest du den Lesern des «Michelsämters» sonst noch sagen?
Ich liebe es, im Michelsamt und vor allem in Beromünster zu sein. Ich bin hier aufgewachsen und fühle mich hier einfach pudelwohl. Mittlerweile wohne ich zwar in Luzern, aber meine Musik entsteht nach wie vor in der Özlige, im Studio bei «Scito». Ich schreibe hier viele Texte, nehme alles auf und tanke kreative Energie. Ich freue mich, meine Musik auch hier präsentieren zu dürfen und danke allen, die mich auf meinem jahrelangen Weg unterstützt haben.
Interview: Karl Heinz Odermatt, Bild: zvg