Nachgefragt bei Sarah Troxler, Projektverantwortliche Luzernmobil: «Mir ist ein bewusster Umgang mit Mobilität wichtig»
Sarah Troxler, Sie sind für das Mobilitätsmanagement im Kanton Luzern verantwortlich. Was machen Sie da genau?
Zusammen mit meinem Team und starken Mobilitätsanbieter:innen ermöglichen wir den Luzernerinnen und Luzernern einen inspirierenden und motivierenden Zugang zu nachhaltigen Mobilitätsformen. Wir informieren und sensibilisieren. Die bereits bestehenden Mobilitätsangebote im Kanton Luzern betten wir entlang der gesamten Mobilitätskette ein.
Welches Potenzial sehen Sie in der Dachmarke Luzernmobil?
Luzernmobil hat dank ihrer echten und ungezwungenen Art das Potenzial «gluschtig» zu machen, sich bewusster mit der eigenen Mobilität auseinanderzusetzen und die eine oder andere Gewohnheit kritisch zu hinterfragen. Die Dachmarke Luzernmobil schafft einen Zugang zu Mobilitätsthemen und informiert über die breite Palette nachhaltiger Mobilitätsformen.
Wenn man auf dem Land auf einen Bus wartet, hat man den Eindruck, dass vorwiegend Schüler und ältere Senioren den Bus benützen, dass es mit einer breiten Nutzung des ÖV oder mit einem Umdenken breiter Bevölkerungskreise noch nicht so weit her ist.
Aufgrund einer Momentaufnahme können keine generellen Rückschlüsse gezogen werden. Für konkrete Aussagen empfiehlt sich das Studium des «Mikrozensus»: Alle 5 Jahre werden die Mobilitätsdaten schweizweit erhoben.Wir stellen fest, dass es durchaus Umsteiger gibt, die ihre Mobilität ökologischer ausrichten. Das Wachstum beim Home Office ist ebenfalls signifikant.
Welche Rolle wird den Schulen beigemessen?
Das familiäre Umfeld prägt oftmals die Lebensgewohnheiten der Kinder und somit auch das Mobilitätsverhalten. Der Schulweg ist für viele Kinder etwas vom Schönsten an der Schule und hilft ihnen, sich nicht nur sozial, sondern eben auch als Verkehrsmitglied weiterzubilden. Im Unterricht besteht die Möglichkeit, den Schüler:innen die Vielfalt und Bedeutung der Mobilität näherzubringen. Dazu haben wir kürzlich eine Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit mit der PH Luzern und der Dienststelle Volksschulbildung gestartet. Ziel ist es, Lernmaterial mit Luzerner Schulen zu testen und schlussendlich der Volksschule zur Verfügung zu stellen.
Wie waren und sind Sie selbst als gebürtige Schlierbacherin mobil?
Die Töffli- respektive sogar die Traktorprüfung war als Schlierbacherin unabdingbar. Später für die Ausbildung war ich mit dem Roller und öV unterwegs. Für meinen aktuellen Arbeitsweg bin ich meist zu Fuss unterwegs, für kurze Distanzen in der Stadt nehme ich den Bus, ein Nextbike oder mein eigenes Fahrrad. Zur Musikprobe in Schlierbach kann ich entweder das Auto meines Partners nehmen oder ich gehe mit dem Zug nach Sursee und nehme dann ein Mietauto. Die zweite Variante ist vor allem während den Hauptverkehrszeiten angenehmer und oftmals auch schneller, weil der Zug nicht im Stau stecken bleibt. Mir persönlich ist ein bewusster Umgang mit der Mobilität wichtig und – dass die verschiedenen Verkehrsmittel nicht gegeneinander ausgespielt werden. Schliesslich kann auch die Kombination von unterschiedlichen Mobilitätsformen zielführend sein.
«Luzernmobil macht dank ihrer echten und ungezwungenen Art «gluschtig», sich bewusster mit der eigenen Mobilität auseinanderzusetzen». Sarah Troxler, Projektverantwortliche Luzernmobil
Interview Karl Heinz Odermatt, Bild: zvg