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Nachgefragt bei Philomena Hausheer und Julia Ineichen: «Es soll spassig und lehrreich zugleich sein!»

Der Anzeiger Michelsamt durfte das Coaching der Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Michelsamt verfolgen, als sie sich zum Thema «Sollen Noten in der Schule abgeschafft werden?» auf den grossen Tag in Beromünster vorbereiteten und zwei von ihnen dazu Fragen stellen. Ebenso interessiert, was der Coach der insgesamt neun Debattierer der Kantonsschule Beromünster selber zu sagen hat. 

V.l.: Julia Ineichen und Philomena Hausheer mit ihrem Coach Matthias Gaiser bei einer kurzen Pause zwischen den Trainingsblöcken.


Worauf freut ihr euch am meisten im Hinblick auf den Samstag?

Philomena Hausheer (Rain): Auf ein neues Erlebnis, darauf, mich zu steigern, weiterzuentwickeln, mich herauszufordern. Bei Freunden kenne ich die Körpersprache, bei Fremden ist es viel anspruchsvoller, ich will argumentativ nicht zerstören, sondern weiter den Prozess des Dialogs lernen.

Julia Ineichen (Luzern): Da stimme ich bei allem zu. Ich will mich mit andern austauschen, es geniessen. Es wird enorm spannend. Alle sind gut, es soll für uns auch spassig und lehrreich zugleich sein.

Wie viel Arbeit steckt für euch hinter einer starken Debatte?

Philomena Hausheer: Die praktische Arbeit beinhaltet auch, zu üben für eine gute Konversationstechnik. Ich investiere viel, um mich mit Themen und Argumenten vertraut zu machen. Doch neben der harten Arbeit ist auch der Flexibilitätsaspekt wichtig: agil und locker bleiben!

Julia Ineichen: Da steckt sehr viel Arbeit dahinter, die jedoch auch interessant ist und der allgemeinen Bewusstwerdung dient. Wir sind sehr gut vorbereitet. Ich will mich aber auch reindenken und reinfühlen.

Was ist euch im Alltag beim Debattieren und Diskutieren am wichtigsten, und was stört euch umgekehrt an der Debattierkultur heutzutage?

Philomena Hausheer: Ich will weniger debattieren und mehr diskutieren. Einen Kompromiss finden, den Schritt zur Lösungssuche machen, Emotionen reinbringen, und damit auch etwas für den Alltag nutzbar machen.

Julia Ineichen: Leute werfen zu oft einfach einander Argumente an den Kopf, statt konstruktiv Probleme anzusprechen und im Gespräch zu bleiben. Persönliche Angriffe und Beleidigungen gehen nicht, das ist keine gute Kultur!



Nachgefragt bei Matthias Gaiser «Ich will Stärken stärken und schlummernde Potenziale rauskitzeln.»


Matthias Gaiser ist Klassenlehrperson auf der 6. Klasse. Er unterrichtet seit 1998 an der Kantonsschule Deutsch, Geschichte und Lernen am Projekt Sprachen. Er coacht die Jugendlichen mit Leidenschaft und viel Erfahrung. 


Was ist Ihnen beim Coaching der Jugendlichen für die Debatten besonders wichtig?

Ich will erstens Stärken stärken und schlummernde Potenziale rauskitzeln. Zweitens jede und jeden sich entwickeln lassen. Drittens Ruhe reinbringen: Wir geben unser Bestes und sollen immer auch Freude haben.

Was ist Ihnen in der Entwicklung der Debattenkultur in den letzten Jahren aufgefallen?

Bei Debatten wird vermehrt Lautstärke und Aggressivität mit Inhaltlichem und wahrer Gesprächsfähigkeit verwechselt. Es werden Slogans proklamiert, statt dass auf aktives Zuhören gesetzt wird. Besonders Politiker prägen oft eine Unkultur, die auf die Gesellschaft übergreift.

Wie schätzen Sie die Chancen der Debattierer der Kantonsschule Beromünster diesmal ein?

Wir haben letztes Jahr beim Regionalfinale in Zug schon ein hohes Niveau erlebt. Die Kantonsschule Beromünster mit ihren neun Protagonisten geht sehr konkurrenzfähig in den Wettbewerb. Wir dürfen uns auf einen Anlass mit hohem Niveau freuen. Das ist ein Privileg - und ein Luxus, das bei uns an der Schule erleben zu dürfen.


Matthias Gaiser coacht die Kantonsschüler, damit ihre Rhetorik auf Wettkampftemperatur kommt.



Interview und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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