Nachgefragt bei Manuela Rast vom Theater Eich: «Svetlana hat mit Trotzki das Geschäftsmodell erweitert ...» (mit Bildergalerie)
Manuela Rast spielte im Stück «Ich weiss vo nüüt!» die etwas überspannte Journalistin Corinne Meienberg, die viel lieber über People Stories als über Politik schreibt. Der «Original-Michelsämter» hatte einige investigative Fragen an sie, die ihre allererste Rolle in Eich spielte. Da sich Journalisten untereinander meist sofort duzen, machen sie hier keine Ausnahme.
Manuela, du hast den «Michelsämter» würdig vertreten im Stück. Wie war das für dich und welche Reaktionen hast du erhalten?
Danke dir für das liebe Kompliment! Ich habe tatsächlich viele Reaktionen und Rückmeldungen erhalten. Ich wurde sehr oft auf den «Michelsämter» angesprochen. Man merkt sehr gut, wie verwurzelt die Zeitung hier in der Gegend ist.
Wie viel Journalistin steckt effektiv in dir?
Vermutlich mehr, als man ahnen würde. Für mich ist guter Content die perfekte Mischung aus Information und Unterhaltung, die eine emotionale Verbindung herstellt und den Leser berührt.
Ich interessiere mich sehr für Menschen und ihre Lebensgeschichten, gerade auch dann, wenn sie nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Dafür muss man Menschen mögen, offen auf sie zugehen und ehrliches Interesse an ihren Geschichten zeigen, und das liegt mir gut. Auch bin ich ständig mit der Kamera in der Hand anzutreffen. Alles wird fotografisch festgehalten und dokumentiert. Ich wäre also schon eine gute Journalistin. Hast du mir soeben ein Jobangebot gemacht? (zwinkert)
Liest du als Surseerin selbst den «Michelsämter»?
Mit Vorliebe lese ich natürlich alle Zeitungen, welche über die TG Eich berichten. Grundsätzlich bin ich ein grosser Fan von lokalen Zeitungen. Ich mag die unabhängige Berichterstattung und die gut recherchierten Hintergrundberichte aus der Region.
Wie ist der TG Eich mit dieser Theatersaison zufrieden?
Wir konnten auch dieses Jahr wieder eine erfolgreiche Theaterproduktion durchführen. Am Mittwoch konnten wir sogar einen Zuschauerrekord feiern, was uns sehr gefreut hat. Das Publikum war auch dieses Jahr äusserst motivierend durch die vielzähligen Lacher und Szenenapplaus während dem Theaterstück. Die Festwirtschaft hat gestartet mit dem legendären Theaterdinner und an der Premiere wieder eine kulinarische Verköstigung garantiert. Dank dem Einsatz aller Vereinsmitglieder und den freiwilligen Helfern hat die diesjährige Theaterproduktion so perfekt funktioniert. Vielen herzlichen Dank an alle!
Was ist Lustiges hinter den Kulissen passiert?
Die Szene, bei der Hugo Pölschterli Spaghetti isst, wollten wir ursprünglich mit Gummibärchen-Erdbeerschnüren proben. Aber ich glaube, Hugo haben diese nicht sonderlich gut geschmeckt. Von da an war er immer mit einer Thermosflasche, die frisch zubereitete, warme Spaghetti beinhaltete, zu den Proben erschienen.
Hast du uns etwas Szenengeflüster?
Man munkelt:
LEO hat sich Hosenträger gekauft und ein Schloss an seiner Balkontüre angebracht.
LILLY duscht nicht mehr mit fremden Männern und schnallt sich neuerdings beim Staubsaugen an.
VALENTIN hat die Kochschürze an den Nagel gehängt und besucht einen Karatekurs.
HUGO und Fido haben sich pensionieren lassen und nun endlich genug Zeit für ihren Morgensport.
BUNDESRAT FREY geht an die Luzerner Fasnacht, völlig inkognito und ohne Entourage, und plant einen Flug zum Mond mit der MIR-Rakete.
CORINNE hat tatsächlich Mike Shiva im Gebüsch entdeckt und schreibt nun eine grosse Homestory über ihn.
OLGA macht nun ein Praktikum als Nagel-Designerin und hat ihre Leidenschaft fürs Kochen entdeckt.
SVETLANA arbeitet als Raketenwissenschaftlerin und hat mit Trotzki das Geschäftsmodell erweitert.
BARBARA ALT übernimmt nächstes Jahr wieder die Regie!
Wann beginnen die Vorbereitungen dafür?
Nach dem Theater ist vor dem Theater. Nach einer kurzen Pause können sich die Spieler an unserer GV in der Spielerliste eintragen. Es werden von einigen Mitgliedern wieder fleissig neue Theaterbücher gelesen, um Mitte Juni die Auswahl zu treffen, sodass die offiziellen Proben im September starten können. Du siehst, die Vorbereitungen sind in wenigen Wochen schon wieder im Gange.
Bist du das nächste Mal wieder dabei?
Auf jeden Fall! Es war eine unglaublich fantastische Zeit. Der kollegiale Zusammenhalt, das familiäre Verhältnis und dass man sich zu jeder Zeit auf jeden Einzelnen verlassen kann, ist einfach grossartig.
Beeindruckend war auch für mich, wie viel Mitspracherecht man bei der Gestaltung und Ausarbeitung der eigenen Rolle hatte. Die Regisseurin Barbara Alt ist sehr einfühlsam auf all unsere Bedürfnisse eingegangen. Für Barbara war es sehr wichtig, dass wir uns auf der Bühne wohlfühlen. Ich bin davon überzeugt, man hat dies auch als Zuschauer gespürt. Ich freue mich jetzt schon wieder auf die neue Theatersaison.
Wenn du mal Zeit hast, würde ich gerne mal mit meiner lieben exaltierten «Redaktionskollegin» eins trinken. Bei Wallimann gibt es immer was, für Redaktionsgspänli ist es gratis ...
Ich lade dich sehr gerne auf meine Kosten ein!
Wenn du mich einlädst, nehme ich natürlich das Teuerste ... Herzlichen Dank für das Gespräch!
Interview und Bilder: Karl Heinz Odermatt