Nachgefragt bei Eugen Burkhard: «Wenigstens im Theater darf ich mal Gemeindeammann sein...»
Im März 1984 leitete Eugen Burkhard die Gründungsversammlung der Theatergesellschaft Eich. Seither ist er als Schauspieler bei der verschworenen Truppe dabei. Dieses Jahr spielt er mit Franz Matter wiederum die Hauptrolle im turbulenten Stück «D'Gedächnislücke» . Der Anzeiger Michelsamt hat ihn nach seiner Motivation und Leidenschaft gefragt.
Geni Burkhard, Sie spielen seit 40 Jahren Theater in Eich. Wie sind Sie zum Theaterspielen gekommen?
Früher gab es in Eich einen Jugendverein, das «Jugendteam Eich». Mit diesem Verein beschlossen wir im Jahr 1978, in Eich die Theatertradition wieder aufzunehmen. Im Januar 1979 wurde dann das erste Stück aufgeführt. 1983 beschloss das Jugendteam, die Theatertradition wieder abzubrechen. Danach führten ein paar verschworene Theaterfans die Tradition weiter und gründeten 1984 die Theatergesellschaft Eich (TGE).
Wie haben Sie die ersten Jahre erlebt? Was war anders als heute?
Als das Theater noch vom Jugendverein organisiert wurde, mussten wir Spieler alles selber machen, also Organisation, Bühnenbau, Festwirtschaft und alles andere. Nach der Gründung der TGE hatten wir dann am Anfang schon über 30 Mitglieder. Viele davon wollten jedoch nicht auf die Bühne, sondern packten überall sonst an, wo es etwas zu tun gab. So können die diversen Aufgaben optimal verteilt werden.
Gibt es spezielle Anekdoten aus 40 Jahren?
Solche gäbe es unzählige, alle zu erwähnen würde eine ganze Seite füllen (lacht). Speziell war jedoch vor zwei Jahren, als wir einen Tag vor der Premiere coronabedingt alles absagen mussten und das Stück «Im Meischter sini Geischter» ein Jahr später zur Aufführung brachten.
Wie haben Sie in vier Jahrzehnten die Spannung und Motivation fürs Theaterspielen hochgehalten?
Ich habe einfach Freude am Theaterspielen. Es macht Spass, einmal in eine andere Rolle zu schlüpfen und mit einem motivierten Ensemble dem Publikum einen vergnügten Abend zu bieten. Es macht auch immer viel Freude, mit Leuten, die 30 bis 40 Jahre jünger sind als ich, zusammen an einem Projekt zu arbeiten.
Wie verlief die Vorbereitung dieses Jahr aus Ihrer Sicht?
Die Vorbereitungen verlaufen gut. Ich freue mich darauf, wenigstens im Theater einmal Gemeindeammann zu sein (lacht).
Was ist das Erfolgsgeheimnis des Theaters Eich?
Theaterstücke zu finden, die beim Publikum ankommen und diese dann mit einem motivierten Team auf die Bühne zu bringen.
Welche Träume und Sehnsüchte haben Sie noch in Bezug auf die Theaterzukunft und auf Ihre persönliche Zukunft?
Ich hoffe, dass unsere Theatergesellschaft weiterhin auf der gewohnten Erfolgswelle bleiben darf. Ich persönlich würde gerne einmal ein Freilichttheater oder ein Theater in einer anderen Umgebung, zum Beispiel in einer alten Scheune oder ähnlich, aufführen. Wer weiss, was die Zukunft bringt...
Interview und Bild: Karl Heinz Odermatt