«Nach-Wuchs» für die Waldkathedrale
Vergangene Woche wurden im Schlössliwald Beromünster zwei junge Rosskastanien gepflanzt, die in der Baumschule Stadtgrün Luzern herangezogen wurden. Die eine bildet den Eckpfeiler des aus Bäumen bestehenden Kirchenschiffes an der nordöstlichen Seite, die andere ist Ersatz für einen im vergangenen Sommer geschändeten Baum.
Sie ist eine lebendige Architektur, die Waldkathedrale in Beromünster. Und sie ist den Launen der Natur unterworfen. Aber leider nicht nur dem Klima und der Witterung, sondern auch dem Leichtsinn gewisser Menschen. So wurde im vergangenen Juni eines Nachts an der Ostseite des denkmalgeschützten Naturbauwerks eine stattlich herangewachsene, vor zehn Jahren im Rahmen einer Erneuerungsaktion gepflanzten Kastanie mit bereits 30 Zentimeter Umfang, auf Brusthöhe einfach abgehackt. Die Täterschaft konnte nicht ermittelt werden, aber dass diese Lücke sofort wieder geschlossen werden musste, war für Förster Robert Suter klar.
Nur gut, dass die Waldkathedrale «Kinder» hat. Vor rund zehn Jahren hat Baumschulist Franz Koch, Leiter der Baumschule Stadtgrün Luzern, Kastanien vom Schlössliwald gesammelt, gepflanzt und herangezogen. Damit sichert er in Luzern wortwörtlich den «Nach-Wuchs» der denkmalgeschützten Baum-Architektur von Beromünster.
Ende Oktober fuhr nun ein grosser Lastwagen im Schlössliwald auf und brachte zwei Bäume mit dicken Ballen. Chauffeur Peter Forster platzierte sie mit dem Hebekran an die richtigen Stellen, wo sie zusammen mit Förster Robert Suter und Baumschulist Franz Koch, sowie Markus Wandeler und Martin Wicky vom Chorherrenstift St. Michael, gepflanzt wurden. Mit dabei war auch Lena, die vierjährige Tochter des Chauffeurs. Mit grossen Augen beobachtete sie, wie die Bäume hoch über ihr durch die Luft gehoben wurden. Wenn die jungen Rosskastanien zu grossen Bäumen herangewachsen sind, wird auch sie als erwachsene Frau an ihnen vorbeispazieren können.
Text und Bilder: uke