Märkte im Flecken 2024: «Mit Mut und Wagnis von Neuerungen nicht zurückschrecken»
Der «Michelsämter» hat die Entwicklung des Marktwesens im Flecken immer schon mit viel Interesse verfolgt. Deshalb hat er dem Marktchef Alfons Röthlin auf den Zahn gefühlt und ausgelotet, was Alfons Röthlin für die Märkte 2024 beabsichtigt und was ihn sonst noch umtreibt.
Alfons Röthlin, seit vier Jahren betreuen Sie nun das Marktwesen im Flecken. Was hat Sie in dieser Zeit am meisten gefreut?
Das ist eine ganze Menge: Zuerst die tolle Einführung von Liselotte Schüpfer als vorherige Marktchefin und die volle Unterstützung von Lukas Steiger als Gemeinderat. Dann auch die enormen Dienstleistungen von Seite des Werkdienstes, der Polizei, der Feuerwehr und dem Verkehrsdienst. Und jetzt – nach der Einführung der neuen Gemeindeordnung – die enge, konstruktive Zusammenarbeit mit Meline Stalder vom Gemeindehaus. Dann die Zusammenarbeit mit dem «Anzeiger Michelsamt» und die umfassenden Berichterstattungen. Die stete Bereitschaft und Unterstützung von Frau Sabrina Schacher von der St. Michaels-Apotheke für das Zurverfügungstellen der Parkplätze. Ein Highlight war die Chilbi 2023 mit dem Gottesdienst auf dem Luna-Park-Areal.
Ich bin dankbar für die Kompetenzen, für die Verantwortung als Marktchef und ich schätze die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den entsprechenden Abteilungen.
Welche Herausforderung haben Sie in dieser Zeit zuerst unterschätzt?
Ganz klar das eigentliche Marktgeschehen, resp. die Ratlosigkeit und dann das doch häufige, teils auch kurzfristige Ausfallen der Märkte während der Pandemie-Zeit. Dann die teils gegenseitige Konkurrenz, respektive die Rücksichtslosigkeit innerhalb der Marktfahrenden. Geschmerzt hat ganz besonders die Nichtakzeptanz gegenüber den Kleider-Verkaufsständen durch ausländische, meist peruanische Betreibenden. Als Marktchef empfand ich den Umgang dieser ausländischen Marktstandbietenden (Anmeldung, Erscheinen und Marktgebühren) gegenüber mir und auch gegenüber dem Marktgeschehen immer sehr respektvoll und gab nie Anlass für eine Zurechtweisung.
Worauf dürfen sich die Besuchenden der Märkte 2024 im Flecken besonders freuen? Was gibt es an Neuerungen?
Kommunale und regionale Attraktivitäten, die zur Belebung eines Marktes beitragen, sind optimal zu platzieren und haben bei der Standplatzzuteilung absolute Priorität. Ich werde mich bemühen, dass die direkten Geschäftszugänge zu den örtlichen Verkaufsgeschäften besser oder grosszügiger freigehalten werden. Das schaffte ich bislang nicht, die notwendige Aufmerksamkeit im jeweiligen Morgenrummel mit Marktstandabsagen und Umplatzierungen ging unter.
An den verschiedenen Märkten zählen wir teilweise auf Top-Marktstände mit Top-Artikeln. Diese sind zu fördern und möglichst in der Anzahl zu erweitern.
Angenommen, Sie haben drei Wünsche frei bei einer lieben Fee. Welche Wünsche haben Sie an die weitere Entwicklung des Marktgeschehens in Beromünster?
1. Lebendigere Märkte durch regionale Verkaufsgeschäfte, Organisationen, Vereinen und Persönlichkeiten mit entsprechend genügenden Parkplätzen.
2. Offener sein für Veränderungen und Anpassungen, trotz neuen, individuellen Abläufen und vielleicht auch kleinem Mehraufwand.
3. Einfach ideales Marktwetter wie am Kathrine-Märt 2022. Nebst den vielen Besuchenden war auch das Wetter der Hammer. Da fühlte ich mich am Abend total zufrieden, fast alles war richtig, es war einfach hammermässig.
Hat der Marktchef von Beromünster eigentlich auch Sorgen und Nöte?
Das ist sicher gegenseitig – auch ich kann ein Sorgen-Verursacher sein und ich bin es sicher auch ab und zu. Dennoch – mein oberstes Ziel ist und bleibt: gute Marktstände und ganz besonders zufriedene Marktbesuchende.
Ob bei den Marktfahrenden oder vor Ort – ich vermisse manchmal einfach ein konstruktiveres Miteinander, gegenseitiges Verständnis und ein Vorwärtsgehen, verbunden mit Neuerungen und Anpassungen. Bereitschaft und Engagement mit Taten zu Gunsten der Sache, zu Gunsten der Märkte im herrlichen Flecken.
Was wollten Sie schon lange mal loswerden, wurden aber noch nie gefragt?
Nach 32 Jahren vollem Engagement und Integration in der Luzerner Riviera musste ich als Neuankömmling hier im Michelsamt den Weg als Neu-Zugezogener erfahren, erlernen und teilweise auch akzeptieren. Rückblickend – als Neuzugezogener ein derartiges Amt wie der Marktchef übernehmen - ich würde den Weg nicht mehr machen.
Ich durfte in diesen Jahren von einigen Marktbesuchenden wie auch von Marktfahrenden Lob und Anerkennung ernten. Ich habe aber auch einige Kritik – offen oder anonym – erhalten. Erleichtert wirkte meine jahrzehnte lange «Weisheit», dass ich nur von Personen kritisiert werde, die an mir oder an der Sache interessiert sind. Oder kritisiere ich je einen Menschen, an dem ich kein Interesse habe? Ich freue mich wie immer total auf die Märkte im neuen Jahr.
Märkte 2024 im Flecken:
Interview und Bilder: Karl Heinz Odermatt