Monsunfluten in Südasien – Nothilfe für die Opfer der Überschwemmungen
Der Klimawandel hinterlässt überall auf der Welt seine Spuren. In vielen Regionen der Welt ist es monatelang zu heiss und zu trocken. In Südasien das pure Gegenteil: Bereits zum zweiten Mal erreicht uns diesen Sommer ein Hilferuf wegen fataler Überschwemmungen. Don Bosco Jugendhilfe Weltweit hilft zusammen mit den Salesianern Don Boscos.
Im Juli meldeten sich die Salesianer Don Boscos aus dem südindischen Andhra Pradesh. Dort ist der Fluss Godavari nach heftigem Monsunregen über die Ufer getreten – rund 60 000 Menschen mussten evakuiert werden und sind in Not. Das Dorf- und Arbeitsleben steht still. Sie brauchen dringend Essen, Hygieneartikel und trockene Decken.
Im August folgte der zweite Notruf – aus Pakistan. Die Situation ist unvorstellbar. Eine Fläche, die sechs Mal so gross wie die Schweiz ist, steht unter Wasser. Rund 33 Millionen Menschen sind von den zerstörerischen Wassermassen des sintflutartigen Monsunregens betroffen. Sie mussten entweder fliehen oder mitansehen, wie ihr Hab und Gut beschädigt oder gar weggeschwemmt wird. Das Elend ist gross.
Der Monsun beschreibt eine weiträumige Luftzirkulation, bei der sich die Hauptwindrichtung zweimal jährlich drastisch dreht und das Klima zwischen Trockenzeit und Regenzeit wechseln lässt. Der Sommermonsun bringt in Südasien die Regenzeit. Sie beginnt etwa im Juni und ist im Normalfall sehr willkommen, da Natur und Landwirtschaft nach dem eher trockenen Wintermonsun meist dringend Wasser benötigen. Bis September oder Oktober fallen mehr als 80 Prozent der jährlichen, wichtigen Regenfälle. Leider geschieht es jedoch immer wieder, dass der Regen zu lange zu stark ist. Irgendwann kann die Erde nichts mehr schlucken: Wasserpegel steigen, Flüsse und Seen treten über die Ufer. Wasser wird vom Segen zum Fluch. Reissende Fluten zerstören Häuser, Brücken, Strassen und Felder. Menschen müssen alles aufgeben und fliehen. Wo sollen sie hin? Ganze Regionen werden von der Umwelt abgeschnitten, haben keinen Strom mehr und den Bewohnern fehlt es an Trinkwasser, Lebensmitteln und sicheren Unterkünften. Der Monsunregen in Pakistan hat früher als normal eingesetzt und ist 2,87 Mal höher als der nationale 30-Jahres-Durchschnitt. Gewisse Provinzen leiden sogar unter der mehr als 5-fachen Wassermenge! Die Fluten betreffen fast das ganze Land. 33 Millionen Menschen sind von den Überschwemmungen betroffen. Das heisst: Fast jeder siebte Pakistaner musste diesen Sommer flüchten oder hat sein Hab und Gut verloren. 218 000 Häuser wurden zerstört und 452 000 weitere Gebäude (darunter 17 566 Schulen) beschädigt, fast 1000 Menschen und 794 000 Nutztiere sind ertrunken, 809 000 Hektar Landwirtschaftsland sind beeinträchtigt. Ernten gingen verloren, Saatgut kann nicht gesät werden. Es gibt Erdrutsche. 3000 Kilometer Strassen und 145 Brücken sind nicht passierbar und machen die Situation noch verheerender. Seuchen drohen – der Zugang zu Medikamenten und ärztlicher Betreuung ist teilweise unmöglich.
Die Salesianer Don Boscos sind seit 1992 im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh und seit 2015 in Pakistan tätig. Sie kennen die lokalen Verhältnisse: die Gegend, ihre Bevölkerung, ihre Bedürfnisse und die lokalen Strukturen. Sie pflegen langjährige Kontakte zu wichtigen Behördenvertretern und Unternehmern, besitzen das Vertrauen der Bevölkerung und wissen, wo der Bedarf am grössten ist. Das sind die besten Voraussetzungen, um bei Naturkatastrophen schnell und effizient Nothilfe leisten zu können. Das ist jetzt der Fall: Die Überschwemmungsopfer benötigen sofort Unterstützung. Die Salesianer Don Boscos sind schon vor Ort und können schnell Hilfe bieten. Sie klären ab, was gebraucht wird, organisieren und begleiten die Verteilung. Sie stehen den Menschen zur Seite, spenden Trost und machen Mut für den Neuanfang.
Spendenkonto Postfinance: Vereinigung Don Bosco Werk – Jugendhilfe Weltweit
CH06 0900 0000 6002 8900 0, Vermerk INH 22-045 Südasien
Das ist die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit:
Die Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos wurde 1859 von Giovanni Bosco in Turin gegründet. Dort bekämpfte er erfolgreich die Not der benachteiligten und ausgegrenzten Jugendlichen. Seine Erziehungsmethode des Vertrauens und der Vorsorge ist heute noch aktuell. So arbeiten zurzeit 14 250 Salesianer Don Boscos in über 130 Ländern der Welt, vor allem für die ausgestossene und verlasse-ne Jugend. Ebenso viele Don Bosco Schwestern widmen sich weltweit dieser Aufgabe. Die von der Jugendhilfe Weltweit unterstützten Projekte der Salesianer Don Boscos umfassen eine breite Palette: Strassenkinderprojekte, Schul- und Berufsbildungsstätten, Bekämpfung der Armut, Frauenförde-rung, aber auch Landwirtschaftsprojekte, mit denen wir dazu beitragen, dass die Menschen in ihrem Le-bensraum bleiben und nicht ins Elend der Grossstädte abwandern.
Text: Katharina Kocherhans, Bilder: zvg