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Mit Speck fängt man Mäuse

Initiativen tragen fast immer einen schönen, verführerischen Namen. «Ja zur Freihalte- und Grünzone» auf der Schlössli Höchi tönt verlockend. Und fast immer kämpfen Initianten mit falschen und irreführenden Argumenten getreu dem Sprichwort: «Mit Speck fängt man Mäuse». Auch in Beromünster gingen die Initianten mit sehr zweifelhaften Argumenten beharrlich von Tür zu Tür und sammelten Unterschriften. Dabei haben sie beispielsweise nie gesagt, dass es sich bei dieser willkürlichen Auszonung von Bauparzellen, für die bereits ein behördlich genehmigter Gestaltungsplan besteht, mit Sicherheit um eine materielle Enteignung handelt. Die Folge einer Annahme wäre für die Gemeinde die Zahlung eines hohen Millionenbetrags als Entschädigung. Eigentlich ist es erstaunlich, dass der Gemeinderat die Initiative mit dieser Gewissheit für gültig erklärt hat. Aber jetzt, wo die Folgen einer Annahme ans Licht rücken, spüre ich in meinem Umfeld, dass die Zustimmung zur Initiative schwindet. In der Publireportage im Anzeiger Michelsamt vom 12. Januar 2023 werben die Initianten mit einem verklärten, nostalgischen Blick in die Vergangenheit für ein «Ja». Auf ihrem Initiativbogen wischen sie alle Entscheide der Gemeinde zur Einzonung und zum bereits bewilligten Gestaltungsplan vom Tisch. Sie wollen uns Stimmberechtigten weismachen, dass wir das alles ziemlich gefahrlos ausblenden können. Das ist höchst gefährlich, weltfremd und auch unschweizerisch. Schenker + Schenker AG hat die Parzellen im guten Glauben als Bauland erworben. Die Firma plant seit 10 Jahren eine Überbauung, die sich harmonisch in die bebaute Umgebung einfügt. Der Gestaltungsplan wurde über viele Instanzen geprüft, optimiert und letztlich bewilligt. Niemand von uns möchte, dass ihm im letzten Moment ohne übergeordnetes öffentliches Interesse alles weggenommen wird. Das würden wir zu Recht als dreisten Diebstahl empfinden. Es leuchtet ein, dass Beromünster allein für die Entschädigung des Baulandes mit genehmigtem Gestaltungsplan eine hohe Millionenentschädigung zahlen müsste. Es beruhigt mich, dass sich auch der Gemeinderat der grossen Gefahr einer Annahme bewusst ist. Ich empfehle ein klares NEIN zu dieser unverantwortlichen Initiative.

Heinrich Estermann, Gunzwil




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