MG Schwarzenbach: «We are back!» – und wie!
Es freut uns sehr, endlich wieder zu musizieren», schrieb die Musikgesellschaft Schwarzenbach auf ihrer Homepage und kündigte für den vergangenen Freitag und Samstag ihr Jahreskonzert in der Mehrzweckhalle an unter dem Motto «We are back». Der Redaktor hatte schon den ganzen Tag «Backstreet’s back alright» in den Ohren und freute sich mit: Endlich gab es wieder Brass-Band-Sound «live» vom Feinsten zu geniessen. Die 240-Seelen-Gemeinde Schwarzenbach darf mit Fug und Recht als hochmusikalisch bezeichnet werden. Dirigent Louis Schibli wurde nach vier Jahren verabschiedet und noch einmal gefeiert.
Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten. Die Musikgesellschaft, die sich 2018 neuuniformiert hatte, tut dies bereits im 63. Jahr. Der Auftakt des Konzerts wurde bestritten durch das Blechbläserensemble Fortepiano der Musikschule Michelsamt. Die jungen Musiker sagten sich selber an und begeisterten durch Spielfreude und gute Abstimmung untereinander. Der Leiter des Ensembles, Benjamin Wey, setzte sich für das letzte Stück des Sets ans Schlagzeug, und die jungen Musiker konnten weitere Facetten ihres Könnens zeigen.
Die Magie der Welt der Löwen
Dann kamen die «Grossen». Es wurde von Beginn weg hervorragende Blasmusik geboten. Das zweite Stück «Lions of Legends» ragte heraus, was Volumen und Dynamik betrifft. Die Symbolik und Magie der Welt der Löwen wurde hervorragend umgesetzt. Aus dem Kollektiv ragten immer wieder die ausgezeichneten Einzelspieler heraus, die mit kleinen Soli und oder speziellen Einwürfen den «Schwarzenbacher Brass-Band-Sound» bereichern. Besonders beeindruckte das Wechselspiel von wuchtigen Passagen zu zurückhaltend gespielten Elementen. Die Stücke wurden von Luca Boog gekonnt und locker anmoderiert. Präsident Daniel Kottmann richtete sehr persönliche und gut gewählte Worte ans Publikum. Es wurde dem beim Musizieren verstorbenen ehemaligen Präsidenten Daniel Galliker gedacht, der bestimmt vom Himmel aus Freude am Konzert hatte.
Power of Brass Band Sound
Dirigent Louis Schibli, der nun ein Masterstudium im Bereich Biomedical Engineering startet, gab nach fünf Jahren seinen Abschied. Er wurde an der GV 2017 gewählt und tritt per GV 2022 zurück. Er wurde herzlich verdankt; Louis hat grossen Anteil an der Weiterentwicklung des Sounds und der ganzen Musikgesellschaft. Seine Nachfolge wird demnächst bestimmt. Die Solistin Chiara Stocker aus Beromünster begeisterte durch warmen, präzisen Gesang und fügte sich vortrefflich in den Gesamteindruck ein. Sie wagte sich mit der MG Schwarzenbach an anspruchsvolle Stücke: «Think» von keiner Geringeren als «The Queen of Soul» Aretha Franklin sowie «Let it Go» und als Zugabe «The Rose» von Bette Midler, drei ganz unterschiedliche Kompositionen, toll interpretiert. Auch das lüpfige Stück «Urnerbodä Kafi» kam sehr gut an, obwohl naturgemäss Handorgel und Bassgeige fehlten. Natürlich durfte der obligate Marsch am Schluss nicht fehlen, diesmal «The Police Academy March».
Einmaliger Vereinszusammenhalt
Beim persönlichen Gespräch mit Louis Schibli und Daniel Kottmann war der Stolz zu spüren über den einmaligen Zusammenhalt im Verein, das grosse Engagement aller und dass man eine sehr anspruchsvolle Zeit zusammen gut gemeistert hat. «Letztes Jahr war ein gemeinsames Grillieren sowie ein Online-Feierabendbier sehr wichtig, um den Kontakt zu halten», meinte Daniel Kottmann. Louis Schibli sagte: «Es ist hier bemerkenswert, dass so viele in der Musikgesellschaft sind und sogar noch etwas mehr in der Guggenmusik.»
An beiden Abenden war auch für das kulinarische Wohl gesorgt: am Freitag nach dem Konzert und am Samstag schon davor. Es gab eine Tombola und Barbetrieb nach dem Konzert, der rege besucht wurde. Manch schönes Gespräch bei einem Drink rundete den gelungenen Abend ab. Und die Vorfreude auf weitere Konzerte der «Schwarzenbacher» ist bereits geweckt.
www.mgschwarzenbach.ch
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt