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MG Schwarzenbach: Ihnen gehörte diese Nacht!

Klangvoll, wohltuend, und vor allem sehr sympathisch: Das Konzert der MG Schwarzenbach war ein musikalischer Genuss in familiärer Atmosphäre. Schon Aufführung Nr. 1 am Freitagabend war ein toller Erfolg. Die Halle war voll, nur in den vordersten Rängen blieben ein paar Stühle leer. Am Samstag war die Begeisterung nicht minder. 

Auch optisch für eine Überraschung gut: MG Schwarzenbach unter der Leitung von Gil Saaba.

Wer Brass Musik und gute Stimmung mag, war vergangenes Wochenende in Schwarzenbach am richtigen Ort – und wer hinreissende Mundarthits mag, umso mehr. Die MG Schwarzenbach beschenkte ihre Gäste in der Mehrzweckhalle des 200-Seelen-Dorfes mit einer grosszügigen Portion musikalischen Heimatgefühls. Beginnend mit der Spiezer Schlossfanfare legten die 22 blau uniformierten Musiker:innen einen zügigen Start hin, um später mit einschenkenden Mundartklassikern die Herzen ihrer Gäste endgültig zu erobern. Mit überraschenden Tempowechseln wurde etwa der «Sidi Abdel Assar» von Mani Matter interpretiert, berührend und sehr ansprechend ebenfalls «Für immer uf di» von Patent Ochsner mit einem seidenfeinen Cornet-Solo von Simon Vogel. Das Publikum beantwortete die Darbietung mit grossem Applaus und Zuspruchrufen aus dem Saal, ebenso und nicht minder begeistert auch beim «Feyr vo dr Sehnsucht».

Die Musikant:innen beweisen auch Stimm- und Taktgefühl.


Von Kriegern und Spuren im Schnee

Die MG Schwarzenbach bietet aber weit mehr als eingängige Mundartsongs. Bereits das zweite Stück, «The Legend of Hans Roth», zog unter der Leitung von Dirigent Gil Saada das Publikum in seinen Bann. Das von Howard Lorriman komponierte Stück erzählt die Legende eines Bauern namens Hans Roth, der anno 1382 die Solothurner vor den Kyburgern rettete, indem er ihnen die Angriffspläne verriet. Ein paar verkehrt angezogene Schuhe spielten dabei eine entscheidende Rolle… doch man hörte sich die Geschichte am besten gleich selbst an, musikalisch spannungsvoll umgesetzt erst kriegerisch und dramatisch, bis man bald darauf meinte, die Schneeflocken fallen zu hören, und sogar die Schritte des Bauern waren deutlich zu vernehmen. Verfolgung, Flucht, schliesslich ein triumphaler Schluss. «The Legend of Hans Roth» war sicher das anspruchsvollste Werk des Abends und eines, auf das man sich definitiv auch in Zukunft an einem der Konzerte der MG Schwarzenbach freuen kann. Als Solisten dieses Konzerts stachen Simon Vogel am Cornet, Christian Galliker am Saxophon und Philipp Abt an der Tuba heraus. Ebenso Sandra Stadelmann und Daniel Kottmann im Duett.

Seidenfeine Cornet-Klänge auch in Uniform.


Die Nacht konnte beginnen

Präsident Daniel Kottmann freute sich sehr über die grosse Publikumsresonanz, besonders, dass gerade so viele junge Leute den Weg nach Schwarzenbach fanden, sagte er im Anschluss an das Freitagskonzert. Moderiert und neckisch unterhalten wurde man übrigens zwischendurch von drei Frauen der Theatergruppe Schwarzenbach. Optisch gelang der Formation die Überraschung bestens, als sie nach der Pause beim Öffnen des Vorhangs im Edelweisshemd in Erscheinung trat. Wenn dann zum Schluss zu «Üs ghört d'Nacht», dem Mundarthit von Kunz, auch noch die Stimmen der Musikant:innen voll zum Einsatz kamen, war man im Saal restlos begeistert. Zwei Zugaben rundeten das Konzert ab, und dann konnte mit der Festwirtschaft und an der Bar in Schwarzenbach die Nacht erst richtig beginnen.

Endlich wieder komplett

Die MG Schwarzenbach kann nicht über zu viele Mitglieder klagen. Im Gegenteil: Im vergangenen Frühling musste sie mit lediglich 20 Mitgliedern einige Lücken in den Registern verzeichnen, was ihnen auch die Teilnahme am Kantonal Musikfest verunmöglichte. Mit Patricia Semadeni, Manuela Kottmann, Merita Kuhn, Samuel Meyer, Julian Flury und Christian Felder konnten nun aber erfreulicherweise sechs junge Musiker:innen beigezogen werden, wodurch die Formation wieder konzerttauglich komplettiert wurde. Daniel Kottmann, seit 2020 Präsident der MG Schwarzenbach, gab seiner Hoffnung allen Ausdruck, die «Schnuperlis» möchten doch gerne auch künftig bei ihnen bleiben. «Ich hoffe, dass wir noch manchen schönen Moment zusammen erleben können», sagte er sympathisch gewinnend bei seiner Ansprache. «Alles was es braucht, ist Freude an der Musik und Taktgefühl!»


Zwei Damen bringen den Konzertbeginn gehörig durcheinander.
Auch die Moderatorin kann Netty und Lucy kaum stoppen.
Die MG Schwarzenbach bietet einen rundum gelungenen Abend.

Text und Bilder: Ursula Koch-Egli




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