Meine Existenz ist gefährdet
Bei der Abstimmung am 25. September wird über die Daseinsberechtigung meines Muttersauenbetriebes entschieden. Ich habe die letzten 15 Jahre sehr viel Geld in den Betrieb investiert, um nach den Vorgaben der besonders tierfreundlichen Stallhaltung BTS und täglichen Auslauf (Raus) produzieren zu können. Mein Schweinestall geht heute weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus und trotzdem bin ich voll von der Massentierhaltungsinitiative betroffen. Denn die Initiative sieht vor, dass künftig alle mindestens nach den Bio-Richtlinien 2018 produzieren müssten. Das heisst, dass die Saugferkel, welche ein Wärmebedürfnis von über 30 Grad haben, ebenfalls Zugang ins Freie haben müssten. Bereits das stellt mich als fürsorglicher Tierhalter vor grosse Herausforderungen. Doch damit nicht genug. Die dafür notwendigen, baulichen Veränderungen sind auf meinem Betrieb raumplanerisch nicht umsetzbar. Was das heisst: Die letzten Jahre haben sich die erforderlichen Mindestabstände von Tierställen zum Wohngebiet massiv verschärft. So bräuchte ich heute, um eine Baubewilligung zu erhalten, über 200 Meter Abstand zum Wohngebiet, was ich bereits heute bei weitem nicht einhalten kann. Die Befürworter der Initiative behaupten, dass nur 5 Prozent der Tierhalter von dieser unnötigen und schädlichen Initiative betroffen sind. Dies ist irreführend, denn 95 Prozent meiner Berufskollegen, die einen Muttersauenstall betreiben, erginge es genauso. So würden sang- und klanglos Tausende von weiteren Familienbetrieben in der Schweiz verschwinden und unsere Ernährungssicherheit noch mehr in die Hände unserer Nachbarländer gelegt. Aus diesem Grund bitte ich euch, habt Vertrauen in die einheimische Landwirtschaft und stimmt «Nein» zur trügerischen Massentierhaltungsinitiative.
Christian Muff, Schongau