Mehrdimensionales Abtanzen auf allen Flächen
Vom vergangenen Samstag auf Sonntag ging «z’Gonzbu» die 13. Sänderparty über die Bühne, organisiert vom Verein Landessender Jugend. Elektro Dance, House Floor, Charts und Ländler ... eine Nacht zum Durchfeiern. Rund 2500 Eintritte wurden gezählt.
Zusammen mit 2500 Nasen in ein Festareal geschleust zu werden, bedarf ein wenig Geduld. Kein Problem für Nico Dörig aus Hildisrieden. Er stand um 23 Uhr in der Warteschlaufe und vergnügte sich schon dort. «Es war lustig, schon vor der Ausweiskontrolle und Kasse habe ich viele Leute gekannt», meint er. Und wer sich noch nicht kannte, lernte sich eben beim Anstehen kennen, so kam schon locker Partystimmung auf, bevor sie begann.
Nico gefällts
Einlass zur Sänderparty ins gross- und mehrdimensional aufgebaute Festareal auf der Linden gab es ab 16 Jahren. Altersmässig kunterbunt und nach oben unbegrenzt, stach aber ein «ü30» aus der Menge bereits heraus. Dem 19-jährigen Nico gefiels überall. «Es hatte diverse Bars und das Kafizelt war auch schön voll. Die Stimmung war sehr gut!» In der Halle ging es vorne mit Tanzen richtig ab, im hinteren Bereich war eher die Shot-Bar gut besucht, gemäss Nico, wobei dieser sich bevorzugterweise in eben diesem Bereich aufhielt. Glück hatte, wer Ausdauer beweisen wollte: Mit der Zeitverschiebung um eine Stunde zurück, liess es sich ausgiebig feiern und dennoch eine Stunde eher nach Hause gehen. Was in Nicos Fall etwa «haubi drü» war. Sein Kollege aber habe «gäbig» ausgehalten bis morgens um halb fünf. Es sei «amigs scho no loschtig», so Nico, «du hast einfach Spass mit denen, die du gerade antriffst!»
Eveline organisiert
Die Sänderparty von Gunzwil, organisiert vom Verein Landessender Jugend: ein Riesenaufwand für ein paar Stunden Abfeiern – der sich lohnt. Die Beliebtheit des Anlasses spricht für sich. Zum 13. Mal ging er am vergangenen Samstag auf Sonntag auf dem Lindenareal über die Bühne. OK-Mitglied und Mediensprecherin Eveline Furrer: «Wir sind sehr zufrieden. Die Eintrittstickets ausverkauft, die Erwartung der Besucheranzahl hat sich bestätigt. Nennenswerte Zwischenfälle gab es keine.»
Helfer machen durch
Der Verein war mit über 80 Personen plus zusätzlichen Helfern als Grossaufgebot im Einsatz. «Es brauchte jeden! Alle waren an der Party im Einsatz. Nur ein Teil ging kurz schlafen, die andern ‹machten durch›», sagt Eveline Furrer. Am Sonntagmorgen um acht dann ein gemeinsames, stärkendes Frühstück – und schon gings unter Hochdruck weiter an die Arbeit gemäss Aufräumplan. «Eindrücklich, wie lange der Aufbau braucht, und wie schnell dann alles wieder weg ist!», sagt eine etwas strapazierte, aber zufriedene Vizepräsidentin, wie alle von der Landessender Jugend, die diesen Montag wohl gerne etwas früher schlafen gingen.
Gabriel ist zufrieden
Auch Vereins- und OK-Präsident Gabriel Schmidlin war nach dem 34-stündigen Mammuteinsatz noch nicht allzu früh erreichbar. Für den Michelsämter resümiert er: «Wir sind sehr zufrieden. Auch die Stimmung war angenehm. Es macht wirklich ‹rüüdig Freud›! Wir haben geniale Mitglieder, die immer vollen Einsatz geben für unsere Sänderparty. Das macht richtig Freude und motiviert einen jedes Jahr aufs Neue.» Am Sonntagnachmittag punkt 17 Uhr ist der Platz jeweils wieder sauber und geräumt. Der Erlös aus der Sänderparty, so Gabriel Schmidlin, kommt den Vereinsmitgliedern für die geleisteten Arbeitsstunden zugute, etwa in Form eines Skiweekends oder eines Sommerausflugs. Das grosse Gemeinsame scheint die Landessender Jugend zu verbinden. Der Verein wurde 2011 gegründet, damit die Sänderparty in dieser Form durchgeführt werden kann. Eine solide Sache.
Text: Ursula Koch-Egli, Bilder: Levin Willimann
Rückblick. Die Ruhe vor dem Sturm: Am Samstagnachmittag um drei ist alles noch still. Die gewaltige Infrastruktur auf dem Lindenareal steht bereit.
«Es ist cool, was wir zusammen auf die Beine stellen können!», sagt Eveline Furrer vom OK Sänderparty. Sie führt die Anwohner durch das gross aufgebaute, abgesperrte Gelände rund um die Lindenhalle in Gunzwil.
Seit einer vollen Woche ist man hier am Vorbereiten. Das erstaunt nicht, wenn man die Dimensionen sieht. Mit Sperrgitter abgeteilte Zugangsschlaufen, Kontrolle, Kasse, Garderobe. Dann rein ins Abenteuer: der dreistöckige Turm mit grosser Leuchtschrift mitten auf dem Platz. Eine Treppe führt zur Kafistube, ein Weg zur Wasserfall-Shotbar, einer in die Halle wo gross abgetanzt wird. Der Feuerwehr-Check fand am Nachmittag statt.
OK-Präsident Gabriel Schmidlin, die Hände in den Hosentaschen, steht gelassen da, als gäbe es nichts Lockereres auf der Welt. Es ist die 13. Sänderparty, die heute Abend über die Bühne geht. Man wünscht sich, dass es allen gefällt, und natürlich, dass es keine Zwischenfälle gibt. Kribbeln und Spannung liegen in der Luft. «Es ist unser Highlight, unser Fest», sagt Eveline Furrer lächelnd. Elektro Dance, Charts, House Floor und Ländler ... heute Abend wird es laut. Eine Nacht zum Durchfeiern.
Bilder: Ursula Koch-Egli