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Mehr als nur Brot teilen

Dieses Wochenende wird in vielen Pfarreien Erstkommunion gefeiert, am Weissen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern. Die neun- bis zehnjährigen Kinder haben sich während Wochen und Monaten auf das Sakrament vorbereitet. Sie freuen sich darauf, zum ersten Mal miteinander am Altar das Brot des Lebens zu teilen. Die Erstkommunionkinder haben im Verlauf ihres Vorbereitungsweges auch erfahren, dass dabei mehr als nur Brot geteilt wird. Die zum Feiern versammelte Gemeinschaft besteht aus den unterschiedlichsten Menschen. Sie bringen alles mit, was sie erlebt und erfahren haben, was sie gerade beschäftigt. Einer hat vergangene Woche eine neue Arbeitsstelle bekommen, die Nächste hatte einen Unfall. Ein Kind hat eine schwierige Prüfung gemeistert, ein anderes einen wichtigen Fussballmatch bestritten. Jemand hat einen Angehörigen verloren, andere sind gerade Grosseltern geworden. All dies trägt die «Teil-nehmer-schar» in die Kirche. Ihre Freude und ihr Leid, ihre Wünsche und Bitten, ihre Sorgen und Nöte, ihre Dankbarkeit und ihren Kummer, ihre Begabungen und ihre Schwächen – ihr ganzes Leben. Und wie bei jeder Tischgemeinschaft, teilt man nicht nur das Mahl, sondern auch das im Alltag Erlebte miteinander. Man teilt sich mit. Nimmt «An-teil» am Leben des Gegenübers. Teilt miteinander das Leben. Sogar die Liebsten, die nicht mehr am Leben sind, gehören am Esstisch wie am Altar dazu. Man teilt miteinander die Erinnerungen an die lieben Verstorbenen, spricht von ihnen, denkt an sie. Sie sind ein Teil der Tischgemeinschaft geblieben. Wenn die Kommunionkinder dies alles im Teilen des heiligen Brotes erleben dürfen, sind sie Teil der Gemeinschaft – der «Communio». Deren Mitte ist Jesus selbst. Er selber teilt sich mit im Brot des Lebens.

Christa Wandeler-Wey, Katechetin





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