Medienvielfalt mit Qualität ist gefordert
Die SRG hat Stärken. Auf die muss man sich besinnen bei der Initiative über die wir am 8. März abstimmen. Man sollte mit sich selbst klären, welche Ansprüche man an die SRG stellt. Hilfreich dabei ist Pro und Kontra aus der Distanz zu betrachten und zu relativieren. Dies kann der Grund sein, für einen Perspektivenwechsel.
Da und dort wird die SRG als tragendes Element zur Sicherung von Demokratie beschworen und existenziell zu sein für unseren Föderalismus, als wäre die SRG-Institution der Nabel der Welt. Demokratie ist aber komplizierter. Vielleicht muss man sie besser erklären, statt die Erklärungen vom SRG-Team einzufordern. Politiker können kaum eine Zukunft ohne Medien vorstellen. Verständlich, obwohl die Menschheit die längste Zeit ohne Massenmedien unterwegs war – und vielleicht wird sie dereinst wieder sein.
Arena und Co. bieten ideale Plattformen wo sie ihre Vorstellungen mit wenig Tiefgang gehässig drauf los predigen können. Was ist aber die Essenz der Befürworter ihrer Motivation zur Initiative? Die Gebühr, zu teuer. Wichtiger wäre von den SRG-Verantwortlichen zu prüfen, ob das Produkt überhaupt noch gefragt und zeitgemäss ist – vor allem die Qualität, sie ist zu seicht. Sie vermisse ich. Dazu hatten sie genügend Zeit gehabt. 15 Jahre, um erforderliche Strukturen anzupassen. Da hapert’s. Da sehe ich Risse zwischen der SRG-Leistung und Konsumenten des Mediums. Die Chancen wurden verschlafen. Ich bedauere das.
Sind es jetzt also die 200 Franken die das Fass zum Überlaufen bringen? Vielleicht. Dabei wird vergessen: der politische Wandel, der derzeit den Kern der westlichen Demokratien aushebeln will, ist kaum abwendbar. Wir müssen uns neuen Realitäten stellen. Darum schätze ich Medien die mit Hintergründen über etwas berichten, das ich noch nicht weiss oder eine Meinung vertreten, die kontrovers zu meiner eigenen ist. Es lohnt sich nur noch der Konsum von Medien mit konstanter Qualität anzuschauen oder eine raschelnden Zeitung in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Manfred V. Urech, Sankt Erhard