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Sport | Gunzwil

«Man soll sehen, dass Gonzbeler auf dem Platz stehen»

Der verpasste Aufstieg liegt noch nicht lange zurück und bereits beginnt am kommenden Wochenenende die neue Meisterschaftssaison. Der FC Gunzwil steigt mit einem neuen, doch bekannten Trainer in die Saison. Es ist bereits das dritte Engagement von Sandro Kramis beim FC Gunzwil. Das letzte verbindet man mit dem Durchmarsch von der 3. Liga praktisch direkt in die 2. Liga interregional. Im Interview blickt der Erfolgstrainer zurück und voraus.

Sandro Kramis, am kommenden Samstag starten Sie in die Meisterschaft, ist Ihre Mannschaft bereit?

Ich hoffe es. In der Vorbereitung gab es viele Absenzen, 14 bis 15 Spieler waren abwesend. Aber das ist vor der Saison leider üblich, doch gerade als neuer Trainer ist eine geordnete Vorbereitung unter diesen Bedingungen kaum möglich. Man kann die neuen Ideen kaum einbringen, wenn die Spieler nicht da sind. Jene die da waren gaben Gas, insofern bin ich zufrieden.

Gibt es spannende Erkenntnisse aus dem Cupspiel gegen Kerns?

Nicht wirklich. Gegen eine Mannschaft aus der 5. Liga fehlt die Spannung. Im Cup zählt das Resultat und wir haben getan, was wir tun mussten, wir haben gesiegt.

Haben Sie Ihren ersten Meisterschaftsgegner Root analysiert, wie gehen Sie ins Spiel?

Alles Analysieren nützt nichts, wenn man die eigene Leistung nicht bringt. Wir müssen unser Spiel machen, unsere PS auf den Boden bringen, denn die ganze Gruppe ist sehr ausgeglichen. Wir müssen unser eigenes Spiel 95 Minuten durchziehen, wenn das nicht reicht, müssen wir mehr trainieren und besser werden.

Sie sagen absichtlich 95 Minuten?

Ja, man denkt zu oft nach 90 Minuten das Spiel sei zu Ende.

Sie haben Ihr Team neu übernommen, mussten Sie sich noch mit Nachwehen des verpassten Aufstiegs befassen?

Nein, das habe ich bewusst nicht gemacht. Wir blicken nach vorne. Der verpasste Aufstieg zeigt, dass man in der entscheidenden Phase zu wenig gut war. Jeder Spieler muss also besser werden. Damit sind wir in Zukunft gewappnet, sollte sich diese Chance wieder ergeben.

Wie macht man Spieler besser?

Wir müssen an den Schwächen arbeiten. Im Technischen, Taktischen und Läuferischen. Jeder Spieler hat andere Schwächen, die gilt es zu erkennen und der betreffende Spieler muss dann auch daran arbeiten wollen. Schwächen bloss zu erkennen nützt nichts.

Sie haben Ihr drittes Engagement beim FC Gunzwil. Was lässt Sie immer wieder ins Michelsamt zurückkehren?

Ich habe hier von Kindsbeinen an das Fussball-ABC gelernt und Bekannte von damals sind heute Eltern der Spieler. Das macht es speziell. Wir wollen den Weg mit Einheimischen gehen. Der Trainer ist ein Einheimischer, der Assistent und auch die Spieler. Ich möchte gerne etwas dazu beitragen einen Schritt vorwärts zu kommen.

Hat das Team Eigenheiten, welche die Jahre überdauern?

Wir Gonzbeler geben alles im Spiel und unser Herzblut für den Verein. Die Leute wollen sehen, dass Gonzbeler auf dem Platz stehen. Unser Publikum sind die Familien, die Tanten, Göttis und Onkel der Spieler. Unsere Philosophie umfasst nicht nur unseren Auftritt auf dem Rasen, sondern auch jenen neben dem Platz. Wir gehen nach dem Match nicht sofort nach Hause. Wir stellen uns unseren Fans und hören uns auch ihre Kritik an. Das schweisst zusammen und entfacht Energie. Das sind unsere Prinzipien, an denen wir Woche für Woche arbeiten. Das war schon immer so und ich verlange das auch von den neuen jungen Spielern.

Vor zehn Jahren stand am Ende der Saison der Aufstieg, setzt Sie das unter Druck?

Damals folgte nach dem Aufstieg in die 2. Liga gleich auch jener in die 2. Liga inter. Ich spürte zu Beginn, dass alle denken, jetzt kommen der Trainer und der Assistenz von damals, nun geht alles wie von alleine. Das ist fatal. Wir wissen lediglich was es braucht. Was es braucht ist vor allem, dass jeder Spieler einen Schritt vorwärts machen will. Die Basis dazu ist da.

Dass man mit dem Auftstieg liebäugelt ist ein offenes Geheimnis, welches sind die Knacknüsse auf dem Weg dahin?

Wir wollen Woche für Woche gut trainieren und uns verbessern. Wir wollen das Maximum abliefern. Wenn wir dann nicht gewinnen, sind wir noch nicht da, wo wir sein wollen.

Freuen Sie sich auf die Derbys gegen Hildisrieden?

Ja, es ist super, dass sie aufgestiegen sind. Ich weiss nicht, wie viele Jahre es her ist, dass es solche Derbys gab. Schon die Infrastruktur in Hildisrieden ist eine Herauforderung, es ist sehr eng, man ist dem Publikum noch näher. Wir freuen uns auf diese Spiele und hoffen auf positive Resultate.

Das dauert noch bis im Oktober, hätten Sie das Derby nicht lieber früher gespielt?

Es kann ein Vor-, aber auch ein Nachteil sein. Jetzt würden die Hildisrieder möglicherweise noch den Schwung vom Aufstieg mitnehmen, im Oktober haben sie sich schon an den höheren Rhythmus gewöhnt. So oder so müssen wir unsere Leistung bringen. Man bekommt, was man verdient.

Interview: Martin Sommerhalder




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