Magische Klänge bei säuselndem Wind
Grosser Publikumsaufmarsch am Samstagabend, 13. August, zum Waldkonzert in der Waldkathedrale in Beromünster, welches das Chorherrenstift St. Michael bereits zum zweiten Mal veranstaltete. Zum zweiten Mal verzauberte der Pianist Michael Mahnig die Anwesenden.
Bei säuselndem Wind liessen sich die mucksmäuschenstillen Zuhörer von den Klängen von Michael Mahnig verzaubern. Er spielte zwei grosse Werke der Wiener Klassik. Der Auftakt erfolgte mit Joseph Haydns Klaviersonate Es-Dur, nach einer kurzen Pause erklang die «Appassionata» von Ludwig van Beethoven. Das Konzert dauerte rund eine Stunde und Mahnig spielte beide auswendig. Der Virtuose bescherte dem gross aufmarschierten Publikum, für das die vorhandenen Sitzgelegenheiten kaum ausreichten, ein grandioses Konzerterlebnis. Propst Harald Eichhorn freute sich, das viel mehr Besucher erschienen waren als erwartet. Der bekannte Kraftort, der laue Sommerabend und die wunderbare Musik wird allen in schönster Erinnerung bleiben. «Ein sommerliches Abendgebet» versuchte Eichhorn das Gehörte am Ende in Worte zu fassen. Er bedankte sich bei Mahnig vor dem Publikum, das vor ihm im Halbkreis auf den Stühlen sass, selbst die Ruhebänke, die es dort gibt, waren voll besetzt. Auch mit dem Rücken zum Pianisten liess sich die einzigartige Ambiance geniessen. Einige Kinder hatten es sich auf Decken bequem gemacht, auch sie liessen keinen Laut von sich hören, während die Finger vom Maestro über die Tasten glitten.
«Es ist schon etwas Besonderes vor dem Heimpublikum aufzutreten und ich war schon etwas nervös», so der glückliche Michael Mahnig nachdem er grossen Applaus erhalten hatte. Er ist vor einigen Monaten nach Beromünster gezogen und war vom besonderen Konzertort, der Waldkathedrale, schon bei seinem ersten Konzert vor zwei Jahren angetan. «Ich musste mich aber schon erst an den Wind gewöhnen und den Himmel über mir, als ich am Nachmittag probte.» Genau das sucht er aber auch mit seinem «Classical Music Delivery» namens «Flying Stage». Mehr Nähe, mehr Freiheit, mehr Offenheit, mehr Experiment schreibt er zu seinem Bestreben, Konzerte an besonderen Orten zu spielen. In der Waldkathedrale ist ihm das Experiment grandios gelungen, er erhielt dafür den gebührenden Applaus.