Luzern: Kanton würdigt seine Berufsbildenden
Über 5000 Berufsbildende kümmern sich im Kanton Luzern tagtäglich um die Ausbildung unseres Berufsnachwuchses. Am Montag wurden sie für ihre Verdienste gewürdigt.
«Danke, dass Sie mit Herz und Kompetenz junge Talente begleiten.» Mit diesen Worten begrüsste Michael Bussmann, Leiter Betriebliche Bildung bei der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung (DBW), in der Messe Luzern 270 Berufsbildende im Rahmen des ersten Wertschätzungsanlasses. Mit ihrem Engagement würden diese einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung des Berufsnachwuchses leisten. Daniel Preckel, Leiter DBW, dankte den Anwesenden für ihre Bereitschaft, junge Lernende trotz unterschiedlicher Voraussetzungen erfolgreich zum Berufsabschluss zu begleiten. Der DBW sei es ein grosses Anliegen, die Rahmenbedingungen für Berufsbildende als Schlüsselpersonen der Berufsbildung zu stärken: Zusätzlich zu der kompetenten Beratung durch die Betrieblichen Ausbildungsbera-tenden sollen neu Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote für Berufsbildende entwickelt und weitere Vernet-zungsanlässe organisiert werden, um den Berufsbildenden jene Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie verdie-nen.
Nicht immer freiwillig
Gemäss einer Studie der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) wenden Berufsbildende pro Woche 5 Stunden und pro Jahr bis zu 290 Stunden für die Ausbildung der Jugendlichen auf, wie Bereichsleiter Dominik Studer in seinem Referat aufzeigte. Erstaunlich sei aber vor allem, dass drei Viertel der Befragten diese Arbeit hauptsächlich neben ihrem Hauptjob verrichten. Weiter zeigte Studer auf, mit welch vielfältigen Herausforderungen Berufsbil-dende heute konfrontiert sind. Zu diesen gehöre neben dem Vermitteln von Lerninhalten und dem Lösen von Konflikten auch das Schritthalten mit der Digitalisierung. «Schliesslich erwarten Lernende moderne Lernmethoden, eine effiziente Planung und eine hohe Transparenz» so Studer weiter.
«Keine Angst vor KI»
Die Künstliche Intelligenz (KI) könnte auf dem Weg zu einer noch effizienteren, zeitgemässeren Berufsbildung zwei-fellos helfen. Doch welche Tools passen zum Lehrbetrieb? Und wie lassen sie sich von den Berufsbildenden sinnvoll nutzen? In seinem Referat nahm Andy Abgottspon, Gründer und CTO des Startups «Hazu», den Anwesenden die Angst vor KI. Denn wie die einleitende Umfrage zeigte, nutzen fast alle Anwesenden Chat GPT privat oder in ihrem Berufsalltag, nicht aber in der Ausbildung von Lernenden. Am Beispiel seines eigenen Lernenden Gabriel, Entwickler digitales Business EFZ im 1. Lehrjahr, versuchte Abgottspon aufzuzeigen, wie KI in der Berufsbildung genutzt werden kann.
«Berufsstolz vermitteln»
Die abschliessende Podiumsdiskussion, die von Simon Kopp gewohnt souverän moderiert wurde, beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage, wie KI in den Betrieben aktuell genutzt wird. Bruno Steinger, Inhaber RSK Elektro AG in Sursee, will dem Fortschritt in seinem Unternehmen nicht im Weg stehen. Zentrales Anliegen sei für ihn aber wei-terhin, den Lernenden Berufs- und Betriebsstolz zu vermitteln. «Wenn uns das gelingt, haben wir alle gewonnen», sagte Steinger und erntete dafür Szenenapplaus. Abgottspon seinerseits forderte die Anwesenden auf, offen zu sein für neue Hilfsmittel. Und vor allem solle man den Jungen das Vertrauen schenken, ihre Kompetenzen mit Unterstützung von KI selber zu entwickeln. «Dieses Vertrauen zahlt sich fast immer aus.» Die wichtigste Erkenntnis des Abends: Lehrbetriebe müssen sich nicht nur zur Berufsbildung bekennen, sondern auch die nötige Unterstützung bieten – zeitlich wie finanziell.
Text: Daniel Schwab, Bild: apimedia