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Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband: «Die unnötige Tierhaltungsinitiative schadet viel und nützt nichts»

Luzerner Komitee gegen die Tierhaltungsinitiative: Andrea Gmür, Peter With, Fabienne Bürgisser, Claudia Huser, Damian Müller, Vroni Thalmann-Bieri, Markus Kretz.

Die Massentierhaltungsinitiative spricht das Thema Tierwohl an. In der Schweiz befindet sich das Tierwohl auf einem weltweit einzigartigen Niveau. Viele Gesetze und Verordnungen sichern die Rechte der Nutztiere. Regelmässige Kontrollen auf den Betrieben überprüfen deren korrekte Umsetzung. Somit ist die Initiative mit ihren Anliegen unnötig. Ein breit abgestütztes Luzerner Komitee setzt sich für ein «Nein» ein.

Am 25. September 2022 kommt die Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz» zur Abstimmung. Bundesrat, Parlament und die Landwirtschaft erachten sie als unnötig, weil bereits heute die Schweizer Nutztierhaltung auf einem sehr hohen Niveau ist und das von der Initiative geforderte Angebot in mehr als ausreichendem Umfang zu Verfügung steht. Auf dem Hof der Familie Renggli in Rothenburg erläuterte heute das Luzerner Komitee seine Argumente.

Die Konsument:innen haben bereits heute die Wahl und entscheiden sich leider oft für die günstigeren Produkte. Eine Einschränkung der Wahlfreiheit führe zu mehr Importen und mehr Einkaufstourismus, erläuterte Kantonsrätin Vroni Thalmann-Bieri.

Ständerat Damian Müller erwähnte die Importklausel. Künftig dürften nur noch Tierprodukte aus dem Ausland in die Schweiz importiert werden, welche unter denselben Vorschriften gehalten wurden, wie sie in der Schweiz gelten. Diese Importauflagen seien ein klarer Verstoss gegen unsere WTO-Verpflichtungen. Schlussendlich würden die Vorgaben einseitig umgesetzt und die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe wären mit ihren Produkten noch mehr unter Druck.

Die Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen zum Tierschutz in der Schweiz sei beeindruckend. Das Tierwohl stehe in der Schweiz im Mittelpunkt, dadurch aber auch im Konflikt mit den Umweltauswirkungen und den raumplanerischen Anforderungen. Hier gilt es einen Mittelweg zu finden, erwähnt Kantonsrätin Claudia Huser.

Fabienne Bürgisser ist Tierärztin und weiss, wie es den Schweizer Nutztieren geht. Bestehende Betriebe können sich vergrössern, weiterentwickeln und können durch mehr Mechanisierung und Automatisierung mehr Tiere betreuen, als dies früher möglich war. Das heisse aber nicht, dass das Tierwohl zu kurz gekommen sei. Im Gegenteil, denn die gesamte Branche engagiert sich stark. Grössere Tierbestände bedeuten nicht, dass das Tierwohl leide. Dies bestätige auch eine Studie von Nutztierhaltung Schweiz.

Die Ständerätin Andrea Gmür informierte über die raumplanerischen Auswirkungen. In der Schweiz wird jede Sekunde 1 m2 Fläche verbaut und geht somit der Landwirtschaft als Produktionsgrundlage verloren. Bei einer Annahme der Initiative müssten bereits existierende Betriebe extrem ausgebaut werden, um dieselbe Anzahl Tiere halten zu können. Dies würde weitere wertvolle Flächen beanspruchen. Sie äusserte sich ganz klar gegen eine unnötige Verbauung der Landschaft.

Ein Rückgang der Fleischproduktion in der Schweiz führe zu mehr Importen, denn ein schnell verändertes Konsumverhalten sei nicht zu erwarten. Dies bekräftigte Peter With, Präsident des KMU- und Gewerbeverbandes Luzern. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland sei nicht zielführend, könne nicht überprüft werden und schwäche die Schweizer Wirtschaft. Tausende Arbeitsplätze in der Land- und Ernährungswirtschaft seien gefährdet. Das geforderte Angebot bestehe bereits heute, es wird aber zu wenig nachgefragt. Deshalb sei die Initiative unnötig und müsse abgelehnt werden.

Text und Bild: pd




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