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Luzerner Berufsbildungsgespräche: «Freude an der Arbeit als Schlüssel zum Erfolg»

Was macht unsere Berufsbildung eigentlich so stark? Die Luzerner Berufsbildungsgespräche beschäftigten sich mit dem Thema Leistungsexzellenz und präsentierten ein paar goldene Beispiele.


Die angehende Mediamatikerin Anouk Thalmann wusste als Co-Moderatorin der Luzerner Berufsbildungsgespräche zu begeistern.  Bild: apimedia


«Erfolg durch Lehre»: So lautete der Titel der diesjährigen Luzerner Berufsbildungsgespräche an der Zebi. Was es dafür brauche, fasste der Luzerner Bildungsdirektor Armin Hartmann, in seinem Eingangsvotum in drei Sätzen zusammen. Man müsse erstens Ziele definieren und Massnahmen, um diese zu erreichen. Zweitens müsse man nach Effektivität, Effizienz, Präzision, aber auch nach Innovation streben. Und drittens könne man nur Erfolg haben, wenn man an dem, was man tut, auch wirklich Freude hat. Daniel Preckel, Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, zeigte daraufhin auf, mit welchen Mitteln der Kanton Luzern aktuell Leistungsexzellenz in der Berufsbildung fördert: Mobilitätsprogramme, bilingualer Unterricht, Berufsmaturität, spezielle Projekte und Wettbewerbe jeder Art, um nur einige zu nennen.

«Kein Perfektionismus»

Schwerpunkt der Veranstaltung waren aber die Interviews mit jungen Berufsleuten, die diesen Weg bis zur Leistungsexzellenz erfolgreich gegangen sind. So die beiden Landschaftsgärtner Reto Dali und Samuel Binder, die an den WorldSkills vom September in Lyon Gold gewannen. Vor mehr als 100 Gästen in der Messe Luzern berichteten sie über ihre intensive Vorbereitung, die Herausforderungen im Wettkampf und die grossen Emotionen nach vollbrachter Arbeit. Ihr Erfolgsrezept fasste ihr Experte Lorenz Arbogast in drei Punkten zusammen: «Mentale Vorbereitung, kein übertriebener Perfektionismus und Pflege der Geselligkeit zur Stärkung des Teamgeists.» Zwei Jahre zuvor hatte Bäckerin-Konditorin Vera Stocker bereits WM-Bronze gewonnen. In einem bewegenden Video-Interview erklärte sie, was in ihrem Wettkampf schiefgelaufen war und wie sie letztlich in die Spur zurückfand. Ein Moment, der nicht nur sie noch einmal bewegte, sondern das gesamte Publikum.

«Ein echtes Privileg»

Dass eine Berufslehre auch mit Leistungssport vereinbar ist, zeigt die Karriere von Livio Wenger. Der Eisschnellläufer aus Schenkon, der 2023 in Calgary als erster Schweizer überhaupt eine WM-Medaille in dieser Sportart gewann, entschied sich in jungen Jahren für die Talent School. Diese erlaubt es Sporttalenten, eine KV-Ausbildung zu absolvieren, ohne dass sie dabei ihr Training einschränken müssen. «Ein echtes Privileg, dafür bin ich heute extrem dankbar», sagte Wenger. Unterstützt wurde er in der Lehrzeit auch stark von seinem Praktikumsbetrieb, der Lehner Versand AG. «Wir sind ein sportverrücktes Unternehmen und freuen uns, wenn wir junge Menschen auf ihrem Weg an die nationale Spitze begleiten dürfen», erklärte Lehner-CEO Thomas Meier. Dass eine Berufslehre auch der Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Karriere sein kann, zeigte schliesslich der Werdegang von Pirmin Jung. Nach seiner Lehre zum Zimmermann inklusive Berufsmaturität bildete sich der Seetaler kontinuierlich weiter und ist heute erfolgreicher Holzbau-Unternehmer. 2023 wurde seine Firma mit dem begehrten Prix SVC Zentralschweiz ausgezeichnet. Jung blickte auf seine Lehrzeit zurück und zeigte auf, was diese ihm auf dem Weg zum beruflichen Erfolg gebracht hatte.

Jugendlich und frisch

Moderiert wurden die Luzerner Berufsbildungsgespräche in unerwartet professioneller Manier von zwei talentierten jungen Berufsleuten. Anouk Thalmann und Sven Albisser, Mediamatik-Lernende im 4. Lehrjahr, verliehen dem Event eine angenehme jugendliche Frische. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Shania Ochsner, angehende Bühnentänzerin EFZ an der Musical Factory Luzern. Mit ihrer beeindruckenden Stimme zog sie das Publikum in ihren Bann. «Einfach exzellent, unser Nachwuchs», so das Fazit von Gastgeber Daniel Preckel.


Text: Daniel Schwab, Bild: apimedia




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