Lokales Engagement zum Wohle der Wildbienen
Bienenhotels, Beton, Kiesgruben und dann kommt auch noch die Schule Rickenbach ins Spiel. Was hat aber das Eine mit dem Anderen zu tun?
Erwin Müller-Meyer, Mitinhaber der Müller-Steinag Gruppe, weiss genau was das Eine mit dem Anderen zu tun hat und was Beton und Wildbienen gemeinsam haben: «Wir von der Müller-Steinag Gruppe stellen Sand, Kies und Beton her», so Erwin Müller. «Die Rohstoffe für die Betonproduktion werden in unseren Kiesgruben abgebaut. Schon beim Rohstoff-Abbau gibt es gewisse Gemeinsamkeiten. So werden beispielsweise 82 Prozent der benötigten Sand- und Kiesmenge von der Abbaustelle bis zur Produktion weniger als vier Kilometer transportiert. Dies entspricht grob der Flugdistanz einer Honigbiene, die bis zu sechs Kilometer von ihrem Nest ausfliegt. Kurze Transportwege bedeuten weniger CO2-Ausstoss. Das schont die Umwelt.»
Die Kiesabbauer leisten aber nicht nur mit kurzen Transportwegen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Natur. Bereits während des Rohstoff-Abbaus werden die Kiesgruben durch Fachleute ökologisch begleitet. Dank ihrer Beratung werden in den Gruben ruhige Zonen geschaffen und es entstehen naturnahe Lebensräume für Pionierarten. Das hilft neben den Amphibien auch vielen Insekten und den Wildbienen: Renaturierte Kiesgruben mit grosser Pflanzenvielfalt schaffen hier ganz gezielt Abhilfe. Die vielen Hecken und Magerwiesen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten. Totholz und Steinhaufen bieten vielen Tieren Nistund Unterschlupfmöglichkeiten. Erwin Müller-Meyer sagt: «In unseren Kiesgruben haben wir bereits seit einiger Zeit Insektenhotels platziert, um einen zusätzlichen Beitrag für den Naturschutz und die Artenvielfalt zu leisten. Umso grösser die Freude, dass wir gemeinsam mit der Schule Rickenbach diese schönen Bienenhotels realisieren durften. Diese werden in unseren Kiesgruben in Kulmerau und Schmiedrued, aber auch in der ehemaligen Kiesgrube auf dem Buttenberg, welche heute eine Naturschutzzone mit acht Weihern bildet, aufgestellt.» Die Müller-Steinag Gruppe dankt den Schülerinnen und Schülern und natürlich Lehrer Heiko Halbhuber herzlich. Mit einem Zustupf in die Klassenkasse sollen die fleissigen Bienchen auch belohnt werden. Und mit einem Zwinkern im Gesicht sagte Erwin Müller-Meyer: «Beton ist wie Honig – lokal am besten».
Text und Bilder: zvg