Leserbrief: «Bauland, aber keine Bauzone»: ein Planspiel!
«Beromünster verfügt mit dem bestehenden Zonenplan über genügend Baulandreserven; ein Bedarf für Neueinzonungen von ‹einwohnerrelevanten› Zonen kann nicht nachgewiesen werden.» So steht es im Bericht zur Ortsplanung und im Anzeiger Michelsamt sagte der Ortsplaner: «Es wird kein Quadratmeter zusätzliches Bauland eingezont.» Der neue Zonenplan zeigt ein ganz anderes Bild:
In Beromünster werden insgesamt 33 000 Quadratmeter mehr eingezont als in Schwarzenbach ausgezont. Auch wenn noch ausgezonte Kleinflächen in anderen Ortsteilen mit einbezogen werden, bleiben insgesamt mehr als 30 000 m2 zusätzliche Bauzonen. Wie ist das möglich?
Die Luzerner «Bauzonenbuchhaltung» berücksichtigt nur «einwohnerrelevante» Zonen, also Zonen in denen gewohnt oder gearbeitet wird, als massgebende Bauzonen. Die grossen, für die Umfahrungsstrasse beanspruchten Flächen gelten als Auszonungen. Das Areal für Dreifachhalle und Feuerwehr wird nicht als Einzonung gerechnet, weil dort niemand wohnen wird. So verschwinden Bauzonen, nicht real, auf dem Papier, eine seltsame Methode.
In Beromünster ist das raumplanerisch besonders fragwürdig: ausgezont werden mehrheitlich Restflächen, von denen einige ohnehin nicht überbaut würden; eingezont werden grosse, zusammenhängende, landwirtschaftlich gut nutzbare und im Ortsbild wichtige Freiräume, welche für die geplanten Nutzungen zudem weder geeignet noch erforderlich sind:
– Die Chällermatt ist eine überdeckte Abfalldeponie: ein denkbar schlechter Baugrund für eine Dreifachhalle mit Feuerwehr.
– Der Bifang ist wegen der Lärmbelastung durch die geplante Umfahrungsstrasse weder für Wohnen noch für ein Pflegeheim geeignet.
– Der Sandhübel ist aufgrund seiner Lage als Reserve für öffentliche Zwecke prädestiniert.
– Die Schlössli-Höchi muss aus Rücksicht auf das Ortsbild freigehalten werden.
In Beromünster besteht kein Bedarf für Neueinzonungen. Reduziert auf das Notwendige und geplant mit Rücksicht auf Topografie und bestehende Bebauung braucht eine Umfahrung viel weniger Fläche. Das «Bärgmättli» kann an Ort saniert und erweitert, die Dreifachhalle mit Feuerwehr im Bifang realisiert werden. Das wäre haushälterischer Umgang mit dem Boden!
Hugo Wandeler