Leserbrief zu den Abstimmungen vom 25. September: Mit anderen Augen sehen
Abstimmungsvorlagen können stets aus unterschiedlicher Optik beurteilt werden. So auch, was beispielsweise die Massentierhaltungs-Initiative (MTI) beinhaltet und welche Auswirkungen sie haben würde. Belastet würden die Schweizer Bauernfamilien mit noch mehr staatlichen Auflagen und zusätzlichem Bürokratismus, als gäbe es nicht bereits deren mehr als genug. Wer unsere einheimische Landwirtschaft in Realität kennt und diese nicht so diskreditierend wie die meist branchenfremden Initiant:innen darstellt, wird die agrarische Situation und das hiesige Tierwohl als zeitgemäss und fortschrittlich bewerten. Mit der MTI würde aber auch die Konsumentenschaft betroffen, unweigerlich mit steigenden Nahrungsmittelpreisen. Zudem würden ökologisch unsinnige und fragwürdige Importe zunehmen und inländische Arbeitsplätze in den Ernährungswirtschaft gefährdet. Seien Sie also nicht blauäugig, fair mit unseren Bauernfamilien und stimmen Sie Nein zur Massentierhaltungs-Initiative.
Anders als die Gegnerschaft der AHV-Vorlagen sollten unsere Augen nicht auf partielle Aspekte, sondern auf eine tragfähige und ausgewogene Zukunftslösung und kluge Regelung für die Übergangsgeneration von Rentner:innen gerichtet sein. Zweimal Ja stimmen ist weitsichtig, um dieses segensreiche Sozialwerk auf solider Grundlage weiterentwickeln und baldmöglich ebenfalls die berufliche Vorsorge – namentlich für die Frauen – sozialer zu reformieren.
Ebenfalls mit anderen Augen als die Gegner zu sehen, ist der finanzielle Beitrag an die Garde-Kaserne. Entgegen der fälschlicherweise behaupteten Vatikan-Subvention, fliesst dieser Einwohnerfranken gänzlich an die eigenständige Stiftung im Dienst der ehrenwerten Schweizergarde. Auch hier gilt, sich nicht blenden zu lassen, die Vorlage sachlich zu beurteilen und Ja zu stimmen.
Alois Hodel, Mitte 60+, 6243 Egolzwil