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Leserbrief: Gemeinsam gegen Gewalt und Diskriminierung


Ich habe 22 Jahre meines Lebens im schönen Neudorf verbracht. Ich hatte ein gutes Umfeld und konnte viele bereichernde Momente mit meinen Freund:innen erleben. Trotzdem habe ich mich oft ein wenig anders gefühlt, besonders wegen meiner politischen Ansichten, meiner Lebensphilosophie und meinen Werten. Erst später wurde mir bewusst, was ich alles erleiden musste, nur weil ich eine Frau bin. Die Kommentare, die ich mir anhören musste, waren oft verletzend: «Lach doch mal. Schau nicht so ernst drein. Deine Frisur sieht komisch aus.»  Frauenfeindliche und rassistische Witze wurden häufig erzählt und dabei lautstark gelacht. Es ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, offen über Gewalt gegen Frauen, Diskriminierung und Rassismus zu sprechen, besonders in ländlichen Gebieten. Es geht nur gemeinsam!

Alle zwei Wochen wird eine Frau von ihrem Partner, Ex-Partner oder einem Bekannten  getötet. In diesem Jahr zählen wir bereits 16 Feminizide. Häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind in der Schweiz traurige Realität. Diese Themen werden viel zu oft verharmlost und nicht genug thematisiert. Es ist entscheidend, dass Betroffene den Mut finden, ihre Stimme zu erheben und sich zu wehren.

Tipp: Am 23. November 2024 beginnt die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». In vielen Kantonen finden verschiedene Aktionen statt. Weitere Informationen findet man unter 16tage.ch.

Zusätzlich gibt es in Luzern ein feministisches Streikkollektiv, das monatlich zum Treffen einlädt. 


Lisa Hüsler, Luzern




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