Leiterwechsel Musikschule, Klausurtagung und Lehrermangel
Einmal im Monat berichten die einzelnen Rickenbacher Gemeinderäte und der Geschäftsführer abwechslungsweise über Aktivitäten aus ihrem Tätigkeitsgebiet und informieren auf diese Weise die Bürgerschaft über persönliche Erfahrungen und Eindrücke. Den Juni-Beitrag liefert Anita Habermacher-Furrer, Gemeinderätin Ressort Bildung.
Musikschule Michelsamt-Surental
Wie bereits bekannt und durch die betroffenen Gemeinden genehmigt, fusionieren die beiden Musikschulen «Musikschule Michelsamt» sowie «Musikschule Triengen» auf das Schuljahr 2022/2023 zur «Musikschule Michelsamt-Surental». Leider müssen wir ohne unseren langjährigen Musikschulleiter Enrico Calzaferri in dieses erste gemeinsame Schuljahr starten. Enrico Calzaferri hat seine Kündigung eingereicht und wird ab August Bereichsleiter an der Musikschule Oberer Sempachersee. Diese Aufgabe ergänzt sich für ihn optimal mit seinem Engagement beim Luzerner Kantonal-Blasmusikverband.
In den vergangenen neun Jahren hat Enrico Calzaferri die Musikschule professionell, zuverlässig, engagiert und mit einem immensen Wissen geführt. Sämtliche Umstrukturierungen hat er mit grossem Knowhow und viel Weitsicht begleitet. Auch der bald abgeschlossene Fusionsprozess verlief unter seiner Führung höchst professionell. Recht herzlichen Dank, lieber Enrico, für dein riesiges Engagement und dein Herzblut für unsere Musikschule!
Als Nachfolger und neuer Co-Musikschulleiter konnte Christian Plaschy aus Neuenkirch engagiert werden. Christian Plaschy ist ausgebildeter Bassposaunist und wird diesen Sommer das Musikschulleiterdiplom in Empfang nehmen können. Als Pädagoge, Dirigent und Musikschulleiter in seiner alten Heimat Schaffhausen hat er bereits einen grossen Erfahrungsrucksack, von dem wir neu auch an unserer Musikschule profitieren dürfen. Zusammen mit Susanne Bättig wird er die Musikschule als Co-Leiter führen, Rolf Stirnemann wird «Bereichsleiter Surental» bleiben. Ich heisse Christian Plaschy an unserer Musikschule recht herzlich willkommen und freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit!
Klausurtagung im Hof Rickenbach
«Eine Klausur abhalten heisst, sich an einem nicht-öffentlichen Ort zu treffen, um wichtige Dinge zu besprechen». Zu einer solchen Klausurtagung haben sich der Gemeinderat, der Geschäftsführer sowie der Gemeindeschreiber anfangs Juni im Hof Rickenbach getroffen. Nach der Halbzeit der Legislatur 2020-2024 haben wir eine erste Zwischenbilanz gezogen und konnten erfreut feststellen, dass bereits viele Ziele teils oder sogar ganz umgesetzt werden konnten. Weitere Themen wurden im Verlauf des Tages besprochen und beraten, wobei uns die Thematik Schulraum ohne Zweifel am meisten beschäftigte. Noch bevor sich die rege Bautätigkeit in Pfeffikon auswirkt, sind die Schülerzahlen bereits stark angestiegen. Zur Erinnerung: Erst auf Beginn des laufenden Schuljahres wurde erstmals eine zweite Basisstufe (Kindergarten, 1. und 2. Klasse) eröffnet. 51 Kinder werden ab Sommer die Basisstufe besuchen. Mit aktuell zwei Klassen können die Vorgaben des Lehrplans 21, des altersgemischten Lernens und der integrativen Förderung nicht mehr eingehalten werden. Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, aufs Schuljahr 2022/2023 eine dritte Abteilung zu eröffnen. Weil ein Kindergarten weniger Schulraum als eine Basisstufe benötigt, wird die dritte Abteilung für ein Jahr als reiner Kindergarten geführt. Dieser kann räumlich in der alten Gemeindekanzlei, in welcher heute die Spielgruppe geführt wird, untergebracht werden. Die Spielgruppe ihrerseits wird die Räumlichkeiten weiterhin nutzen können. Im Schuljahr 2023/2024 wird der Kindergarten in eine dritte Basisstufe überführt. Das Legislaturziel «Pfeffikon bleibt als Primarschulstandort erhalten» kann definitiv als erreicht betrachtet werden.
Lehrermangel spitzt sich zu
Bei den Schulen läuten die Glocken. Für einmal ist es jedoch nicht der Gong, der die Schüler aus der Pause zurückbeordert, sondern die Alarmglocken. Im ganzen Land fehlen immer noch Tausende Lehrerinnen und Lehrer. Bei einem solchen Defizit braucht man keinen Sechser in Mathematik, um zu erkennen, dass so manche Schule ab Sommer in der Bredouille steckt.
Verursacht wurde der Mangel durch drei Entwicklungen: Die Schülerzahlen steigen noch immer, ausgelöst durch einen Geburtenboom nach der Jahrtausendwende. Zudem gehen die Lehrkräfte der «Babyboomer-Generation» in Pension, jedes Jahr sind das etwa 2000 Personen. Der Nachwuchs kann diese Lücke nicht füllen. Weiter arbeiten viele Lehrer/-innen Teilzeit. In gewissen Kantonen liegt der durchschnittliche Beschäftigungsgrad aller Lehrpersonen nur gerade knapp über 50 Prozent. Auch beeinträchtigt der Ukraine-Krieg die Situation. Die Schulpflicht von geflüchteten Kindern aus der Ukraine ist eine organisatorische Herausforderung und verschärft den Lehrermangel.
Umso mehr freut es mich ausserordentlich, dass wir an der Schule Rickenbach nur noch eine einzige Lehrerstelle zu besetzen haben (diejenige der neuen Kindergartenklasse in Pfeffikon)! Ich erachte dies alles andere als selbstverständlich. An dieser Stelle möchte ich mich beim ganzen Schulleitungsteam, Lehrpersonal und allen Mitarbeitenden der Schule Rickenbach für ihren unermüdlichen Einsatz und die Treue zu Gunsten unserer Schule bedanken. Schön, auf ein solch großartiges Team zählen zu dürfen!
Am kommenden Freitag endet das Schuljahr - ich wünsche Ihnen allen sonnige, wohlverdiente und erholsame Sommerferien!
Bildlegende: Musikschule Michelsamt-Surental: v.l.n.r.: Rolf Stirnemann (Bereichsleiter Surental), Christa Wider (Sekretariat), Susanne Bättig (Co-Leiterin), Christian Plaschy (Co-Leiter)
Anita Habermacher-Furrer, Gemeinderätin Ressort Bildung