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Lagerstimmung hoch zwei, oder: Der Einfränkler in der Klarinette 

«Ich habs ausprobiert, es hat geklappt!» Souverän und keck, und vor allem sehr sympathisch waren die Programmansagen der Kinder. Ja, vieles, wenn nicht sogar alles, hat bestens geklappt im Musikschullager in Sarnen. Den Eindruck gewann man am Abschlusskonzert vergangenen Samstag in Rickenbach, welches tadellos und professionell über die Bühne gebracht wurde. Der Kubus war vollbesetzt mit stolzen Eltern und erfreuten Angehörigen der jüngsten Bläserequipe vom Michelsamt und Surental.

Und wer hat diese Kinder in die Klarinette gesteckt? Fotoshooting im Musiklager Sarnen.


Gemeinsam musizieren – dies war und ist das Motto der zusammengeschlossenen Musikschulen, und wie könnte das besser zum Tragen kommen können als in einem Lager? Gemeinsam lernen, aufeinander hören und miteinander auf die Bühne stehen, das wird im Jugendmusiklager geübt und gefördert. Und vieles andere dazu. Vor zwei Wochen konnte es wieder stattfinden, und das heisst: Musik und Lagerstimmung hoch zwei! Denn erstmals waren die Kinder und Jugendlichen aus dem Michelsamt und dem Surental unter einem Lagerdach vereint.

Laub-Bläser? Surentaler und Michelsämter Jungmusikant:innen in Lagerstimmung in Sarnen.


Zugabe für die Jüngsten

Die Woche vom 9. bis 15. Oktober in Sarnen trug Früchte, die sich sehen und hören liessen. Am vergangenen Samstag wurden sie in Form eines Konzerts den vielen stolzen Eltern und Angehörigen auf der Kubus-Bühne Rickenbach präsentiert. Bestens geklappt haben dort die Auftritte des Ensembles, bestehend aus den Jüngsten: Fortepiano, Little Brassers, Holzbläserensemble und Beginners Band. Vor allem mit «Pirates of the Carribean» hatten sie ein imposantes Stück auf dem Programm, das sie, dirigiert von David Rufer und Patrick Hummel, an ihren Instrumenten solide und eindrücklich vortrugen. Der warme Applaus forderte eine Zugabe. «Wollt ihr noch?», fragte der Dirigent mit einem Blitzen in den Augen. Natürlich wollten sie noch. Die Kinder nickten strahlend und beschenkten das Publikum mit einem peppigen «Shut up and Dance!»

Mal Forte, mal Piano: Dirigent David Rufer und das Ensemble der Jüngsten.


Startklar für Montreux

Die Jugend Brass Band Michelsamt steht ja bereits in den Startlöchern für den Wettbewerb in Montreux. Im Lager wurde entsprechend gefeilt, in zahlreichen Registerproben an Tönen und Tempi geschliffen. Am vergangenen Samstagabend waren die jungen Damen und Herren in Schwarz-Orange aber noch ziemlich locker vom Hocker, mit entspanntem Lachen im Gesicht an ihren glänzenden Instrumenten zu sehen. Von Wettkampfnervosität noch keine Spur – dafür Emotion pur. Dirigent Joel Spitaleri wirkte allein schon wie ein sprühendes Energiebündel. Mit «Neverland» von Christopher Bond, ihrem Teststück in der vierten Stärkeklasse am kommenden Wettstreit in Montreux, zog die JBBM einmal mehr das Publikum in ihren Bann, wie auch mit drei weiteren, sehr abwechslungsreichen Stücken, und ohne Zugabe liess man diese junge Powertruppe dann auch nicht von der Bühne.

Die Jugend Brass Band Michelsamt: Junge Powertruppe in Orange und Schwarz.


Schlussbouquet in Weiss-Schwarz

Während sich hinter dem Vorhang das Jugendblasorchester elegant in Weiss-Schwarz mit Querflöte, Oboe, Saxophon und Co. zum Schlussbouquet unter der Leitung von Zeno Schmidiger bereit machte, standen vor dem Vorhang Susanne Bättig und Christian Plaschy, die die Musikschule Michelsamt-Surental in Co-Leitung führen. «Ich bin jedesmal ‹geflasht›, was in so einem Lager entsteht. Aber jetzt übertrifft es nochmals alles!», sagte Susanne Bättig begeistert. Besonderer Dank ging an Lagerleiter Patrick Hummel. «Du bist ein Goldstück», sagte sie zu ihm und meinte damit, sein Einsatz sei unglaublich und er sei für das Lager wirklich Gold wert. Sinngemäss überreichte sie dem Dirigenten aus Knutwil einige in Realwert umzumünzende «Goldstücke». Schliesslich ging der Dank der Musikschulleitung auch an die Eltern der zahlreichen Kinder, weil sie ihnen dieses musikalische Hobby überhaupt ermöglichen. «Solche Lager sind immer grosse Highlights für die Kinder», so Christian Plaschy, «tragt Sorge dazu!»


Begeisterungsfähigkeit

75 Teilnehmende und 30 Leitende verbrachten eine erfolgreiche Woche in Sarnen und spielten in drei Formationen: Ensemble, Brass Band und Blasorchester. Eine solch geballte Ladung jugendlicher Musikalität in einer Woche kompakt zusammenzuhalten, und dies mit einem gelungenen Konzert abzurunden, zeugt von sehr grossem Engagement und vor allem viel Begeisterungsfähigkeit. Registerproben fanden sechs bis acht Stunden pro Tag statt, erzählte Lagerleiter Patrick Hummel, und sein «je nachdem, wie die Leute mochten...» erzeugte ein gewisses Schmunzeln im Saal und liess zwischen den Zeilen verlauten, dass im Musiklager neben viel Arbeit auch Entspannung nötig war.

Klamauk in der Perkussions-Küche: Den entsprechenden Sound kann man sich ausmalen.

So gehörten auch «Tschutte» und «Minigöifle» dazu, und am Dienstag das ominöse «Instrumente-Reinigen». Wie das genau vor sich ging, blieb den Besuchern vorenthalten, doch es machte den Anschein, dass es eine lustige Begebenheit war. Und wie war das schon wieder mit dem Einfränkler? Jungmusiker Laurin hat im Lager dazugelernt. Nebst Virtuosität profitierte er auch von vielen Tipps und Tricks der Grösseren. Zum Beispiel eben, dass bei einer Klarinette kein einziger Ton herauskommt, wenn man einen Einfränkler hineintut. Er hats ausprobiert. Natürlich nicht bei seinem eigenen Instrument, sondern bei einem anderen, und jetzt weiss er: Es funktioniert.

Volle Konzentration: Jugendblasorchester Michelsamt-Surental, geleitet von Zeno Schmidiger.
Emotion pur: Joel Spitaleri dirigierte die JBBM im Lager und am Konzert.


«Alles machte Spass!»

Simon Steiger aus Büron war nicht zum ersten Mal im Lager. Er erzählt, dass es nun etwas Spezielles war, denn es seien doppelt so viele Kinder dabei gewesen. «Wir haben viele neue Leute kennengelernt, und wir hatten es schnell gut zusammen!» Am besten hätten ihm die Spiele gefallen, und – ja doch – auch die Proben... «Alles machte Spass!», so das Resumé des 15-jährigen Kornettisten.

Buchstäblich ins gleiche Horn bläst Valeria Murtas aus Rickenbach. «Ich habe es cool gefunden mit dem Üben. Also, dass wir nicht immer übten. Wir machten auch andere coole Sachen, und das Essen war sehr fein!», konstatiert die 11-jährige Kornettistin. Auch das Konzert habe ihr sehr gefallen. Sie brachte gleich die erste Ansage keck und charmant über die Bühne. «Ich war sehr aufgeregt!», sagte sie im Anschluss, «ich hatte noch nie eine solch lange Ansage!» Ein Beweis mehr, dass so ein Musiklager viel anderes auch nebst der Musik fördert.

Mit dem Adventskonzert am 18. Dezember in der Kirche Rickenbach wartet für Jugendblasorchester, Little Brassers, Fortepiano und JBBM bereits der nächste stimmungsvolle Auftritt zusammen mit den Juventus Singers auf. Und bald darauf folgt auch schon der Ausblick aufs «Kantonale» in Ruswil oder die «Summer Party» der Musikschule... den jungen Bläserinnen und Bläsern sollte die Puste also so schnell nicht ausgehen. 

Professionelle Jungmoderatorin: Valeria Murtas.


Text und Bilder: Ursula Koch-Egli


Weitere Impressionen vom Musikschullager-Abschlusskonzert in Rickenbach vom Samstag, 22. Oktober: 

Bilder: uke / zvg





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