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Kirchenzeit: Wohin mit unseren «Chnöpf» und unserem «Ghörsch»?

«Mami, chasch du die blöde Chnöpf löse?!» Die Kleinsten der Familie sind ob dem «Chnöpf» der Schuhbändel und dem «Ghörsch» im Springseil bald einmal überfordert. Wenn die Geduld am Ende ist, gehen sie damit ganz einfach zur Mama und legen das Geknöpf in ihre geschickten Hände. Auch die unsichtbaren Knöpfe sind bei der Mutter gut aufgehoben: Ängste und Sorgen, Kummer und Streit oder ein schlechtes Gewissen lösen sich in ihren Armen wie von selbst auf.


Die Kinder der Familien Sanchez Revelo und Schmidiger vor dem «Ghörsch» mit guter Aussicht auf Entwirrung.


In der Chenderfiir der Pfarrei St. Stephan am vergangenen Samstag haben grosse und kleine Familienmitglieder in einer einfühlsamen Bilderbuchgeschichte die Knotenlöserin kennengelernt. Sie geht von Dorf zu Dorf und löst die unmöglichsten Knoten der Menschen: Feuerwehrschlauch, Giraffenhals, ja ganze Häuser sind verknotet. Mit Geschick löst die Knotenlöserin viele, aber niemals alle Knöpfe der Menschen. Zeit, Geduld und ein offenes Ohr bringt sie mit, um auch die verborgenen Knoten der Hilfesuchenden aufzulösen. Die Kinder durften im Anschluss an die kurze Feier am Marienaltar eine Kerze anzünden und ihre ganz persönlichen Knöpfe im Gebet abgeben.

Marienmonat Mai mitten im Frühling

Nicht nur Kinder brauchen und schätzen solche Rituale. Die Kirche kennt seit jeher die Not und Bedürftigkeit der Menschen und kommt ihnen mit einer reichen Tradition entgegen. Die Marienfrömmigkeit ist tief im katholischen Glauben verankert und hat bis in die heutige Zeit ihre Bedeutung behalten. Nicht zufällig liegt der Marienmonat Mai im aufblühenden Frühling. Die Gottesmutter Maria wird in der christlichen Spiritualität als Sinnbild für die lebensbejahende Kraft und Fruchtbarkeit verstanden. In gemütvollen Marienliedern wird Maria unter anderem als «die schönste Blume» besungen. Weitere Titel sind Ausdruck der vielfältigen Beziehung, welche die Gläubigen mit Maria pflegen: Fürsprecherin, Himmelskönigin, Muttergottes, Trösterin, Gottesgebärerin, Mutter vom guten Rat – oder eben Knotenlöserin. 

«Maria vom Knoten» löst das «Ghörsch»

Auf einem Gnadenbild in der Wallfahrtskirche St. Peter am Perlach in Augsburg ist Maria mit einem verknoteten Band beschäftigt. «Maria vom Knoten» – wie sie auch genannt wird – löst das «Ghörsch» der hilfesuchenden Menschen, in dem sie wie eine Mama ihren Kindern Zeit, Nähe und ein offenes Ohr schenkt. Ob Gottesmutter der Kirche oder Mami in der Familie, Marienmonat Mai wie auch Muttertag bieten Gelegenheit, den mütterlichen Knotenlöserinnen Zeichen der Aufmerksamkeit zu schenken.

Maria Knotenlöserin, St. Peter am Perlach (Augsburg).  Bild: Weggemeinschaft BBB


Christa Wandeler-Wey





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