Kirchenzeit: Von der Nähe in die Ferne und zurück
Reisen.
Bisher Fernes
aus der Nähe sehen.
Unbekanntes,
Unvertrautes,
ferne Orte,
fremde Menschen
kennenlernen.
Vor der Rückkehr
innehalten.
Mein Zuhause
aus der Ferne sehen:
vertraute Orte,
all die Menschen,
die ich kenne.
Zwischen ihnen
mein vertrautes Ich.
Mit neuem Weitblick
sehen lernen.
Gisela Baltes
Wenn Sie meine Gedanken lesen, sind Sie zurück aus den Ferien oder warten vielleicht sehnsuchtsvoll auf ihre bevorstehenden verdienten Urlaubstage.
Gisela Baltes schreibt in ihrem Gedicht: «Ferien ermöglichen uns, Fernes aus der Nähe zu sehen, Unbekanntes zu entdecken, fremde Menschen kennenzulernen!»
Für uns Menschen sind solche Erlebnisse eine grosse Bereicherung und erweitern unseren Horizont. Sie tragen auch dazu bei, für Leib und Seele neue Kräfte zu sammeln.
Es braucht seine Zeit, bis die Tage den anderen Rhythmus lernen und langsam im Takt der Musse schwingen. Es braucht Zeit, bis die Alltagssorgen zur Ruhe finden, die Seele sich weitet und frei wird vom Staub des Jahres.
Vor der Rückkehr ermutigt uns die Dichterin, einige Zeit innezuhalten und einen geistigen Blick auf meine zurückgelassene, vertraute Umgebung zu werfen, die mich nach den Ferientagen wieder erwartet.
Nur wer sich freut, in die vertraute Umgebung zurückzukehren, kann die letzten Ferientage am Strand, in den Bergen oder auf dem Sattel eines Velos richtig geniessen.
Danken wir Gott, dass uns, nach unserer Rückkehr Menschen erwarten, die sich freuen, mit uns in der Familie das Leben zu teilen, mit uns zusammenzuarbeiten oder auf andere Art gerne mit uns zusammen sind. Begegnen wir ihnen mit neuem Weitblick und mit Liebe, die wir in der Stille und Einkehr unserer Ferientage empfangen haben.
Pater Bruno Oegerli, leitender Priester, Bilder: zvg