Kirchenzeit: Es darf auch gelacht werden
In der Bibel wird berichtet, dass Jesus traurig war, geweint hat. Aber hat er auch gelacht?
Lachen gehört zum Menschsein und Jesus war ein echter Mensch. Daher dürfen wir mit Recht annehmen, dass Jesus in bestimmten Situationen herzlich gelacht hat. Ihm als Jude war der sprichwörtliche jüdische Humor sicher nicht fremd. Als biblischer Hinweis darauf, dass Jesus gelacht hat, nennen viele Theologen dessen Teilnahme an der Hochzeit von Kana.
Hochzeiten seien im Judentum stets «fröhliche Ereignisse, wo nicht nur kräftig Wein getrunken, sondern auch viel gelacht wird». Auch bei anderen Festmählern war Jesus nach dem Zeugnis der Evangelisten dabei. Dazu gibt es in vielen seiner Gleichnisse Pointen mit Humor. Zu den hartherzigen Hütern des Gesetzes, die oft Unwichtiges hochspielten, aber dabei das Wichtigste – die Liebe – übersahen, sagte er: «Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele». Seine Gleichnisse erzählte Jesus mit Witz und wusste, dass er die Lacher auf seiner Seite hatte.
Wenn Jesus so war, wollen auch wir fröhlich sein. Man muss nicht fröhlich sein, aber man darf es. Auch dann, wenn die Welt so voller Leid ist, wenn es so viel Dunkles und Böses gibt.
Bei einem bayrischen Fest in Castel Gandolfo antwortete einmal der verstorbene Papst Benedikt auf die Frage, ob Lachen in schwierigen Zeiten angebracht sei, mit dem Satz: «Ja, wir sollen lachen, denn mit dem ‹Nein› zur Freude dienen wir niemandem. Wir machen die Welt nur dunkler. Und wer sich selbst nicht mag, kann auch dem anderen nichts geben, auch keine Freude vermitteln und nicht ein Bote des Friedens sein».
Liebe Leser:innen, schon länger hat das fasnächtliche Treiben in unseren Gemeinden angefangen. Freuen wir uns auch dieses Jahr mit anderen auf das Maskentreiben auf den Plätzen, die Bälle und die Fasnachtsumzüge im Pastoralraum. Schmunzeln wir über die Fantasie der Fasnächtler. Das ganze Pastoralteam wünscht Ihnen eine fröhliche, von Gott gesegnete Fasnacht, wo der Humor, die Freude und das Lachen nicht zu kurz kommen.
P. Bruno Oegerli