Kein Abschluss ohne Anschluss
Wie die drei Beispiele zeigen, ist mit Einsatz, Fleiss und Willen sehr vieles möglich. Die hohe Durchlässigkeit der Bildungslandschaft Schweiz ist eine der grossen Stärken unseres Bildungssystems. Es gilt: «Kein Abschluss ohne Anschluss».
Wer mehr erreichen will, kann dies im Normalfall, und wird meist dafür belohnt, und sei es durch neue Inspiration, neue Kontakte, neue Einsichten. Die Schweizer Bildungslandschaft lässt viele Karrierewege zu. Was ist bei Zweitausbildungen zu beachten? Der «Michelsämter» verrät Tipps und Tricks, worauf geachtet werden sollte.
Kann die Lehrdauer bei Zweit-Ausbildungen allenfalls verkürzt werden?
Wer bereits einen mindestens dreijährigen Lehrberuf erlernt oder eine Schule abgeschlossen hat, kann einen anderen (ebenfalls mindestens dreijährigen) Lehrberuf in einer um ein Jahr verkürzten Lehrzeit erlernen. Grundsätzlich gibt es jedoch keinen Rechtsanspruch auf eine Verkürzung der beruflichen Grundbildung. Im Berufsbildungsgesetz ist die Dauer einer Lehrzeitverkürzung nicht definiert. Es lohnt sich also, dies individuell abzuklären. Damit eine allfällige Verkürzung gewährt werden kann, braucht es einen Nachweis der Kompetenzen sowie die Unterstützung durch die Arbeitgeber. Das Berufsbildungsamt des Wohnkantons entscheidet im Einzelfall, ob die Verkürzung gewährt wird.
Wie sieht es mit dem Lohn bei einer Zweitlehre aus?
Dies wird unterschiedlich gehandhabt. In vielen Fällen wird eine Erstlehre lohnmässig angerechnet und somit der Lohn leicht höher sein als bei den Mitlernenden, die eine Erstlehre absolvieren. In anderen Fällen, wie zum Beispiel im LUKS, sind die Lehrlingslöhne seit einiger Zeit vereinheitlicht/standardisiert, es kann kein Zustupf zum regulären Lehrlingslohn erwartet werden.
Welche Informationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
In erster Linie sind dies die Berufsberatungsstellen der Kantone, Laufbahnberater sowie Berufsverbände und ihre entsprechenden Homepages. Es lohnt sich auch, sich bei Kollegen umzuhören, die ähnliche Wege bereits gegangen sind. Es lohnt sich bestimmt, mit dem bisherigen Arbeitgeber eine Standortbestimmung vorzunehmen und auch sein Wissen zu nutzen. Oft ist es besser, mit offenen Karten zu spielen, um an entsprechende Informationen zu kommen.
Text: Karl Heinz Odermatt