Kalle's Musik-Corner on the road: Shakra mit bretterhartem Rock direkt in die Herzen
Starkes Konzert am Samstagabend in der Kollerhalle Zug. Schon die zwei Vorbands Caroline Breitler aus Zug und Rock Out aus dem Emmental haben abgeliefert. Die Headliner Shakra aus Trub, die seit 1995 zusammen rocken, mit dem charismatischen Leadsänger Mark Fox, begeisterten die Fans aus der ganzen Zentralschweiz.
Die Zuger Lehrerin Caroline Breitler eröffnete den Abend mit einem starken Set melodiöser, selbst geschriebener Rockstampfer. Sie hat eine aktuelle CD «The Guide Within» am Start, die sich zu hören lohnt, und stellte daraus einige Songs vor. Die Musiklehrerin hat viel Power und Talent. Auf die Frage, ob ihre Schüler ihre Art von Musik überhaupt kennen und eventuell sogar mögen, sagte sie: «Jedenfalls kommen sie sehr gerne zu mir in den Musikunterricht.»
Rock Out, die Shouter aus dem Emmental
Rock Out, die zweite Vorgruppe, das ist Inbrunst, Hingabe, Kompromisslosigkeit und ganz viel Seele. Selten hat eine Schweizer Band den Blinker so klar gesetzt und sich dem guten, alten Rock’n’Roll verschrieben. Rock Out haben schon längst internationales Terrain betreten und stehen mit breiter Brust für neue Generationen junger Acts, die gepflegt abdrücken. Sie spielten als einer der Highlights ihren Song «I Wanna Live», den sie unter dem Eindruck der Pandemie geschrieben hatten und der entsprechend vor Lebenswillen und Lebensfreude strotzt.
Shakra, wahrlich unbezwingbar und energetisch
Nun war das Terrain ideal bereitet für den Headliner des Abends: Shakra mit Leadsänger Mark Fox sind seit 1995 zusammen unterwegs. Invincible heisst unbezwingbar, und so heisst ihr neustes, zwölftes Studioalbum seit 1995. Die fünf Jungs standen zum wiederholten Mal in Zug auf der Bühne der Kollerhalle. Kaum sind die letzten Töne der letzten Tour zum Album «Mad World» verklungen, wartet Shakra mit neuem Material auf, das überzeugt und dem Titel alle Ehre macht. Der Titel ist inspiriert durch das Zeichen, das die Wikinger sich vor jeder Schlacht auf die Stirn malten, um ihren Willen zu stärken und genauso stark ist der Wille der Jungs, wenn sie die Bühne besteigen und das tun, was sie am besten können: die volle Kraft und Energie ihrer Musik zum Leben zu bringen und mit dem Publikum eine unvergessliche Zeit zu erleben. Live spielten sie für meinen Geschmack etwas zu viele Rockbretter und etwas zu viel vom neusten Album, dafür zu wenig Balladen, die ich von ihnen besonders mag. Dafür gruben sie «Why» von 2009 wieder aus, ein Höhepunkt. Auch «Devil Left Hell» geriet stark, nahe an AC/DC, also wirklich nicht von schlechten Eltern.
Neu-Papi Mark Fox ganz persönlich
Mark Fox beherrscht das Spiel mit dem Publikum, peitscht es richtiggehend an. Er erzählte, dass er letztes Jahr Vater geworden ist und nun den Song «Something You Don't Understand» von 2017 noch besser und glaubwürdiger bringen könne. Man hätte sich mehr solche persönlichen Ansagen gewünscht. Bei allen Bandmitgliedern war jedoch die Freude am gemeinsamen Performen und die Leidenschaft für diese rohe, authentische, auf eine gute Art altmodische Musik spürbar. Good old rock will never die!
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt