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Kalle's Musik-Corner on the road: Erste Rock-Night zelebriert Status Quo und AC/DC (mit Bildergalerie)

Die erste Rock-Night in der Braui Hochdorf lockte gegen 1000 Musikfans an. Squaw heizten ein, die Status-Quo-Coverband spielte «Whatever You Want» und rockte «All Over The World», alles verdammt nah am Original. «Whole Lotta DC»  spielten dann die AC/DC-Klassiker der 70er und frühen 80er bluesig und roh, dass es eine wahre Freude war. 


Die rohe Wucht und Kraft der frühen Jahre von AC/DC: Whole Lotta DC in Hochdorf.


Die erste Rock-Night wurde organisiert von Manuela Bischof aus Hochdorf, die als Schlagerfan bekannt ist, und ihrem Bruder Rolf Bischof. Manuela Bischof hat langjährige Marketingerfahrung und hat sich kürzlich im Eventbereich selbständig gemacht. Sie sagte zum Start des Abends auf der Bühne: «Ich ha en Schiessfreud, dass es jetz losgad. Let's rock, let's party!»

Marco Probst, der Leadsänger von Squaw, was Frau in nordamerikanischen Ethnien bedeutet (früher als Indianer bezeichnet), meinte witzig: «Es ist extrem heiss hier in der Halle. Ist es die Halle, das Klima oder etwa mein Alter?» Die Ansagen waren den ganzen Abend humorvoll, selbstironisch und eher knapp. Bei Tribute Bands kommt es gut an, wenn sie mit viel Respekt an alle Songs und Geschichten rangehen, sich selber aber nicht zu erst nehmen. An den Drums übrigens Billy La Pietra aus New Jersey, der für den internationalen Touch der Band zuständig ist.

Rockin' All Over The World, so als wärs 1977...

So als wär die Welt im September 1977 stehengeblieben: Squaw covern «Rockin' All Over The World». Auch «The Wanderer» von 1984, komponiert 1961, funktioniert noch wunderprächtig. Vom «Rolling Stone» wird er unter den «500 besten Songs aller Zeiten» geführt. Inhalt: Ein Junggeselle zieht herum und kann sich nicht entscheiden, wo er sich niederlassen und für welches Mädchen er sich entscheiden soll. Das dürfte man heute kaum noch so texten, was mehr über die Verrücktheit der heutigen Zeit aussagt, als über die damalige Zeit, die einfach starke Songs en masse hervorbrachte, die heute noch heiss geliebt werden. Das starke Set und die Spielfreude von Squaw zeigen, dass Status Quo in den 70ern und frühen 80ern stilprägend waren und auch vielfältiger sind als ihr Ruf. Sie hatten sogar mal eine wunderbare Ballade: «Living On An Island», leider heute nicht gespielt. 1981 hatten sie nochmals einen Welthit, wohl ihren grössten, mit «In The Army Now», geschrieben von den Holländern «Bolland & Bolland», die auch für Falcos «Rock Me Amadeus» und andere seiner grossen Hit verantwortlich waren. Status Quo (deutsch: gegenwärtiger Zustand) haben 120 Millionen Platten verkauft. Besonders Rick Parfitt, der 2016 starb, und Francis Rossi sind Musiklegenden.


Status Quo forever - drei Akkorde, mehr braucht es nicht zum Glücklichsein.


Let There Be Rock!

«Whole Lotta DC» stammen wie Squaw aus der Region Burgdorf. Sie sind eine der ältesten und wohl die bekannteste Tributeband der Schweiz. Seit 1992 begeistern sie mit ihren AC/DC-Klassikern der 70er und frühen 80er, das neuere Werk, das auch sehr gut ist, aber halt eigentlich ein gut gemachter Aufguss der frühen Ideen, lassen sie schnöde beiseite. Dafür lernen die jüngeren Fans die ganz alten Titel kennen, so auch «Whole Lotta Rosie» von 1977, das der Band den Namen gegeben hat, oder «Let There Be Rock» aus dem gleichen Jahr, das mich immer fasziniert, auch weil im Video zum ekstatischen Schluss Angus Young mit Heiligenschein voll abgeht und so schön headbangt, wie es eben nur AC/DC können. Die Flat Earthers haben übrigens teilweise schon recht: 1977 war die Erde noch eine Scheibe, eine LP.

Die donnernden Rockhymnen von AC/DC, die im Blues fussen, und Angus Youngs kultige Schuljungen-Outfits haben sie zu einer der beständigsten Bands der Rockgeschichte gemacht. Als ich mit 15 die Alben «Highway To Hell» (1979), «Back In Black» (1980) und «For Those About To Rock (We Salute You)» von 1981 dünn hörte, dachte kaum jemand, dass sie 2024 immer noch so angesagt sind, dass ihr Konzert im Hallenstadion in sechs Minuten ausverkauft war. Da gönnt man sich gerne eine wirklich, wirklich talentierte Coverband.

Ewige Werte: «Back in Black» war das 6. AC/DC-Album, 1980 das erste mit Sänger Brian Johnson, der den fünf Monate zuvor verstorbenen Bon Scott ersetzte. Es ist mit über 50 Millionen verkauften Tonträgern nach Michael Jacksons «Thriller» das zweitmeistverkaufte Album der Welt sowie das erfolgreichste Hardrockalbum bislang.

AC/DC haben etwa auch mit «If You Want Blood (You’ve Got It)» 1979 einen zeitlosen Klassiker geschaffen, der nach all den Jahren noch genauso kraftvoll ist wie beim ersten Hören. Der Song ist ein Appell an die Furchtlosigkeit und daran, dass man bereit sein muss, alles zu geben, um seine Träume zu verwirklichen. Also, wenn du Blut willst, dann hast du es bekommen!

Es bleibt zu erwähnen, dass AC/CD auch in den letzten Jahren und Jahrzehnten starke Platten und Songs herausbrachten, die sich klar auf ihre Wurzeln beziehen. Insgesamt haben sie über 200 Millionen Tonträger verkauft, für eine Hardrockband unglaublich! 

Ein vollauf gelungener Event

Zwischendurch und nach den beiden starken Sets, die alle Rockfreunde in Entzückung versetzten, legte DJ Joe aus Luzern auf, der sich spürbar mit Hardrock-Klassikern auskennt. Ramona Aebi aus Rain sagte nach dem Konzert anerkennend: «Mein Fazit: Ein cooler, unkomplizierter Anlass, wo man viele Bekannte aus der Umgebung trifft und bei super Sound einen rockigen Samstagabend verbringen kann.» 

Und die verantwortliche Organisatorin für den Event, Manuela Bischof, sagte: «Ja das ging grad richtig ab. Voll genial! Die 1. Rock-Night war über alles gesehen ein voller Erfolg! Auch DJ Joe hat einen super Job gemacht, es hat wirklich richtig gerockt. Mein Fazit: Einfach Hammer! Wir freuen uns jetzt schon auf die 2. Ausgabe am 22. März 2025!»



 


Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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