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Kalle‘s Musik-Corner lässt sich erleuchten: Anna Rossinelli live in der Jesuitenkirche 

War das ein authentischer und berührender Lilu-Auftritt der Baslerin Anna Rossinelli in der Jesuitenkirche! Sie ist bekannt vom ESC, wo sie mit «In Love For A While» 2011 Vierte wurde, aber auch von «The Voice of Switzerland» und von «Sing meinen Song». Die Jungen kennen sie von ihrer Rolle als Bundespolizistin Annette Brotz bei «Tschugger». Zur Lichtshow «Flow» performte sie mit ihrer Band zur Freude der 350 Fans.


Anna Rossinelli mit den starken Musikern Manuel Meisel und Georg Dillier, mit denen sie schon seit 2008 unterwegs ist. 



Sie hat eine Stimme wie nur wenige in der Schweiz, und das bewies sie am Lilu in der Jesuitenkirche: Anna Rossinelli. Sie ist im April 1987 in Basel geboren. Bereits als Kind liebte sie es, zu singen und vor Publikum aufzutreten. Deswegen besuchte sie schon in ihrer Schulzeit Klassen mit speziellem Musikschwerpunkt. Mit 16 Jahren ging sie schliesslich für drei Jahre an die allgemeine Jazzschule Basel, wo sie neben Gesang, Musiktheorie und Gehörbildung auch Klavierunterricht nahm. Die erste Bühnenerfahrung als Solistin machte Anna bereits mit 13 Jahren. Im Jahr darauf gründete sie ihre erste Acapella-Gruppe und wurde Mitglied einer Rock-Pop-Band. Seitdem sammelte sie mit verschiedenen Bands Bühnenerfahrung und nahm an unterschiedlichsten Studioprojekten teil. Seit 2008 ist sie mit Manuel Meisel und Georg Dillier, ihrem damaligen Lebenspartner, unterwegs, machte mit ihnen eine Strassenmusik-Tour durch Europa. 2010 gewann sie mit ihrer Band die Schweizer Vorausscheidung für den ESC und erreichte da 2011 das Finale. Es folgte das erste Album «Bon Voyage» und eine ausgedehnte Tour. Ausserdem sang sie gemeinsam mit James Morrison an dessen Konzerten im Zürcher Hallenstadion und am Live At Sunset Festival, stand mit Andreas Vollenweider auf der Bühne, performte mit Adrian Stern. Seither hat sie regelmässig starke Alben herausgebracht und sich weiterentwickelt. Noch immer wirkt sie sehr nahbar, unkompliziert und ohne jegliche Starallüren. 

Ein starkes Set mit vielen Highlights, die alle Fans glücklich machten

Sie stieg beschwingt ein mit «Bang Bang Bang» aus dem Album «Takes Two To Tango» von 2015. Nach dem ersten Song sagte sie: «Ich habe sonst oft die Augen zu beim Singen, doch heute muss ich sie ein bisschen offen halten.» Auch «Mother» kam sehr berührend rüber. Sie hatte den Song geschrieben, kurz nachdem sie Mutter geworden war. Sie spielte zwei Coversongs, «Wake Me Up» vom früh verstorbenen Avicii und «Big in Japan» von Alphaville, das sie als «eines meiner absoluten Lieblingslieder» ankündigte und herrlich eigenständig brachte. Dann sagte sie: «Fühlt euch frei, auf den Boden zu liegen und die Lichter an der Decke zu bestaunen!»  Nach den tollen Uptempo-Songs «Hold Your Head Up» und «Let It Go» meinte sie, immer gelöster: «Wenn mal nicht alle auf mich schauen, baut das Hemmungen ab!» Vor der Zugabe sagte sie: «Diese Lichtwürmchen, die da aufsteigen, das ist meine Lieblingssequenz innerhalb der Lichtshow «Flow». Ich bin sonst nicht so oft in einer Kirche (lacht). Doch diese Jesuitenkirche ist einfach magisch!» Am Schluss sang sie die Zugabe ohne Mikrofon, freute sich wie ein Kind an den Millionen Lichtern und mischte sich zum Finale unter die 350 Fans und stand bereitwillig für Fotos und einen kurzen Schwatz zur Verfügung. 


Für ein kurzes Interview war sie sofort zu haben, und sie freute sich ob der Begeisterung der glücklichen Menge. Was kann ein Konzert mehr bieten?

Anna Rossinelli, Jaël, die letztes Jahr da war, hat mir heute morgen geschrieben: «Geniess es mit Anna!» Das hab ich gemacht. Wie hat es dir in Luzern gefallen?

Schön, dass du es geniessen konntest, dann wird der Artikel besser (lacht). Es war wunderbar, die Location ist grossartig, ich war zum ersten Mal in der Jesuitenkirche, und Lichter bedeuten mir sehr viel. Hierhin komme ich sehr gerne wieder zurück. 

Wieso habt ihr eigentlich «Without A Parachute», den Titelsong vom Film «Jagdzeit» nicht gebracht? Der hätte auch noch gut gepasst.

Gute Idee! Georg, wieso haben wir den nicht gespielt?    Georg Dillier: Den haben wir glaub ich gar noch nie live gebracht. 

Euren bekanntesten Song «In Love For A While» habe ich auch etwas vermisst.

(Lacht) Den spielen wir schon ewig nicht mehr. Wir bringen gerne die neueren Songs. 

Mit deiner grossartigen Stimme könntest du noch viel bekannter sein, wenn du es forcieren würdest. Wieso nicht?

Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Es war nie mein Ziel, die neue Rihanna zu sein. Dafür kann ich in Basel im Migros einkaufen gehen, ohne dass ich irgendwie behelligt oder belästigt würde. Das ist mir wichtig.

Rihanna würde ja noch passen, einfach RihAnna Rossinelli... Anna, vielen Dank für das sehr spontane Gespräch und alles Gute!


Mit der Lichtuntermalung von «Flow» wirkten die Songs sphärisch und leicht.
«Flow» vom Künstlerkollektiv Projektil aus Zürich ist definitiv eine Wucht. 
Für die Zugabe wagte sich die total gelöste Anna Rossinelli in den Mittelgang der Kirche hinaus und sang ohne Mikrophon. 


Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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