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Kultur | Gunzwil

Kalle's Musik-Corner live bei «Brass & Comedy»: 5 Jahre Brassianer mit Komiker Martin Sumi begeistert vollends

Die achtköpfige Brassformation Brassianer aus dem Michelsamt hatte sich zu ihrem fünfjährigen Bestehen etwas Spezielles ausgedacht: «Brass & Comedy», eine einzigartige Verbindung aus fettem Brass-Sound und mitreissender Komödie. Die 330 sehr altersdurchmischten Fans in der Lindenhalle waren restlos begeistert.


Die Brassianer, Lokalmatadoren und Meister der unterschiedlichsten musikalischen Genres.  Bild: furep



Als Musikfan interessieren mich Crossover-Projekte immer besonders: Wenn das 21st Century Orchestra im KKL auf Stress oder Gotthard trifft, wenn Ländlerkapellen AC/DC spielen und umgekehrt Hardrocker symphonisch spielen, sind spezielle Momente garantiert. Auch die Kombination Musik und Comedy funktioniert immer wieder mal wunderbar.

Martin Sumi als perfekter Einheizer für die Brassianer 

Die Brassianer hatten für den speziellen Abend des 5-Jahr-Jubiläums mit dem Komiker Martin Sumi aus dem Simmental den perfekten «Special Guest» gefunden, nachdem sie bereits einmal mit ihm die gleiche Bühne teilten. Martin Sumi ist 1975 in Zweisimmen im Simmental geboren. Er hat ursprünglich Elektromonteur gelernt. Mit 18 Jahren hat er sich das Spielen des Schwyzerörgeli selber beigebracht. 1996 folgte sein erster Auftritt, worauf bis heute viele weitere folgten. 2002 konnte er sein Hobby zum Beruf machen, seitdem ist er als musikalischer Komödiant in der ganzen Deutschschweiz unterwegs.

Es gelang ihm, das Publikum sofort für sich und seine Art einzunehmen. Er war schon einmal in Gunzwil aufgetreten, an der Aufrichte bei Urs Hecht, worüber er anekdotenreich zu erzählen wusste. Sumi nannte «Didi» Hallervorden und Otto Waalkes als Vorbilder und sagte nach dem Auftritt gegenüber dem «Michelsämter», dass er mit den meisten deutschen Standup-Comedians wenig anfangen könne. Sumis politisch unkorrekte Sprüche unter der Gürtellinie über grosse Gurken, junges Gemüse und die Besuchsfrequenz seines Hosenladens kamen extrem gut an, eignen sich jedoch weniger für die Publikation in der Zeitung. Bestimmt ist er bald wieder mal in der Gegend...

Alle extrem parat und gut aufgelegt – und rüüdig schnell beim Umziehen...

Die Brassianer, bestehend aus Jan Studer (Trompete), Jonas und Florian Galliker (Cornet), Marius Lütolf (Cornet/Eb-Horn),  Adi Kottmann (Posaune), Jonas Furrer (Euphonium/Basstrompete), Damian Elmiger (Eb-Tuba) und Luca Stirnemann (Schlagzeug), waren extrem parat und gut aufgelegt. Sie starteten fulminant mit «Let Me Entertain You». Bei «Hey Jude» durften alle kanon-artig mitsingen, was sehr stimmungsvoll gelang. Schon bei «Charlotta» von Hecht war der Saal am Kochen. Bei der «Boršická Polka» zogen sie das Tempo an bis zur Lichtgeschwindigkeit. Cool brachten sie «Bad Guy» rüber, dann wurde es sentimental mit «Stets I Truure». Dann ging es mit grossen Sombreros nach Mexiko, bevor ihr bekanntes «Malle Medley» erklang. Dann gab's «Hemmige» von Mani Matter, obwohl die Brassianer gar keine haben… Es folgten vier Medleys: Trauffer, Patent Ochsner, Hudigäggeler und Rock. Alles mit musikalischer Präzision und tollen Outfits. Selten hat man eine Männercombo sich so oft umziehen sehen. Dabei sehen sie sowieso umwerfend aus…

Natürlich forderten alle 330 Fans Zugaben. Mit «Böhmischer Traum» gabs eine erste, mit «Scharlachrot» ein prächtiges Dessert. Chapeau, die Jungs haben die Halle echt gerockt!

Conferencier Giusi Pizzol führte humor- und stimmungsvoll durch den Abend und betonte, dass jeder Brassianer noch in mindestens einer weiteren Formation spielt. Er sagte nach dem Event gegenüber dem «Michelsämter»:  «Es war einfach ‹ganz verreckt›! Die Kombination machts, die Lokalmatadoren haben voll geliefert in allen Stilrichtungen, und Sumi hat genial unterhalten.» Der STV Beromünster war im Service engagiert, Galfri Catering kochte stark, und anschliessend legte DJ Feuz auf. Die Brassianer-Bar war gut besucht, die Stimmung nach diesem tollen Abend perfekt. Eine nicht repräsentative Umfrage bei den Gästen ergab, dass fast alle, fast alles einfach intergalaktisch und phänomenal fanden. Stellvertretend Angela Wandeler: «Es war grossartig, abwechslungsreich und echt kreativ.» Grosses Nicken in der Runde. Dem ist nichts mehr beizufügen.

Martin Sumi voll in seinem Element.


Einige der besten Sprüche von Martin Sumi:

«Haben wir ledige Frauen da, oder ist alles erledigt?»

«Blutt ist schon gut, aber blutt kommt mir selber nicht so gut»

«‹Bauer, ledig, sucht›» wurde umbenannt, es heisst jetzt ‹Bauer sucht warmer Farmer›. Der Moderator kann grad bleiben…»

«Früher schrieb man Tagebuch und war total enttäuscht, wenn jemand es las. Heute schreibt man eine Story auf Insta und ist total enttäuscht, wenn niemand sie liest.»

«Ich war zwei Jahre in der Baumschule, dann ist der Baum abgebrannt.»

«Ich habe die ‹Kleine Matur› gemacht: 3 Jahre Primar und einen Tanzkurs.»

«Frauen können Multitasking: Gleichzeitig auf zwei Parkfeldern parkieren…»

«Wer kein Kopfkino hat, verpasst die besten Filme.»

«Schaffsch du bi de Poscht?» – «Du gsehsch so usgrueht us!»

«Dene wo's gfalle hed, ich bi de Martin Sumi. Dene wo's nid gfalle hed, ich bi de Sven Epiney…»


Martin Sumi gibt alles!


Stilstudie der stimmungsvollen Hochmusikalität.
furep in Aktion mit der Bildidee des Abends.
Ei Caramba!
Top elegant können sie natürlich auch...
Das Lichtermeer bei «Scharlachrot».


Tolle Stimmung in der ganzen Halle!
Im Intro liessen sie sogar die Hosen runter...


Jeder ein Virtuose auf seinem Instrument.
Auch den Rocker nimmt man ihnen voll ab!
Machten in jedem Tenue eine gute Falle: Die Brassianer.


Text: Karl Heinz Odermatt, Bilder: kho / furep 




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