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Kalle's Musik-Corner just around the corner: Die Vengaboys und Captain Jack – 90s forever! (mit Bildergalerie)

Immer ein Erlebnis, seit 2012, das Retro Festival im Hotel Schweizerhof Luzern – diesmal für einmal nicht ein 80s-Revival, die wohl beste musikalische Dekade, sondern ein Abend der die unvergesslichen Partysounds der unbeschwerten 90er-Jahre feiert! Captain Jack und die Vengaboys, zwei legendäre Bands aus der Zeit, aus dem Genre Eurodance, lockten auf eine Zeitreise in die Ära der Dancefloor-Hits. Die Luzerner sangen «Hey Ho – Captain Jack», «We Like To Party», «Let’s Go To Ibiza» und «Boom Boom Boom Boom!» und feierten frenetisch…


Frontmann Bruce Lacy ist Captain Jack und steigt fulminant ein mit den Songs «Captain Jack» und «Drill Instruktor».


Der 90er-Jahre-Abend beim The Retro Festival in Luzern versprach im historischen, ehrwürdigen Zeugheersaal ein intensives Eintauchen voller Nostalgie und Musik, die zum Mitsingen und Tanzen einlädt. Captain Jack und die Vengaboys waren bereit, mit dem Luzerner Publikum eine unvergessliche Party zu feiern. Eine Zeitreise also, ein Trip zurück in eine etwas oberflächliche, doch nicht minder spannende Zeit. 

Ein breites Spektrum von Faithless bis Blümchen und Aqua... 

Wer erinnert sich nicht gerne an die Zeit der wilden 90er-Partys zurück? Die Rap- und Hip-Hop-Musik ist von den USA nach Europa geschwappt und hat uns unvergessliche Partyhits von Rappern wie Vanilla Ice, Snap, MC Hammer oder Will Smith beschert. Und auch sonst hatten die 90er Jahre musikalisch viel zu bieten – von Boygroups wie N’Sync und Backstreet Boys bis hin zu den Spice Girls, Scooter oder Culture Beat. Britney Spears hatte ihre beste Zeit. Dr. Alban, Haddaway und Mr. President waren angesagt. Rednex und Faithless füllten jeden Dancefloor durchaus mit Qualität, die noch heute überzeugt. Doch es gab auch, je nach Geschmack, Songs aus der Kategorie «Verbrechen auf Schallplatten» wie «Barbie Girl» von Aqua oder «Boomerang» von Blümchen, die jedoch so schlecht waren, dass sie an der Party schon fast wieder gut rüberkamen. 

«Lasst uns alle zusammen feiern»

Ähnlich verhält es sich mit den Acts des 90s-Abends im Schweizerhof: Captain Jack gingen 1995 mit «Captain Jack» und «Drill Instruktor» durch die Decke. Das Projekt des Wiesbadener Produzenten Udo Niebergall hatte vor allem in Europa und in Japan Erfolg. Insgesamt wurden über sieben Millionen Tonträger und über 35 Millionen Kompilationen mit Titeln von Captain Jack weltweit verkauft. Frontmann Bruce Lacy ist der dritte Sänger/Rapper. Eine der zwei Sängerinnen, Laura, war Teilnehmerin der vierten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» und in der ersten Staffel von «The Voice of Germany». Die beiden souligen Frauenstimmen trugen den Auftritt musikalisch, auch der DJ im Hintergrund machte einen guten Job. Lacys Aufforderung an die Menge lautet in charmantem Deutsch: «Lasst uns alle zusammen feiern» Und das tat man dann auch bei jedem der Songs. Captain Jack griffen auf viele Cover-Versionen von Songs zurück. So spielen sie auch «Livin' On A Prayer» von Bon Jovi, das sie 2023 als Cover-Single rausgaben.

«Boom, boom, boom, boom – I want you in my room»

Nach einer kurzen Umbau-Pause folgte der Hauptact des Abends: die niederländischen Vengaboys. Sie spielen ihre grossen Hits: «We Like To Party», «Let’s Go To Ibiza», «We Like To Party! (The Vengabus)», «Shalala Lala», und «Up And Down». Sie bringen zwischendurch durchaus gekonnt Medleys von anderen Interpreten aus den 90ern. Die Songtexte sind während der ganzen Show immer eingeblendet auf den Screens, wie beim Karaoke. Ihr wohl grösster Nr.1-Hit hatte den Refrain «Boom, boom, boom, boom, I want you in my room, Let's spend the night together, From now until forever». Man fragt sich, wie man diese Songs und diese Textzeilen wieder aus dem Kopf kriegt... 

Ihre grosse Zeit hatten sie ab 1997, vor allem in Europa. 1999 mit «Boom, Boom, Boom, Boom!» wurde ein spezifisches Outfit ihrer Gruppenmitglieder für die Band prägend. Die Frontsängerin Kim Sasabone erscheint stets im sexy Kampf-Outfit. Roy den Burger und sein Nachfolger Donny Latupeirissa sind als Cowboy gekleidet. Denise van Rijswijk trägt ein Püppchen-Outfit und Robin Pors ist immer als Matrose zu sehen. Ein bisschen wie Fasnacht halt. Mitte 2001, nach sieben Top-10-Hits europaweit, zogen sich die Vengaboys wieder in die Club-Szene zurück.

Selbstironisch und partymässig locker

Eine Konzertbesucherin sagt nach dem Konzert strahlend: «Ich liebe die 90er und den unbeschwerten Sound von damals. Klar ist es etwas oberflächlich, doch das brauchen wir doch alle zwischendurch.» Im nebenan gelegenen Bringolf-Saal gab es anschliessend noch einen Artist Talk mit Captain Jack und dessen Manager Udo Niebergall, der am Konzerttag Geburtstag feierte. Phil Dankner führte gekonnt und charmant durch das Gespräch, das zeigte, dass die Selbstironie und partymässige Lockerheit bei Captain Jack durchaus Programm ist. So sagte er «Die 90er waren eine grossartige Zeit: Es gab keinen Krieg, viel weniger Stress, und wir hatten auch deshalb viel Zeit für Party. Doch ich bin nicht reich an Geld, meine fünf Frauen haben mir alles weggenommen!» witzelte er gegen den Schluss des Sofa-Talks.   



Tanzbar war jeder der Titel des Sets von Captain Jack.


Die Band bediente sich bei etlichen Songs aus der Eurodance-Ära bis hin zu Status Quos «In The Army Now». 


Spass haben und abtanzen war die Lösung des Abends.




Der Hauptact des Abends, die holländischen Vengaboys, brachten alle ihre Chartserfolge auf die Bühne.   



Die Menge ging frenetisch mit und feierte die Holländer ab.


Eine Ballade aus dem letzten Album brachte sogar etwas Romantik auf die Bühne, wo sonst Uptempo-Nummern angesagt waren.  


Alle vier haben gute Stimmen und beherrschen das Posing perfekt.


Beim letzten Song kochte der Saal: «Boom Boom Boom Boom!»

Anschliessend gab es im Bringolf-Saal noch eine Talkrunde mit Captain Jack und dessen Manager Udo Niebergall. Rechts Moderator Phil Dankner.
Das Logo des gut etablierten Festivals in Luzern lässt Nostalgie-Herzen höher schlagen.
Der Wiedererkennungswert von Captain Jack ist immer noch beachtlich.
Nach dem Konzert waren Captain Jack auch für Fotos zu haben.
Ein Drink zum Konzert – unbedingt!
Die Party-People waren total begeistert vom Gebotenen.


Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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