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Kalle's Musik-Corner: Jaël verzückt ihre Zentralschweizer Fans in der Jesuitenkirche

Anlässlich des Lilu Lichtfestivals Luzern fanden verschiedene Live-Konzerte in der Jesuiten- und neu auch in der Matthäuskirche statt. Die Lichtshow «Eternity» in der Jesuitenkirche wurde am Mittwoch spätabends live von Jaël begleitet. Die ehemalige Leadsängerin von Lunik, die eine warme Stimme und eine grosse stilistische Vielfalt hat, ist seit 2015 erfolgreich auf Solopfaden unterwegs. Sie begeisterte auch im sakralen Rahmen der wunderbaren Kirche.

Ausdrucksstark und facettenreich: Jaël live in der Jesuitenkirche Luzern.


Diesmal die Musikkolumne zum berührenden Konzert in der Jesuitenkirche in Form eines Gesprächs mit der Sängerin, die ich schon mehrmals live erlebt habe. Beim letzten Mal hat es jedoch nicht geklappt, als Jaël im Oktober 2021 in der prächtigen, sehr lohnenswerten Sempacher Kirche Kirchbühl im intimen Rahmen auftreten wollte und gesundheitsbedingt Forfait geben musste. Diesmal hat es jedoch mit dem Wiedersehen und Wiederhören geklappt. Es ist für mich immer etwas vom Grössten, mit Künstlern in Interaktion zu treten, sie etwas besser kennenlernen zu dürfen.


Liebe Jaël, mir hat jeder deiner Songs im Set gefallen, einige habe ich gut gekannt, besonders die Perle «You Remain» und der Hit «Through Your Eyes» aus der Lunik-Zeit. Doch du hättest fast alles aus deinem Werk spielen und singen können, es hätte mich begeistert. Natürlich kannte ich auch «Done with Fake», das mir etwas weniger gefällt, «To miss you», «Paralyzed», «Open Skies», «Shuffle the Cards», «Reminded for Life» und «Perfect to me». Gutes Stichwort, das Zusammenspiel Location, Lichtshow, Songs und Gesang waren perfekt für mich.

(lacht) Danke für das Feedback, das mich immer sehr freut. Ich habe nur kurz Zeit, da ich um 11 Uhr den Zug Richtung Bern nehme.

Dann will ich keine Sekunde länger stören, noch ein Foto, dann lass ich dich springen. Ich melde mich gerne per E-Mail.

Danke, sehr gerne, bis bald in Winterthur an meinem regulären Konzert im Casinotheater. Und tschüss, machs gut!

Hier meine Fragen, du kannst kurz oder ausführlich antworten, wie du grad Lust hast. Wie war der Gig in Luzern für dich in der Jesuitenkirche?

Sehr stimmig. Ich hatte ja die Lichtshow vorab bekommen und versucht, die Setlist abzustimmen, um das möglichst passend zu machen. Teilweise war ich dann aber selber «baff» am Konzert, wie gut das passte… fast als wäre eine KI dabei und würde zu unserer Musik Licht generieren anstelle andersrum.

Ich bin mir seit längerem nicht mehr gewohnt, mich anpassen zu müssen auf der Bühne. Als wir mit Lunik unterwegs waren, war ja die ganze Show getimt, dass es keine Improvisationen erlaubte, aber nun spiele ich seit zehn Jahren sehr frei, spontan, mache oft lange Ansagen zwischen den Songs und habe eher spärlich Licht im Sinne einer Theaterbeleuchtung. Somit war ich etwas nervös, ob das alles klappen würde. Am Ende mussten wir etwas «jufle», da auf einmal die Erdkugel kam und ich wusste, dass ab jetzt noch eine Minute Zeit bleibt, wir aber noch gar nicht fertig waren mit dem Song. Somit kürzte ich spontan ab und war froh, sind meine Mitmusiker und ich so gut eingespielt, dass einige Blicke von mir reichten, dass sie mitzogen. So kam unser letzter Ton genau auf das Ende der Show.

Mit welchen Emotionen bist du mit dem Zug nach Bern zurückgereist?

Ich war zufrieden und erfüllt, aber auch müde und vorfreudig aufs Bett. Da meine beiden Kinder noch sehr klein sind, jeweils vor sechs Uhr aufwachen und mich in Beschlag nehmen, egal ob ich nun Konzert hatte oder nicht, gibt das oft etwas kurze Nächte für mich…

Wie ist es für euch, in Kirchen zu spielen?

Immer wieder schön. Für die Tontechniker ist es eine Herausforderung, da es gerade in so hohen Kirchen hallt und somit der Sound nicht so kontrollierbar ist wie in einem Konzertlokal. Aber dafür ist es fürs Auge schöner...

Was möchtest du sonst noch sagen? Eventuell was über deine Hochsensibilität?

Die Frage ist mir grad zu offen… da könnte ich ein Buch drüber schreiben… Ich gehe jedoch offen damit um. Die CD und das Buch «Sensibeli – Ich bin so wie ich bin» von mir sind ein guter Einstieg...

Liebe Jaël, danke für das Gespräch und bis bald.


Auch die zwei Musiker der Begleitband überzeugten vollends.



Die Fangemeinde liess die charismatische Sängerin und ihre Begleitband nur ungern ziehen...


Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt 




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