Kalle's Musik-Corner in der Braui Hochdorf: Die zweite Rock-Night begeistert mit Klassikern von Bon Jovi und China (mit grosser Bildergalerie)
Die erste Rock-Night 2024 war ein grosser Erfolg. Deshalb legte das OK mit den Geschwistern Manuela und Rolf Bischof nach und engagierte die wohl beste Bon Jovi Tribute Band dieses Planeten, New Jersey, sowie das Schweizer Urgewächs China, das in den 80ern internationale Erfolge erreichte und dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Beide Bands überzeugten die Fans von kraftvollem, hartem Rock. Und beide streuten auch Rockballaden ein.
Die zweite Rock-Night wurde organisiert von Manuela Bischof aus Hochdorf, die als eingefleischter Schlagerfan bekannt ist, und ihrem Bruder Rolf. Manuela Bischof erfuhr nachmittags um zwei Uhr, dass die erste angesagte Band Squaw wegen einem gesundheitlichen Problem zum ersten Mal in 30 Jahren nicht auftreten konnte. Manuela spielte ihre Erfahrung und ihre Beziehungen aus und organisierte Chris Hügli und Rushi Rothen von der Band Myall-Lake. Ruschi Rothen ist zudem bei der AC/DC-Coverband Whole Lotta DC dabei, die 2024 die Anhänger von AC/DC in Hochdorf total begeisterte. Die Fans nahmen die Programmänderung total gelassen hin, genossen die guten Coversongs wie etwa «Crazy Little Thing Called Love» und «Highway To Hell» oder genehmigten sich ein gemütliches Bier an der Bar.
Bon Jovi geht einfach immer und überall
Dann kamen sie, die Italiener, die seit 2007 in Hunderten von Shows in 12 Ländern über 100 Bon Jovi-Songs im Repertoire haben und die unglaublichen Kompositionen von John Bon Jovi, Richie Sambora und Desmond Child darbieten. Da sie sich auf ihrer Homepage als «worlwide greatest tribute to Bon Jovi» ankündigen, waren die Erwartungen entsprechend hochgeschraubt. Doch die fünf Jungs um Sandro Casali hielten das Versprechen. Auf die Frage, woher er genau komme, sagte Sandro «Bon Jovi» Casali: «Ich komme aus Mailand, und auch der Rest der Band kommt aus Norditalien. Wir freuen uns sehr, wie die Crowd in Hochdorf mitgegangen ist». Tatsächlich fiel es auf, wie viele Leute jede Zeile der Songs mitsangen und die Stimmung konstant hochblieb, auch bei der unglaublichen Ballade «Bed Of Roses». John Bon Jovi selber habe ich immer bewundert für sein skandalfreies Leben und dass er während Jahrzehnten starke Songs raushaute und ergreifend performte. Natürlich kannte jeder nachher Bon Jovi-Songs, die nicht kamen, so etwa seinen Solo-Hammertitel «Blaze Of Glory». Die Fünf machten nur sehr spärlich Ansagen, was einige bemängelten. Dafür stand die Musik total im Mittelpunkt. Sandro Casali erlaubte sich einmal den Spruch «If you come closer, you can touch the singer»... Ich habe selber sechs Alben von Bon Jovi und eine DVD: «This Left Feels Right», von 2003 von Bon Jovi mit Unplugged-Versionen der grössten Hits, die ich oft höre. Da bewiesen Bon Jovi, dass die Smasher auch in langsam funktionieren. Ein Fan sagte mir: «Die Stimme von Sandro Casali ist deutlich besser als die aktuelle von John Bon Jovi, doch John hat noch mehr Charisma. Bei ihm würden die Damen in Ohnmacht fallen.»
Bei den anderen beiden hat es geklappt mit dem Priesterwerden, während ich eher dem Teufel ab dem Karren gefallen bin» (lacht schelmisch). Joe Bachmann, der bis zur 4. Klasse in Beromünster aufgewachsen ist und noch manche Anekdote auf Lager hat.
China mit einem ehemaligen Hildisrieder in ihren Reihen
Dann war die Reihe an China: Werner «Hardy» Hartmeier (vocals), Claudio Matteo (vocals, guitar), Freddy (Laurence) Scherer (guitar), Marc Lynn (bass) und Ralph «Tosi» Tosoni (drums). Scherer und Lynn haben es auch zu Gotthard und damit in die allerhöchste Hardrock-Liga geschafft, spielen jedoch auch noch bei China mit. Ihre Hits «In The Middle Of The Night», «Sing In The Sky», «Wild Jealousy» und «Shout It Out» bleiben bei Classic-Rock Fans bis heute unvergessen. Die neueren Songs der jetzigen Formation, «Love Someone» und «Ran Out Of Love», wurden von der Rock-Gemeinde ebenfalls frenetisch gefeiert. Nach einer Stunde sagte ein Kollege: «Ein sanfterer Song würde dem Set jetzt guttun». Es war wie eine Bestellung beim Universum: China spielten die wunderbare Ballade «So Long». Viele waren extrem begeistert, dass nach all den Bon Jovi-Krachern die Stimmung konstant hoch blieb bis zur Zugabe von China, «Proud Mary» von John Fogerty, bekannt in den Versionen von CCR und von Tina Turner. «Wir spielen sonst fast nur eigenes Material, doch für diesen Rockstampfer machen wir gerne eine Ausnahme», meinte Bassist Marc Lynn, der bei einer Ansage erwähnte, dass er ganz in der Nähe gewohnt habe. Beim Bier an der Bar konnte ich ihn darauf ansprechen: «Ja, ich habe von 2007 bis 2015 ein Haus in Hildisrieden gehabt, war aber viel unterwegs. Jetzt wohne ich in Neuenkirch, habe aber noch Wohnsitze in Lugano und in Deutschland». Ein richtiges Rockerleben halt...
Joe Bachmann mit Möischterer Wurzeln und guten Geschichten
Beim Gig dabei war auch Joe Bachmann, der das letzte Jahr noch DJ bei der Rock Night in Hochdorf war und unter anderem oft in der Schüür in Luzern auflegt. Er gleicht Steve Lee zum Verwechseln und ist seit August 2024 an der Seite von Brigitte Voss, der Witwe von Steve Lee, die auch an der Rock Night war. Joe Bachmann sagte an der Bar gegenüber dem Michelsämter: «Ich bin bis zur 4. Klasse in Beromünster zur Schule gegangen, seither lebe ich in Emmenbrücke. Ich war Vorturner beim STV Beromünster, war mal der Einzige, der den Salto konnte auf der Bühne (lacht). In der Jungwacht war ich mit Kardinal Kurt Koch und mit dem ehemaligen Propst von Beromünster, Josef Wolf. Unser Religionslehrer meinte, wir sollten alle drei Priester werden. Bei den anderen beiden hat es geklappt, während ich eher dem Teufel ab dem Karren gefallen bin» (lacht schelmisch). Er war schon bei Auftritten der Pink-Floyd Coverband «Black Diamond» und dreimal bei Nazareth DJ. Auch Pädu Ziswiler von der Band «Hang Loose» war unter den Fans. Ein richtiges Rockertreffen halt...
Ein vollauf gelungener Event
Eine junge Konzertbesucherin aus Zug sagte nach dem Konzert anerkennend: «Das war richtig cool. Mit der Musik meiner Generation kann ich nichts anfangen, ich höre gerne uralte Songs etwa von Black Sabbath und Led Zeppelin, und ich bin begeistert von den Songs von Bon Jovi und von China.»
Und die verantwortliche Organisatorin für den Event, Manuela Bischof, sagte: «Es war mega cool und eine super Stimmung. Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Ja, wir sind schon wieder in der Planung für 2026. Die 3. Rock-Night steigt im März 2026!»
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt