Kalle's Musik-Corner auf den Spuren einer Legende: «Grease» begeistert alle Generationen (mit grosser Bildergalerie)
Schwelgen in Erinnerungen mit Pomade im Haar: «Grease», eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. 1978 wurde es mit John Travolta als Danny und Olivia Newton-John als Sandy sehr erfolgreich verfilmt. Das Musical lässt einen wieder eintauchen in eine Zeit voller Sehnsucht, Rebellion und Rock’n’Roll. Jetzt lief es bis 26. Januar im Theater 11 in Zürich. Es scheint zeitlos und begeistert noch heute alle Generationen.
Sie gehören zu meinen Lieblingstiteln aller Zeiten: «Grease» von Frankie Valli und «You’re The One That I Want» von Olivia Newton-John, in die damals die halbe Klasse unglücklich verliebt war, und John Travolta, in den die andere Hälfte der Klasse verliebt war. Travolta war ein Jahr zuvor schon mit «Saturday Night Fever» bekannt geworden und steigerte mit «Grease» seinen Ruhm weiter. Und auch alle anderen Songs wie «Summer Nights», «Sandy» und «Hopelessly Devoted to You» sind zeitlose Klassiker geworden, die ich immer wieder feiere. Jetzt ist wieder 1978, und die ganz Jungen feiern mit!
Pomade, Lederjacken, heisse Autos und richtig gute Musik
Im Theater 11 in Oerlikon bin ich immer wieder gerne, reise immer mit dem öV an. An 12 Abenden hintereinander genossen nun je 1400 Fans das Gebotene: «Greased Lightning!» Pomade, Lederjacken, heisse Autos und natürlich viel richtig gute Musik: Grease gehört seit den 70er Jahren zu den absoluten Kult-Musicals. Warren Casey und Jim Jacobs dachten sich die Geschichte aus und schrieben auch die Musik. 1971 kam das gleichnamige Musical zunächst als fünfstündige Amateurproduktion in Chicago auf die Bühne. Im Februar 1972 feierte das Stück am Broadway Premiere. Kult-Status erlangte Grease schliesslich durch den Film von 1978, in dem Olivia Newton-John und John Travolta die Hauptrollen spielen. 1982 gabs schliesslich «Grease 2». Der Film wurde bei Kritik und Publikum ein totaler Flop, als schlechtester Musikfilm aller Zeiten verschrien. Originalzitat: «Musikalisch uninteressanter und inszenatorisch einfallsloser Aufguss. Die Dürftigkeit der Story – Boy trifft Girl und kriegt es schliesslich mittels einer Superman-Maskerade – wird nur noch durch die schwachen Leistungen der Hauptdarsteller und die nicht dazu passende Musik übertroffen.»
Viele Junge und ganz Junge feiern das Musical von 1978
Auch auf den Bühnen im deutschsprachigen Raum konnte Grease (natürlich ist das Original gemeint) grosse Erfolge feiern. Die Zeitreise in die 50er funktioniert noch immer. Was mich erstaunte war, dass so viele Junge und ganz Junge im Publikum sassen und jeden Song kannten. Was ist da bei der Sozialisation und im Musikmarkt schief gelaufen, dass die keine eigenen Songs haben und stattdessen die von ihren Eltern und Grosseltern abfeiern? Ich sprach mit einigen Jungen in der Pause und stellte fest, sie hören schon auch viel andere und ganz andere Musik, sind generell musikinteressiert. Ihnen gefallen die Tanzschritte, die Story und die wuchtigen, abwechslungsreichen Songs.
Direktimport aus London in der Originalsprache
Das Musical wurde im Theater 11 in Originalsprache, also in Englisch, aufgeführt. Man kam also in den Genuss der Originalversion, die vorher genauso auch in London aufgeführt wurde. Der Cast wurde nach Zürich eingeflogen. Auch ich, der recht gut englisch spricht, verstand nicht alle Jokes und alle Ausdrücke der Gassensprache. Trotzdem wirkte es authentisch, und die urbanen Jugendlichen aus dem Millionen-Zürich sind sich Englisch von Filmen und von ihren Songs gewohnt. Produzent und Veranstalter Thomas Dürr zeigte sich begeistert: «Grease in Zürich war ein voller Erfolg. Es ist grossartig zu sehen, wie die zeitlose Magie von Grease das Publikum in ihren Bann zieht und die Energie des Rock’n’Roll die Zuschauer von den Sitzen reisst.» Es war wirklich ein tolles Erlebnis, ich bin sicher bald wieder mal in Oerlikon, um internationale Kultur zu erleben.
Text: Karl Heinz Odermatt, Bilder: Stephan Graf/Karl Heinz Odermatt