Kalle's Musik-Corner: 40 Jahre Tabaluga, 73 Jahre Peter Maffay
Ende Oktober 2022 kam eine Doppel-CD raus, die ein Jubiläum markiert: Seit nunmehr 40 Jahren erzählt Peter Maffay die Geschichte vom kleinen Drachen Tabaluga. Das neuste, siebte Werk der Serie mit dem Namen «Tabaluga – Die Welt ist wunderbar!» beinhaltet wieder alles, was Peter Maffay ausmacht, der 21 Nummer-eins-Alben rausgebracht und über 50 Millionen Tonträger verkauft hat.
Peter Maffay wurde am 30. August 1949 als Peter Alexander Makkay in Brașov, Rumänien geboren. Er ist Sänger, Gitarrist, Komponist und Musikproduzent. 1970 hatte er mit «Du», einer unsterblichen Schnulze, seinen ersten Hit. Vom Schlagersänger entwickelte er sich zum Rocker mit Lederjacke. Vielfältigkeit war immer schon sein Markenzeichen. Er bewegt sich virtuos zwischen Schlager, Rock, Rockkitsch und Kunst. Von der Hitparadenseligkeit der 70er bis zum ernstzunehmenden Interpreten, der mit dem Album «Begegnungen» 1998 sogar Weltmusik machte, war es jedoch ein weiter Weg. 1983 erfand er den kleinen Drachen Tabaluga, liess ihn quasi aus dem Ei schlüpfen: ein lebensbejahendes, engagiertes, weltverbesserisches Musical war geboren. Maffay war mit jedem der Tabaluga-Alben auch auf ausgedehnter Tour, neben seinen vielen sonstigen Aktivitäten. Als Kind spielte er Geige. «Daher kommt meine Affinität zur orchestralen, klassischen Musik. Hardcore-Klassik ist weniger meins, da steh ich nicht drauf», sagte er einst. Für Tabaluga gründete er eine Stiftung für traumatisierte Kinder. Auf dem ersten Album aus der Serie, «Tabaluga oder die Reise zur Vernunft» im Jahr 1983 war als Schlusssong «Nessaia» drauf mit den Zeilen
«Ich wollte nie erwachsen sein, hab immer mich zur Wehr gesetzt. Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben. Erst dann, wenn ichs nicht mehr spüren kann, weiss ich es ist für mich zu spät, zu spät.»
Bei der Vorstellung des neusten Werks «Tabaluga – Die Welt ist wunderbar» im Oktober 2022 sagte Maffay: «Seine Kindlichkeit zu bewahren ist das Vernünftigste, was man tun kann.» Mein Lieblingslied darauf ist die symphonische Ballade «Königreich der Liebe», bei der Stefanie Heinzmann mitsingt und mit dem grossen Peter Maffay perfekt harmoniert. Sie ist neben Sina die beste Stimme aus dem Wallis. Dank Stefan Raab schaffte sie 2008 mit «My Man is a Mean Man» auch in Deutschland den Durchbruch und ist seither ein sicherer Wert in der Musikszene. Der Text von «Königreich der Liebe» ist überragend:
«Es geht nicht um die Farbe deiner Haut oder um das woran du glaubst – komm wir bau'n ein Königreich mit Liebe auf dem Thron. Wir schau'n auf dieselbe Sonne und auf denselben Mond. Wir teilen uns dieselbe Erde, sind alle im selben Boot.»
Auf dem neuen Werk geht es um Energiepolitik und Naturschutz, und auch um Optimismus: «Es ist keine Utopie: Wir müssen es nur alle wollen, die Welt zu retten! Es ist noch nicht zu spät. Das Raumschiff Erde ist unsere Heimat. Wir dürfen sie nicht zerstören. Wir müssen uns beeilen: Die Welt ist wunderbar!»
Das Album hatte nicht nur gute Kritiken, ich finde es gelungen, da es eine positive Botschaft hat und sehr abwechslungsreich ist. So lange wie Peter Maffay schon starke Songs schreibt und relevant ist, das muss ihm erst einer nachmachen. Ich verfolge die Karriere von Peter Maffay schon seit meiner Zeit, als ich die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck schaute. Als Teenager sagten wir statt «Peter Maffay und seine Band» auch mal «Peter Maffia und seine Bande», doch auch das war liebevoll gemeint, denn mit Songs wie «Liebe wird verboten», «Diese Sucht, die Leben heisst», «Eiszeit», und «Lieber Gott...» gab er uns Stoff für Diskussionen und Sinnfragen.
In der gleichen Liga in Deutschland sind nur noch Udo Lindenberg, Udo Jürgens, Herbert Grönemeyer und Marius Müller Westernhagen. Lang lebe sie, die gut gemachte, melodiöse Musik mit Haltung und Message!
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt