Skip to main content Skip to page footer

Jung und engagiert? Ohne Stimmrecht!

Bereits vor der Abstimmung vom 9. Februar 2025 über das Stimmrechtsalter 16 auf kantonaler Ebene hat mich die, meines Erachtens, wenig ausgewogene Berichterstattung der Medien erstaunt. Dies betreffend Engagement der jungen Menschen für politische Belange. In der von uns abonnierten Lokalzeitung wurde bereits am 28. November 2024 über den Willen der jungen Menschen berichtet, die sich politisch einbringen wollen.

Trotz Jungparteien, Jugendparlament, Jugendsession, Kind- und Jugendkommission, Schulbesuchen von Gemeinderäten, nahm ich 2024 bei drei unterschiedlichen, politischen Veranstaltungen praktisch keine Menschen unter 25 Jahren wahr. Am 21. Oktober beim Podiumsgespräch zum Thema Parteizugehörigkeit mit überdurchschnittlich jungen Politikern in Sempach Station, lokalisierte ich keine Handvoll unter 25 Jahren. Am Gemeindeinformationsabend vom 22. Februar in Beromünster mit 300 Anwesenden fielen mir keine 10 unter 25-jährige auf und am FDP Parteitag vom 8. Dezember in der voll besetzten Stadthalle in Sempach vielleicht ein Dutzend. Dies obwohl ab 16-jährige bei diesen Ereignissen willkommen sind.

Bestätigt wurde mein Wahrnehmen durch den Kommentar einer lokalen Chefredaktorin. Sie recherchierte, dass an vier Gemeindeversammlungen in der Region 2-7 Prozent der Stimmberechtigten anwesend waren. Das lässt mich fragen, mit welchen Zielen in den Medien beinahe euphorisch über das politische Engagement der jungen Menschen berichtet wird. Dazu erneut eine halbe Seite zum Abstimmungsresultat in der Ausgabe vom 13. Februar 2025 mit folgender, zu hinterfragenden Aussage von Samuel Zbinden, Kantonsrat und Präsident Grüne Sursee: «Es war beeindruckend mit wie viel Engagement und Hingabe sich all die jungen Leute, viele von ihnen selbst noch nicht 18-jährig, für diese Initiative eingesetzt haben».

Aus meiner persönlichen Sicht ist es «modern», zuerst zu fordern, dann eventuell zu liefern. So habe ich viel, viel mehr Engagement der jungen Menschen vor dieser für sie doch so wichtigen Abstimmung erwartet.

René Reinert, Beromünster




Das könnte Sie auch interessieren