Jubeltrubel, Konfetti und Risotto für die Kleinsten
Die Lindenhalle war am SchmuDo-Nachmittag ein reinster, vor Stimmung dampfender Kochtopf. An der Kinderfasnacht von Gunzwil brodelt es vor buntem Treiben an allen Ecken und Enden. Die Fleckenzunft machte es möglich.
Vom Baby bis zur Oma kamen sie in Scharen: die Globis, die Zebras, Löwen und Polizistinnen, Narren, Banditen und Prinzessinnen – alle bunt verkleidet, vergnügt in heiterer Aufregung. Papis tragen Knirpse auf den Schultern, Mamis füttern Kleinkinder mit Risotto, die grösseren schlenkern eine Polonaise und andere hüpfen auf der Bühne herum. Derweil können sich die Eltern in Kostümen zurücklehnen, sich unterhalten und das Treiben verfolgen. Was für ein Gaudi!
Perfekter Wellengang
Die Hände haben alle voll zu tun. Auch Zunftmeisterin Petra I. mit Gefolge schaufelt sich eine Portion Getreidebrei in den Mund: Perfekte Seemannsnahrung. Sie alle strahlen. «Es ist so toll, dass diese Kinderfasnacht weitergeführt wird!», ruft sie im Lärm mit leicht angeschlagener Stimme, und die Szenerie gibt ihr Recht: Volles Haus und beste Stimmung.
Draussen Regen – drinnen Beben
Die Lindenhalle ist für den Oelibrönnerball ein Tag später bereits dekoriert und eingerichtet im Italo-Stil. Die Hallenmitte markiert eine viereckige Ausschanktheke, die von allen Seiten her von durstigen Kehlen belagert wird, und im Foyer schöpfen Helferinnen Risotto im Akkord. Kinder sammeln ausdauernd Konfetti vom Boden, um sie wiederholt in die Luft zu werfen. Dreimal marschieren an diesem Nachmittag Guuggenmusigen ein und lassen die Halle beben. Eltern legen ihren Schützlingen den Pamir um, Mütter tanzen mit Babys auf dem Arm. Was für ein Fest! Draussen toben Wind und Regen, heute Abend wird manches Kind gut einschlafen.
Nachfolge gesichert
Dass die Gunzwiler Kinderfasnacht dieses Jahr überhaupt stattfinden konnte, ist keine Selbstverständlichkeit. Zuvor war sie über viele Jahre von den Oelibrönnern organisiert worden, welche diese Aufgabe nun abgaben. Eine Organisationsnachfolge wurde letzten Herbst gesucht – kein leichtes Unterfangen. Doch die Fleckenzunft Beromünster packte die Chance beim Schopf und sprang in die Bresche. Wie sich zeigt, mit Erfolg. Ein tatkräftiges OK mit Fleckenzünftlerin Ingrid Oehen als Hauptorganisatorin legte sich ins Zeug und ermöglicht nun den Fortbestand dieses traditionellen, fasnächtlichen Kinderfestes. Die Erwachsenen freuts auch.
Im OK dieses närrischen Kinderfestes waren Heidi und Severin Lang, Elena Dali, Steffi Schätti, Petra Herzog und Kenita Käch. Mit grosser Kelle als Risottokoch verantwortlich zeichnete sich Roland Zeidler. Ein mottogerechter Parcours wurde für die Kinder erstellt, mit Schwimmringwerfen, Fischen, Mohrenkopfschleudern, Sandsack werfen und Hindernisparcours. Zu Beginn durften die Kinder ein Säcklein bemalen und bekamen einen «Parcours-Pass». Wenn die Karte am Schluss voll war, durften sie ein Geschenklein abholen. Beste Beschäftigung mit Unterhaltung war gegeben und es wurden rund 220 Kinder gezählt und 150 Erwachsene – das nur grob geschätzt. Der Sirupkanister dieses fröhlichen Narrenschiffs musste auf jeden Fall mehrmals nachgefüllt werden.
«Wir machen das nächstes Jahr wieder!», konstatiert Ingrid Oehen zufrieden, die letztes Jahr als Fleckenzunftmeisterin gewaltet hatte. «Es ist eine tolle Sache und geniale Zusammenarbeit mit den Oelibrönnern, die das fertig eingerichtete Areal ihres Guuggeranlasses der Kinderfasnacht zur Verfügung stellen. Auf ein engagiertes OK – nicht nur aus Zunftmitgliedern – wird sie weiterhin zählen können. «Wir hatten grosse Freude an den Kindern und ihren Eltern!»
Ursula Koch-Egli