Ja zum unverbauten Schlösslihang
Ich folgte am 1. März 2023 der Einladung zur Orientierungsversammlung, um mich noch einmal vertieft über die Gemeindeinitiative «JA zur Freihalte- und Grünzone Schlössli Höchi» zu informieren. Dabei nahm ich zur Kenntnis, dass die Gemeindebehörde bei den Bewilligungsverfahren zum geplanten Bauprojekt dem gültigen Recht entsprochen hat. Geblieben ist mir aber auch eine Wortmeldung in anderem Zusammenhang, dass «was rechtens ist, nicht immer das Richtige ist».
Für die IG Baukultur ist die Initiative ein Herzensanliegen und ihre Argumente sprechen auch mir aus dem Herzen. Ich erschrak, was am sensiblen Siedlungsrand gebaut werden soll und darf. Der ausgesteckte hohe Stangenwald und die Enge der Häuser zueinander lassen erahnen, dass auch die künftigen Bewohner kaum mehr den jetzigen schönen Blick auf das Ortsbild geniessen werden können. Das Bauprojekt wirkt uniformiert und auf maximalen Gewinn ausgelegt. Einen Zusammenhang mit ansprechenden Landhäusern und Rücksicht auf die historische Bedeutung des Schössliwaldes oder den sensiblen Siedlungsrand sehe ich beim besten Willen nicht.
Auf die geologischen Gegebenheiten (sandiger, loser steiniger Moränenhang) wurde nicht näher eingegangen. Als Laie halte ich einen solchen Hang eher für einen guten, natürlichen Wasserfilter. Einen geeigneten Bauplatz kann ich schon wegen der Steilheit und Ausrichtung des Hanges gegen Osten nicht ausmachen.
Und nicht zuletzt die möglichen Kosten: Es drohen der Gemeinde Kosten in der Höhe von 2.2 Mio Franken – das ist viel Geld! Ob diese Kosten tatsächlich auf uns zukommen werden, ist ungewiss und kann anscheinend nur von einem Gericht entschieden werden. Andere drohende Kosten durch die Bebauung des Hanges wurden nicht zur Sprache gebracht. Ich denke an die Hangrutschgefahr, Wassereinbrüche, Bauschäden an der bestehenden unteren Häuserzeile, Einbussen für das Grundwasser und die Wasserfassungen: Auch hier drohen langwierige Rechtsstreitigkeiten mit der Bauherrschaft mit unabsehbaren Kosten für die Gemeinde.
Mich überzeugen die Argumente der Gemeindeinitiative.
Roland Köpfli, Beromünster