Ist die geplante Umfahrung von Beromünster wirklich alternativlos?
Als eines der Hauptargumente für die geplante neue Umfahrungsstrasse von Beromünster, über die am kommenden 18. Juni 2023 im Kanton Luzern abgestimmt wird, wird immer wieder auf die Alternativlosigkeit des bestehenden Projekts verwiesen. Zwar wurden in der Vergangenheit unzählige engere und weitere Umfahrungsvarianten entwickelt und geprüft, dabei wurden aber die am nächsten liegenden Möglichkeiten zur Problemlösung kaum diskutiert. Eine Temporeduktion im Flecken und auf den Zufahrtsstrassen könnte ohne bauliche Massnahmen bereits eine wesentliche Beruhigung und Entlastung bringen. Eine Sperrung der Ochsenkreuzung, welche insbesondere für den Schwerverkehr ein Nadelöhr bedeutet, wäre heute schon möglich wie dies die Markttage und weitere besondere Anlässe beweisen, bei denen die Durchfahrt durch den Flecken gesperrt ist. Natürlich bräuchte es für eine nachhaltige Lösung auch weitere flankierende bauliche Massnahmen. Diese würden aber mit Bestimmtheit keine hohen zweistelligen Millionenbeträge erfordern. Zudem könnte man diese Massnahmen auch kurzzeitig und schrittweise treffen bzw. man hätte diese schon lange treffen können. Kurz, das vorgelegte Projekt ist in dieser Form unnötig und viel zu teuer und widerspricht dem aktuell im Kantonsrat diskutierten Verkehrs- und Mobilitätskonzept «Zukunft Mobilität Luzern» (Zumolu), das primär auf eine bessere Nutzung der bestehenden Infrastruktur setzt.
Robert Galliker-Tönz, Beromünster