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Interview mit Carmen Beeli, abtretende Gemeinderätin Beromünster nach 20 Jahren: «Ob sich ein Weg lohnt, erkennst du erst, wenn du los gegangen bist»

Nach 20 Jahren Engagement auf Gemeindeebene beendet Carmen Beeli ihre politische Arbeit im Ressort Soziales. Der Anzeiger Michelsamt traf sich mit ihr zum Gespräch über ihre Motivation für die Politik, über Erreichtes und noch weiter zu Entwickelndes und über Ihre persönliche Zukunft.

Carmen Beeli schaut auf 20 Jahre engagierte Politik zurück und nun auch ein wenig nach vorn.



Carmen Beeli, wie sind Sie dazu gekommen, sich in der Politik zu engagieren?

Zur Politik kam ich mehr durch Zufall als geplant: eigentlich wollte die damalige CVP meinen Mann für ein Gemeinderatsmandat gewinnen. Der konnte dies aus beruflichen Gründen nicht leisten, weshalb er empfahl, sie sollten doch mich anfragen. Ich war an einem beruflichen Wiedereinstieg interessiert und so begann meine Gemeinderatskarriere. Die vielfältigen politischen Aufgaben haben mich schon bald fasziniert und auch herausgefordert. Durch learning by doing und mithilfe von Weiterbildungen habe ich mich immer weiter in die vielfältigen Aufgabenbereiche eingearbeitet.

20 Jahre politisches Engagement sind eine lange Zeit, hätten Sie das jemals gedacht?

Die Ausgangslage war so, dass ich im September 2004 mein Amt angetreten habe mit der Aussicht, dieses nach der Fusion mit Beromünster, also eineinhalb Jahre später wieder abzugeben. Daraus wurde bekanntlich nichts und ich blieb die nächsten 20 Jahre im Gemeinderat. Also nein, das habe ich damals sicher nicht so geplant oder erwartet.

Worauf sind Sie am meisten stolz, was Sie in den letzten 20 Jahren erreicht haben?

Stolz ist vielleicht das falsche Wort; aber glücklich und zufrieden, dass so einige Dinge gelungen sind, bin ich schon. Es waren unzählige Projekte; Fusionsprojekte der Gemeinde und der Spitex, Einführung der Kinder- und Erwachsenenbehörde, Einführung HRM2, Überführung des Pflegewohnheimes Bärgmättli in eine AG, Ortsplanung, Führungsmodell-Wechsel, um nur ein paar zu nennen. Aber besondere Freude bereitet mir der Bereich Kinder und Jugend (BKJ), der nach einer langen Zeit der Umbrüche und Neuorganisationen jetzt institutionalisiert und stark in der Gemeinde verankert ist. Dies zeigt auch das unicef Label «Kinderfreundliche Gemeinde», das am letzten Wochenende mit einem fulminanten Kinder- und Jugendfest entgegengenommen werden durfte. Oder unsere Spitex MBS, die nach turbulenten zwei Jahren nun kompetent, professionell und gut organisiert die ambulante Pflege in unserer Gemeinde leistet. Und natürlich das Bauprojekt des Pflegewohnheimes Bärgmättli. Ich freue mich sehr auf den Neubau Bifang Park, der als Kompetenzzentrum für Beromünster eine Bereicherung sein wird.

Welches war Ihre Philosophie bei der praktischen politischen Arbeit?

Ich habe bei den vielfältigen Aufgaben in meinem Ressort Gesellschaft und Soziales immer versucht, das Gute im Menschen zu erkennen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Genau hin zu hören und die Anliegen der Bevölkerung möglichst in die Arbeit einzubinden, sind sicher Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Wirken. Meine Diplomatie, meine Offenheit, mein Humor, meine pragmatische Herangehensweise und manchmal auch meine Hartnäckigkeit haben mir dabei oft geholfen.

Was waren die lustigsten Begebenheiten in den 20 Jahren?

So einige: es gab Verwechslungen, Missverständnisse und Fehlschlüsse, die zu lustigen Ereignissen führten. Da hat mir mein Humor immer geholfen, die Situation gelassen anzugehen. Und auch darüber konnte ich lachen: Eine Dame hat mir ganz am Anfang als Gemeinderätin gesagt: «…gäll, dä Blazer hesch aber scho emol agha…?» Dies hat mir gezeigt, wie sehr ich als Gemeinderätin in der Öffentlichkeit stehe und eben nicht nur meine Worte oder mein Wirken wahrgenommen werden.

Haben Sie ein «politisches Vermächtnis»?

Ich hoffe doch schon, dass mein Wirken den einen oder anderen Eindruck hinterlassen hat. In den letzten Jahren war es die Aufgabe des Gemeinderates, sehr viel Vorbereitungsarbeit für die anstehenden Projekte zu leisten. Es liegt nun an der nächsten «Generation», die Bevölkerung ins Boot zu holen, damit diese Projekte eine breite Unterstützung erhalten und zu einem guten Ende geführt werden können. Dann erfreue ich mich an unserem neuen Bifang Park, in einer ansprechenden Umgebung mit vielen Begegnungsmöglichkeiten. Halt eine Gemeinde mit Sozialraum für Jung und Alt.

Was machen Sie nun ab Sommer mit der frei werdenden Zeit?

Ich wechsle nun von der Pflicht zur Kür, das heisst, ich habe einfach mehr Zeit für Dinge, die ich schon immer gerne gemacht habe:wandern, biken, Skifahren, fremde Länder bereisen, Familie und Freunde bekochen, die fünfte Jahreszeit geniessen und vieles mehr.

Was möchten Sie sonst noch sagen, wenn Sie schon grade mal das Wort haben?

Es war mir eine Ehre.


Ihren Hobbys mit Freude mehr Zeit widmen heisst für Carmen Beeli:


Reisen in ferne Länder.
Als Gastgeberin meine Familie und Freunde verwöhnen. 
Wandern und biken in den Bergen.
Fasnacht zelebrieren... und noch einiges mehr!


Interview: Karl Heinz Odermatt, Bilder: zvg




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