In ihrem Job geht es immer um das Leben und die Menschen
Am Luzerner Kantonsspital begegnen sich Lernende aus 14 verschiedenen Ausbildungen tagtäglich und arbeiten Hand in Hand. «Wie läufts bei dir, wie war dein Tag?» Sieben von ihnen erzählen von den Herausforderungen ihres Berufes, was ihnen dabei wirklich Spass macht und was ihre klare Motivation ist.
«Wie läufts bei dir, wie war dein Tag?» Sieben Lernende aus vier verschiedenen Ausbildungen des LUKS sitzen zusammen am Tisch, sprechen von ihrem Berufsalltag, den verschiedensten Herausforderungen und ihrer Motivation.
Noelia ist Lernende Köchin und als solche ist von ihr in der Spitalküche extreme Flexibilität gefragt. Der Fachkräftemangel macht sich spürbar und so muss sie stets umorganisieren, jeden Tag auf einmal wieder umkrempeln, wenn mal statt zehn plötzlich nur vier Köche verfügbar sind. «Da bist du manchmal schon froh, kannst du am Abend heimgehen!», lächelt sie. «Ja, auch bei uns gibts oftmals Ausfälle», fährt Miguel fort, er ist Lernender Gebäudereiniger. «Dann helfe ich eben anderen aus und springe für die Zimmerreinigung ein, denn: Die Patienten haben immer erste Priorität!» Dies gilt auch in der Informatikabteilung, wo der ICT-Lernende Yannick laufend Tickets abarbeiten muss, das heisst: telefonisch Probleme lösen, wenn bei einer Person irgendwo im riesigen Netzwerk des LUKS-Systems am Computer etwas nicht funktioniert. Mia, Lernende FaGe, erzählt ruhig: «Heute sind bei uns zwei Patienten gestorben, wahrscheinlich stirbt auch noch ein Dritter.» In ihrer Funktion ist sie sehr nahe am Patienten, muss mit vielem klarkommen und ist froh um die Begleitung im Team. Auch Marco als Lernender Kaufmann ist in solche Fälle involviert. «Oft geht es um Rechnungen an die Angehörigen, eventuell Betreibungen oder andere Formalitäten. Und immer steht die Geschichte eines Menschen dahinter!», sagt er.
116 Lehrabschlüsse
«Wo bist du eigentlich stationiert?» will Marco von ihm wissen. Viele der Berufsabteilungen haben am LUKS ständig miteinander zu tun, wo die Leute aber genau sind, wirkt für sie oftmals wie ein Mysterium. «Wir sind eine Stadt in der Stadt!», beschreibt Ingrid Oehen, Leiterin Ausbildung am LUKS, diesen Kosmos von vielschichtig ineinandergreifenden Institutionen. Sie ist verantwortlich für die Ausbildung aller nichtärztlichen Berufe am Spital. «Was an einem Ort geschieht, wirkt sich auf den andern aus», weiss sie. «Mein Job, dein Job – jeder macht seinen Job, aber alles spielt zusammen.» Das bestätigt auch die Lernende FaGe Sarah: «Wenn Abläufe nicht funktionieren, werden wir bei der Pflege ausgebremst.»
Deshalb ist am LUKS das reibungslose Zusammenspiel aller 100 verschiedenen Berufe, die dort ausgeübt werden, von so grosser Bedeutung, denn am Schluss steht immer das Wohl des Patienten. Yasmine, KV-Lernende in der Human Resource-Abteilung, hat mit dem Personal zu tun. Jeweils im Sommer gibt es besonders viele Wechsel, was viel Arbeit erfordert, gleichzeitig muss auch der Schalter bewirtschaftet sein. «116 Lehrabschlüsse gibt es Ende Juli und am 1. August fangen 119 Neue an!», ergänzt Ingrid Oehen.
Garantiert nie langweilig
Nebst den vielen Herausforderungen stehen für die sieben Lernenden jedoch die Highlights ihrer Berufe ganz klar im Vordergrund. «Wir haben viel Abwechslung. Als ICT-Fachmann kann man hier sogar in die Operationssäle!» erklärt Yannick seine Begeisterung für die Arbeit am LUKS. «Wo kann man das sonst schon?» Marco doppelt nach: «Es ist mega spannend hier! Von Patientenabrechnungen über Chirurgie bis zum Lieferdienst sehe ich in so viele verschiedene Bereiche hinein. So versteht man immer mehr, wie der ganze Apparat funktioniert!» «Ja, hier dürfen wir in alle Berufe hineinschauen und auch mitgehen, von der Physio bis zum Rettungsdienst!», sagt auch Yasmine begeistert. Für die Fachpersonen Gesundheit Mia und Sarah ist klar: «Es ist nie langweilig! Von Medizin über Chirurgie zu Palliativ gibt es total unterschiedliche Anforderungen und wir haben mit so vielen Menschen und Charakteren zu tun, das ist mega spannend!» Auch das Team ist für sie von grosser Bedeutung. «Es macht Freude, mit guten Leuten zusammenzuarbeiten!»
Und dass dabei alle auch immer gut verköstigt sein wollen, gefällt auch Noelia. «Jeden Tag andere Menüs und Sachen, die man noch nie gemacht hat», freut sie sich. Besonders toll ist für sie, wenn sie vorne im Restaurant beim Schöpfen in Kontakt kommt mit den Gästen. Und für Miguel kanns nicht hoch genug hinausgehen. «Wir haben hier immens grosse Geräte!», sagt er betont. Gut gesichert auf einer riesigen Hebebühne die Aussenreinigungen am Gebäude auszuführen, macht ihm besonders Spass.
Auf den Punkt gebracht
Klar ist, für eine Berufsausbildung am LUKS wird von den Lernenden einiges an Offenheit, Flexibilität und Belastbarkeit verlangt. Aber ob man nun mit Rechnungen, Medikamenten, Computern oder Reinigungsmitteln umgeht in einer Berufsausbildung am LUKS – «Am Schluss geht es immer um ein Menschenleben!», bringt es Marco auf den Punkt. Wohlbefinden, Gesundheit der Menschen – eine Berufsausbildung am LUKS trägt schliesslich immer dazu bei. «Und das Schönste ist», finden alle Lernenden klar, «wenn uns Patienten oder Angehörige Danke sagen!»
Aus ihrem Berufsleben erzählt haben: Miguel Perreira (21), Gebäudereiniger; Yannick Hauser (17), ICT-Fachmann EFZ; Yasmine Weber (20), Kauffrau E-Profil; Marco Büeler (21), Kaufmann M-Profil; Noelia Arnold (18), Köchin; Sarah Hieber (16), Fachfrau Gesundheit; Mia Kristensen (18), Fachfrau Gesundheit.
Eine Ausbildung am LUKS
Als grösster Ausbildungsbetrieb der Zentralschweiz bietet das Luzerner Kantonsspital Luzern-Sursee-Wolhusen über 1900 Lernenden und Studierenden interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Die Berufslehre am LUKS – Sprungbrett in eine spannende, sinnstiftende und abwechslungsreiche berufliche Zukunft.
Ursula Koch-Egli