Im Gespräch mit dem neuen Bademeister, Rainer Suter: «Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung»
Traditionell öffnet die Badi Möischter am Muttertags-Wochenende, also am 10. Mai. Nach der Ära Evi und Adi Niederberger startet die Badi unter neuer Leitung: Der ehemalige Schlierbacher Rainer Suter (56) startet seine 20. Saison als Bademeister. Der Anzeiger Michelsamt hatte die Gelegenheit, ihn bei den Vorbereitungsarbeiten für die neue Saison zu besuchen.
Lieber Rainer Suter, man kennt Sie im Michelsamt, doch noch nicht allzu gut, bitte stellen Sie sich unserer Leserschaft kurz vor.
Ich heisse Rainer Suter, ich bin in Schlierbach und Büron in die Schule gegangen. Nach meiner Lehre als Bäcker- Konditor habe ich noch neun Jahre auf diesem Beruf gearbeitet. Nach einer Weltreise 1994 entschied ich mich dann jedoch, der Schweiz den Rücken zu kehren, um mich auf den Philippinen niederzulassen. Ich arbeitete für eine Schweizer Firma und baute zusammen mit dieser Firma verschiedene Tauchshops in den Philippinen auf. 2006 kehrte ich nach vielen Jahren im Ausland und reich an Erfahrungen und Erlebnissen zurück in die Schweiz.
Seit 2006 arbeitete ich immer jeweils im Sommer in verschiedenen Frei-, Fluss- oder Strandbädern. Im Winter betätigte ich mich noch im Pistenrettungsdienst auf der Rigi, Lenzerheide und zuletzt während Corona auch noch auf der Fiescheralp im Wallis.
Meine Bademeisterkarriere startete ich im Lido Luzern, danach in Beinwil am See, Meisterschwanden, Muri Bern, Köniz Bern und zum Schluss noch in Volketswil im Zürcher Oberland.
In Beinwil am See und Meisterschwanden leitete ich zudem die Gastronomie. Durch die letzten Jahre konnte ich mir gute Kenntnisse von verschiedenen Wasseraufbereitungsanlagen aneignen.
Nach einigen Jahren quer durch die Schweiz freut es mich jetzt sehr, hier in Möischter eine neue Herausforderung anzunehmen.
Ich habe vor 30 Jahren, genau in der Saison 86/87, noch kurz beim FC Gunzwil gespielt, mit legendären Spielern wie Fritz Elster, René Ramundo, Markus Jost oder Puis Schwizer.
Wie war Ihre «Wintersaison» auf den Philippinen, wo Sie ein Guesthouse betreiben?
Ich betreibe mein Guesthouse zusammen mit meiner philippinischen Lebenspartnerin und bin jeweils im Winterhalbjahr dort.
Nach der Corona-Krise ging es im letzten Jahr so richtig los mit Tourismus. Die Philippinen blühen im Moment touristisch, aber auch wirtschaftlich so richtig auf, und wir waren im 2024 praktisch immer ausgebucht mit unserem Guesthouse.
Die Philippinen bestehen aus insgesamt 7641 Inseln, von denen 3144 mit einem Namen benannt und etwa 880 bewohnt sind. Man könnte also rein theoretisch 20 Jahre jeden Tag eine andere Insel besuchen. Die Bevölkerung ist sehr westlich orientiert, spricht sehr gutes Englisch und hat ca. 80 Prozent Katholiken. Seit 30 Jahren bin ich auf den Philippinen. 9 Jahre habe ich permanent dort gelebt. Ich war der erste deutschsprachige Instruktor/Trainer des gesamten Inselstaates und habe in meiner Zeit über 300 Tauchlehrer ausgebildet.
Was hat Sie bewogen, die Stelle als «Bademeister plus» inkl. Restaurant und den Arbeiten, die bisher der Werkdienst ausgeführt hat, hier in «Möischter» zu übernehmen?
Ich sehe es in erster Linie als Win-win-Situation zwischen der Gemeinde als Arbeitgeber und mir. Die Gemeinde hat mit mir während den Öffnungszeiten permanent einen ausgebildeten Bademeister vor Ort. Ich kann zum Lohn noch die Restauration führen und etwas dazu verdienen, erhalte aber auch keine Überzeit ausbezahlt. Zudem mache ich sehr gerne Gartenarbeiten, aber auch Kontakt mit Badegästen, Gäste bedienen, kleinere und grössere Probleme lösen, so «Mädchen für alles» sein, das ist es, was es ausmacht.
Ausserdem habe ich schon seit Längerem wieder etwas in der Region Luzern gesucht, die Ausschreibung dieser Anstellung kam mir somit natürlich sehr gelegen.
Ich habe dies schon in Beinwil am See gemacht, kenne also die Herausforderungen und die vielen Generalisten-Aufgaben, die anfallen, die ich alle gerne mache. Ich habe hier vier Angestellte, die sich ca. 150 Stellenprozent teilen. Dazu habe ich noch einige gute Kontakte und Freunde, welche mich sicher auch unterstützen werden, falls es nötig werden sollte.
Worauf können sich die Badegäste in der Saison 2025 freuen? Was ist neu, was ist anders?
Ich bin von Natur aus eine sehr sachliche und spontane Person. Bevor ich grosse Versprechungen kundgebe, ist für mich das Wichtigste, den täglichen Badebetrieb für unsere Gäste sicher, sauber und geordnet zu gewährleisten. Das heisst, mehr kann man immer machen. Das hängt aber sehr stark von der Kapazität der Infrastruktur und des geeigneten Personals ab. Mein Hauptanliegen ist, den Übergang von Adi und Evi Niederberger zu mir so sanft wie möglich zu machen und nicht alles gleich auf den Kopf zu stellen. Ich habe vorgängig auch sehr viel mit Adi und Evi kommuniziert, um das zu erfüllen. Ich habe gewisse Ideen im Kopf, es wird sich zeigen, was möglich ist oder was nicht. Sicher sind schon mal die beiden Vollmondschwimmen am 10. Juli und 9. August, wo man bis 22 Uhr schwimmen kann. Ich bin gelernter Bäcker-Konditor, da werde ich sicher die eine oder andere Duftnote versprühen.
Was möchten Sie sonst noch sagen?
Ich freue mich riesig auf diese neue Herausforderung und die Bevölkerung der Region Michelsamt kennenzulernen. Wie jeder Bademeister hoffe ich natürlich auf gutes, konstantes Wetter, keine grossen Zwischenfälle und dass der Sommer 2025 nur in bester Erinnerung bleibt. Meine Vorfahren kamen aus dem Muotathal SZ wo ich immer noch Bürger bin. Ich verfolge schon seit Jahren die Wetterfrösche dort, war auch schon an den Versammlungen und bin Gönner. Da kann es ja nur einen heissen und schönen Sommer 2025 geben.
Interview und Bilder: Karl Heinz Odermatt