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Im Flugmodus der Zukunft entgegen

Der Abschlussabend der Sekundarklassen 9a und 9b in Rickenbach war ein erfrischender Höhenflug mit heiteren Crashs durch die letzten Schuljahre, für Eltern und Gäste im Kubus hiess es: Anschnallen und Geniessen. Und vor allem, viel Lachen über den humorgespickten Schlusspunkt einer gewiss nicht immer nur einfachen Schulzeit ihrer Sprösslinge – heute ganz in Glanz und Glamour. 

Endlich in der Hand: die Rose mit persönlichem Abschiedsgruss von Schulleitung und Lehrerschaft.

Ein Flug nach Ägypten mit Absturz im Calancatal: die 9a und 9b der Sek Rickenbach gingen im Flugmodus ihrem Abschluss entgegen. Ohne jegliche Unterstützung von Lehrpersonen oder Auswärtigen stellten sie ein Bühnenprogramm auf die Beine, das ihre Eltern und Gäste erfreuen sollte zur Feier der abgeschlossenen obligatorischen Schulzeit. Wie könnte man da nicht abheben! Das Motto «Im Flugmodus» war schnell gefunden, die Jugendlichen machten sich ans Skript – nur eine einzige Sequenz, ein Satz habe etwas korrigiert werden müssen, erzählt Lehrer Markus Kottmann später. Den Rest machten die Schülerinnen und Schüler alleine. Ein paar Bühnentalente stachen heraus, alle hatten ihren richtigen Platz im Theater, bei den eingespielten Filmsequenzen und im Schlusssong «I gotta feeling».

Theater mit Humor

Sie bewiesen auch äusserst guten Humor. Auf dem «Flug nach Ägypten» führten sie ihre eigenen Flug-, äh, Schulerfahrungen vor. Erst mal hatte der Pilot verschlafen. Auf Flughöhe hielten sie grossformatig Rückschau auf ihre Oberstufenjahre. Im Reisebüro stellten sie erfrischend ihre Vorstellungsgespräche nach («Ey ich schaff nur wegem Geld!» «Heds i dem Job au Fraue?»). Leider hatten sie dann in Ägypten vergessen, das Flugzeug aufzutanken, weshalb sie zwischen ein paar Steinhäusern im Calancatal abstürzten – dem Ort ihres Klassenlagers. Herrlich, wie sie sich selber auf die Schippe nahmen. («Was, hier?» «Das sieht ja aus wie im Mittelalter!» «Meine Gucci-Tasche! Ich will shoppen gehen!») Am Ende brachten sie am Lagerfeuer aber gar noch Lebensweisheit ein: Alles hat ein Ende, aber damit beginnt auch immer etwas Neues.

Jedes Ende ist ein Anfang ... Lagerfeuerstimmung im Schultheater.


Paarweise auf dem Laufsteg

Genau an dem Punkt stehen die Jugendlichen jetzt, und dafür haben sie sich – wie es sich gehört – auch ordentlich herausgeputzt. Die Jungen im Smoking, die Mädchen in Gala-Robe ... es sei erlaubt, in diesem Moment noch von «Jungen und Mädchen» zu sprechen, die optisch zwar das Bild von Erwachsensein, Erfolg und Glamour hergeben, doch aber noch ein paar Jährchen brauchen, um wirklich in dieses hineinzuwachsen.

Der paarweise Einzug wie auf dem Laufsteg ist seit Langem ein besonderes Merkmal der Schlussfeiern in Rickenbach – und jedesmal ein Highlight. Man kann die Aufregung förmlich spüren und die Emotionen den Jugendlichen in den Gesichtern lesen – so junge Menschen an einem so wichtigen Punkt in ihrem Leben.

Glück und Erfolg wünschte denn auch Schulleiter Hanspeter Erni in seiner Rede allen Jugendlichen auf ihrem weiteren Weg. Er rühmte die Klassen von Vanessa Gsell und Markus Kottmann für ihre auffallend hohe Sozialkompetenz («Keine wie diese!»). Nach dem Erlebnis dieses Abends war dies leicht glaubhaft. Auch die Eltern bekamen ein dickes Lob, ohne sie wäre alles nicht möglich. «Euch allen ein herzliches Dankeschön, dass wir so tolle Jugendliche in Rickenbach haben dürfen!», sagte Markus Kottmann. Vanessa Gsell ergänzte im Hinblick auf das aussergewöhnliche Zusammengehörigkeitsgefühl: «Ihr seid als zwei Klassen gekommen und als eine Stufe gegangen.»

Paarweise auf dem Laufsteg zum Highlight: Abschlusszeremonie.


Schluss ist Schluss

Die Anspannung und das Getuschel der Schönen und Nervösen, wie sie am Rande der Bühne standen, nahmen noch etwas zu, ihr Kribbeln war beinahe zu hören – bis sie endlich erlöst wurden durch das ersehnte, symbolträchtige Ritual: der Übergabe der Rosen. Die Gentlemen hielten sich gefasst, die Ladies fächelten sich Luft zu ... war da nicht da oder dort auf den hübschen Gesichtern eine Träne zu sehen?

Danach hiess es, noch einmal richtig aufzupeppen! Alle formierten sich für den Schlusssong «I gotta feeling» mit Instrumentalbegleitung, Gesang und ein paar Solo-Rap-Sequenzen am Mikrofon – wie sie das in der wenigen Zeit, die sie zum Üben und Vorbereiten hatten, hingekriegt haben, ist umwerfend. Der tosende Applaus wollte nicht enden, eine Zugabe gabs dennoch nicht. Schluss ist Schluss. Der blaue Samtvorhang ging zu – aber dann, hinter dem Vorhang, ging es erst richtig los! Kraftsprüche, Rufen, Lachen, Klatschen ... Schulterschläge und Umarmungen, Tränen der Erlösung ... gerne hätte man gerade jetzt hinter den Vorhang geschaut. Aber dieser besondere Moment gehörte ihnen ganz allein.

I gotta feeling ... dass das ein ganz guter Abschluss war!

Ursula Koch-Egli


Weitere Impressionen des witzigen Theaters und der glanzvollen Feierlichkeit im Kubus Rickenbach vom Dienstag, 2. Juli:


Bilder: uke




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