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IG Stopp 5G fordert ein einheitliches Konzept

Die Swisscom will in der Industrie in Beromünster eine 5G-fähige Mobilfunkantenne bauen. Bis am 22. November lag das Bauprojekt bei der Gemeinde öffentlich auf. Mehrere Anwohner haben eine Sammeleinsprache eingereicht.

Patrick Curschellas, René Egli, Denise Esposito und Jörg Stocker kämpfen gegen die 5G-Antenne in der Industrie. 

Gut zwei Jahre ist es her, als sich in Beromünster die Bevölkerung gegen den geplanten Bau einer 5G-fähigen Mobilfunkantenne in der Industrie wehrte. Über 500 Personen haben mit ihrer Unterschrift den Stopp der Planung gefordert. Übergeben wurden die Unterschriften dem Gemeinderat aber nie, denn dieser sistierte das Bauprojekt der Swisscom mit dem aufkeimenden Widerstand schon früh. Das wurde nun aber nachgeholt. Mitte November hat die IG Stopp 5G in Beromünster die Kartonbox mit den rund 530 Unterschriften am Schalter abgegeben. Eigentlich wollte das Team um Manuela und Jörg Stocker, Ruth und René Egli, Denise und David Espostio, Regula Züsli und Patrick Curschellas das Zeichen des Widerstands dem Gemeinderat persönlich übergeben, doch dieser pochte auf den formellen Ablauf und ein solcher sieht eine persönliche Entgegennahme nur bei einer Gemeindeinitiative vor.

«5G durch die Hintertür»

Mit der Baueingabe der Swisscom ist nun die IG aus ihrem zweijährigen Dornröschenschlaf erwacht. Und sie verfolgt eine Mission: «Wir wollen das Projekt verhindern», sagen die drei Vertreter unisono. «Wir gehen davon aus, dass die Grundversorgung aktuell gut ausreicht», sagt Jörg Stocker. Ein Ausbau sei nicht nötig. Firmen oder Private, die auf das schnelle Internet angewiesen seien, hätten die Möglichkeit ein solches via Glasfasernetz zu installieren. Nicht zuletzt fürchtet man sich vor der höheren Strahlenbelastung. «Weil 5G mit Kurzwellen-Strahlen funktioniert, ist diese gefährlicher», weiss René Egli. Da sie rechtlich mit der Forderung einer Sistierung des Projekts kaum Chancen haben – das Kantonsgericht Luzern hat im Dezember 2020 entschieden, dass ein Moratorium nicht zulässig ist – fordern sie nun ein einheitliches Vorgehen zwischen den drei Mobilfunkanbietern Swisscom, Salt und Sunrise. «Es soll ein Standortkonzept erstellt werden, wie die Mobilfunkanbieter zusammenarbeiten und wir nicht alle 150 Meter eine 5G-Antenne haben», sagt Patrick Curschellas. Dies ganz nach dem Vorbild der Gemeinde Menzingen, wo die drei Mobilfunkanbieter gemeinsam eine neue Antenne errichten. Die Forderung nach einem solchen Konzept stellte die IG bereits an der Gemeindeversammlung im November. Doch der Gemeinderat lehnte das Anliegen ab – und mit ihm auch eine Mehrheit der Stimmbürger. «Wir sind nicht völlig gegen Mobilfunk, aber hier kommt er durch die Hintertür», gibt Patrick Curschellas zu bedenken. Mit ihrem Engagement wolle die Interessensgemeinschaft auch dem gesamtschweizerischen Widerstand mehr Gewicht geben.


Text und Bild: Sandro Portmann




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